Zunahme des Bodenverbrauchs von 2019 auf 2020 gesunken

Bundesministerin Elisabeth Köstinger steht mit verschränkten Armen auf einem Waldweg
Foto: BMLRT / Paul Gruber

Boden ist ein überlebenswichtiges Gut. Umso wichtiger ist es, mit der Ressource Boden sorgsam umzugehen. Bundesministerin Leonore Gewessler und Bundesministerin Elisabeth Köstinger ziehen auf Basis der neuesten Zahlen des Umweltbundesamtes Bilanz: Die Zunahme des Bodenverbrauchs ist von 2019 auf 2020 erneut leicht gesunken.
 

Der Boden ist unsere Lebensgrundlage! Ihn zu schützen und zu erhalten ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Unsere Böden ernähren uns auch, sie liefern die Nahrung, die guten Lebensmittel, die wir jeden Tag brauchen. Nicht nur deshalb wollen wir die Zunahme des Verbrauchs weiter eindämmen, denn unsere Böden sind vor allem auch Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Ein Kubikmeter Erde kann 200 bis 400 Liter Wasser speichern. Boden nimmt Schadstoffe auf, reinigt Regenwasser, sorgt damit für sauberes Trinkwasser und speichert Kohlenstoff. Eine Handvoll Boden enthält so viele Lebewesen, wie Menschen auf der Erde leben. 

HinweisHinweis

  • Im Jahr 2020 kam es zu 42 km² Flächeninanspruchnahme, was in etwa der Größe von Eisenstadt entspricht. Damit setzt sich die kontinuierliche Abnahme der neu beanspruchten Flächen seit dem Jahr 2010 fort.
  • Pro Tag wurden im Durchschnitt der letzten drei Jahre 11,5 Hektar an produktiven Böden für Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen genutzt.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Flächeninanspruchnahme von rund 70 km2 im Jahr 2003 bis zu 42 km2 im Jahr 2020
Foto: Umweltbundesamt

Unterschied Bodenverbrauch vs. Bodenversiegelung

Bodenverbrauch oder Flächeninanspruchnahme = dauerhafter Verlust von landwirtschaftlichen Flächen durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen.

  • Den größten Anteil nehmen Bau- und Betriebsflächen ein. Während der Flächenbedarf für Betriebsflächen auf 10,6 km2 im Jahr 2020 zurückgegangen ist, erreichte der Flächenbedarf für Bauflächen 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt. Im Jahr 2020 ist nun erstmals wieder ein Rückgang zu beobachten. Dennoch liegt der Bedarf für Bauflächen mit etwa 23 km2 pro Jahr über dem langjährigen Schnitt.
  • Ein Rückgang ist in der Nutzung von Flächen für Erholung und Abbau sowie im Straßenbau zu beobachten. Auch die von der Bahn beanspruchten Flächen schrumpfen. Seit 2013 beansprucht dieser Sektor jährlich weniger Boden. Ursachen dafür sind in beiden Sektoren vor allem Änderungen in der Datenerfassung von Straßen und Schienenverkehrsanlagen sowie geänderte Nutzungen ehemaliger Bahngebäude.

Bodenversiegelung = Abdeckung des Bodens mit einer wasser- und luftundurchlässigen Schicht, wodurch das Bodenleben abstirbt. Boden wird auf Trägerfunktion reduziert und verliert natürliche Funktionen. Flächen, auf denen Gebäude errichtet wurden, unbebaute Flächen, wenn sie mit Beton, Asphalt oder Pflastersteinen befestigt wurden (Wege, Parkplätze, Betriebsgelände etc.).

  • In den vergangenen drei Jahren wurden in Österreich zwischen 41% und 42% der neu in Anspruch genommenen Flächen versiegelt.
  • Das sind rund15 bis 20 km2 pro Jahr.

Um Böden nachhaltig zu nutzen und den Bodenverbrauch zu reduzieren, braucht es strategisches Flächenmanagement. Das umfasst verbindliche Zielwerte für die Erhaltung produktiver Böden, Bodenfunktionsbewertungen, Wiedernutzung von Leerstand und Brachflächen, Festlegung von Siedlungsgrenzen, die Definition von sogenannten Vorrangflächen für die landwirtschaftliche Produktion und für Hochwasser-Rückhaltung sowie den Schutz ökologisch wertvoller Gebiete.

Im Oktober wird Elisabeth Köstinger als zuständige Regionenministerin gemeinsam mit Landeshauptmann Günther Platter zur ersten Raumordnungskonferenz seit zehn Jahren einladen.

Durchschnittliche Veränderung in ha/Tag

 

2020

2018-2020

2015-2020

2010-2020

Burgenland

1,6

1,4

0,8

0,5

Kärnten

1,0

1,1

1,8

2,2

Niederösterreich

2,5

2,0

2,3

2,9

Oberösterreich

2,2

2,0

2,0

3,6

Salzburg

0,1

0,4

0,5

0,7

Steiermark

2,8

3,3

3,0

2,9

Tirol

0,4

0,8

1,0

1,3

Vorarlberg

0,2

0,4

0,3

0,8

Wien

0,0

0,2

0,1

0,1

Österreich

10,7

11,5

11,9

15,1