Aktuelle Informationen zu Waldbränden und Risiken

Waldbrand
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Das Internet bietet einen Fülle an Informationen zu Waldbrandgeschehen. Wo derzeit ein Waldbrandrisiko herrscht, wie viele Waldbrände es bereits in Österreich gab, welche Informationen es international gibt und vieles mehr ist hier zu finden.

Waldbrand Datenbank

Mit Stand April 2020 enthält die Waldbrand-Datenbank 6.700 Datensätze, wovon ein Großteil in den letzten zwölf Jahren dokumentiert werden konnte. Die Online-Datenbank besteht aus einer internen Datenbank zur Administration sowie einem zweisprachigen und frei zugänglichen Web-GIS-Interface. Hier können interessierte Nutzerinnen und Nutzer die vorhandenen Informationen über Ereignisse der letzten Jahre nach verschiedenen Kriterien filtern, Grafiken und Statistiken erstellen sowie Waldbrände selbstständig melden.

Waldbrand Blog

Seit mittlerweile fast 20 Jahren wird vom Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur ein Waldbrand-Blog betrieben. Die 2012 ins Leben gerufene Initiative bringt aktuelle Informationen zum Waldbrandgeschehen in Österreich mit umfangreichen Artikeln und eindrucksvollen Bildern. Außerdem wird auf der Website auf gefährliche Wetterlagen hingewiesen und neue Erkenntnisse der Waldbrandforschung veröffentlicht. Neben Statistiken und Veranstaltungshinweisen gibt es auch die Möglichkeit sein Wissen über Waldbrand umfangreich zu erweitern.

ZAMG

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) informiert auch tagesaktuell über die Waldbrandgefahr in Österreich. Der von der ZAMG verwendete Waldbrandindex beruht auf den meteorologischen Größen Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit sowie Niederschlagsmenge und stellt somit eine rein meteorologische Abschätzung der Waldbrandgefahr dar. Natürlich spielen aber auch andere Einflussfaktoren wie die Art der Vegetation, Anteil an Totholz oder menschliche Einflüsse eine wesentliche Rolle. Diese werden jedoch in dem meteorologischen Modell zur Beurteilung der Gefahr nicht berücksichtigt.

Der an der ZAMG verwendete Waldbrandindex ist besonders für die Waldbrandgefahr im Sommer ein guter Indikator. Allerdings weisen die Berechnungen bei kühleren Temperaturen (Spätwinter, zeitiges Frühjahr, Herbst) Ungenauigkeiten auf, da die Lufttemperatur als wichtigster Einflussfaktor des Modells in dieser Jahreszeit nicht so hoch ist und daher das Ergebnis der Beurteilung beeinflusst. Darüber hinaus kann die Abschätzung der Waldbrandgefahr im Bergland limitiert sein, weil dort ein sehr kleinräumiges Mikroklima vorherrschen kann.

EFFIS

Ein europaweites Informationssystem des Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission, sammelt seit 2004 Daten zum europaweiten Waldbrandgeschehen und stellt diese in einer öffentlich zugänglichen Informationsplattform namens EFFIS (European Forest Fire Information System) online zur Verfügung. Aktuell sind bereits 40 Länder an dieser Initiative beteiligt und liefern Daten für das System, darunter auch einige Nordafrikanische Staaten. EFFIS wird von einem Netzwerk von Expertinnen und Experten aus den Ländern in der so genannten Expert Group on Forest Fires (EGFF) unterstützt. Die Teilnahme ist freiwillig und es gibt keinen finanziellen Anreiz. An der steigenden Zahl der teilnehmenden Länder lässt sich sehr deutlich die Wichtigkeit und Aktualität des Themas Waldbrand in Zeiten des Klimawandels ablesen. Auch Österreich bringt sich aktiv in der Expertengruppe EGFF ein und unterstützt das Informationssystem EFFIS.

EUSALP Studie

Im Rahmen des Interreg Alpine Space Projektes AlpGov führte die Universität für Bodenkultur im Auftrag des BMLRT eine Studie zum Thema "Waldbrand in den Alpen – Status Quo und zukünftige Herausforderungen" durch. In enger Zusammenarbeit der EUSALP Aktionsgruppe 8 wurden Good-Practise Beispiele aus allen Alpenländern gesammelt und Empfehlungen für ein integrales Waldbrandmanagement erarbeitet. Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, der Wissenschaft und den Einsatzkräften tauschten in einem Workshop ihr Wissen aus und identifizierten die wichtigsten Herausforderungen bei der Waldbrandverhütung, der Brandbekämpfung und der Wiederherstellung von Flächen nach einem Brand in den Alpen. Außerdem wurden verschiedene Möglichkeiten skizziert, ein integriertes Waldbrandmanagement in den Alpen angesichts des Klimawandels zu implementieren.

Die Ergebnisse der Studie sind auf der Homepage der EUSALP Aktionsgruppe 8 verfügbar.