Hydrographische Übersicht Österreichs – Mai 2020

Blick in das Tullner Feld mit Donau
Foto: BMLRT / Reinhold Godina

Erstmals seit einem Jahr erreichte die Lufttemperatur nicht das vieljährige Mittel. Die extreme landwirtschaftliche Trockenheit der Vormonate wurde im Norden und Osten durch wechselhaftes Wetter mit unterschiedlich verteiltem Niederschlag beendet. Entsprechend der in vielen Regionen unterdurchschnittlichen Niederschlagssumme, blieben auch die Abflüsse auf niederem Niveau.

Trotz dem ersten Hitzetag, blieb es relativ kühl.

Seit dem Mai 2019 war dieser Mai der erste relativ kühle Monat in Österreich. Nach den relativ warmen Vormonaten im heurigen Jahr stellte sich ab dem letzten Monatsdrittel die Wetterlage um. Relativ kühle Luftmassen aus Nordwest und Nord, drückten das Flächenmittel der Lufttemperatur um 0,7 °C unter die mittlere Monatstemperatur der Vergleichsreihe. Am 23. Mai wurde der erste Hitzetag des Jahres (mindestens 30 °C) beobachtet. Am wärmsten war es an diesem Tag in Imst in Tirol mit 32,2 Grad Celsius.

Aufatmen in der Landwirtschaft, der Regen reichte aus um die landwirtschaftliche Trockenheit zu mildern.

Die extreme Trockenheit der Vormonate wurde durch unbeständige Wetterlagen mit kühlen Luftmassen aus Nordwest und Nord Ende Mai in vielen Regionen beendet. Trotzdem erreichte die Monatsniederschlagssumme nur in der Obersteiermark und vom Mostviertel bis Wien über dem vieljährigen Monatsmittel liegende Werte.

In allen anderen Regionen regnete es weniger als in einem mittleren Mai. Die österreichweit gemittelte Niederschlagsbilanz bleibt auch im Mai 2020 mit etwas weniger als einem Fünftel deutlich unterdurchschnittlich. Am wenigsten Niederschlag gab es im Westen in Vorarlberg und Tirol sowie im Süden in Kärnten, der südlichen Steiermark und im Burgenland.

Anhaltende Niederwassersituation und Sorge um den Neusiedler See

Niederschlagsbedingte Abflussreaktionen wurden im Mai 2020 nur an den Pegeln im Traungebiet und im niederösterreichischen Mostviertel an der Ybbs und Traisen beobachtet.

Auf Grund des in vielen Regionen bestehenden Niederschlagsdefizites reduzierte sich der Abfluss zum Monatsende an vielen Messstellen auf ein Niederwasserniveau. Die kühlen Temperaturen im letzten Monatsdrittel beendeten die Schneeschmelze in den alpinen Einzugsgebieten und der Abfluss wurde auch an den großen Flüssen sehr rasch weniger. Grund zur Sorge bereitete die anhaltende, hydrologische Trockenheit in den Gebieten im Norden, Süden und Osten Österreichs. Hier wurden an fast allen Pegeln die mittleren Mai-Abflussfrachten bei weitem nicht erreicht.

Der Abfluss an der österreichischen Donau blieb an allen Tagen im Mai 2020 deutlich unter dem Mittelwert der Periode 1981 bis 2010. Sowohl am Pegel Kienstock als auch am Pegel Korneuburg wurden in den letzten Maitagen die niedersten Abflusswerte seit 1951 unterschritten.

Starke Auswirkungen hat der fehlende Niederschlag im Frühjahr 2020 auf den Wasserstand des Neusiedler See, der an vielen Tagen im Mai im Bereich der niedersten seit der Seestandsregelung 1966 gemessenen Pegelstände lag. In der zweiten Monatshälfte wurden die niedersten seit 1966 aufgezeichneten Wasserstände sogar um 10 bis 25 cm unterschritten.

Grundwasser

Ganz im Westen Österreichs stieg das Grundwasser in den alpin geprägten Gebieten in den ersten drei bis elf Maitagen an und sank danach ab. Weiter stiegen die Werte bis in das letzte Maidrittel an, wobei aber gebietsweise in den ersten Tagen des Monats sinkende Werte gemessen wurden. In den letzten Tagen sank das Grundwasser dann auch hier ab. Sonst herrschten überwiegend sinkende oder gleichbleibende Verhältnisse.

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