Lebensmittel Köstinger: Bund geht bei regionaler Beschaffung mit gutem Beispiel voran

Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und der Geschäftsführer der Bundesbeschaffung GmbH Andreas Nemec stellten das Projekt „Österreich isst regional“ vor und skizzierten die Rolle der öffentlichen Beschaffung bei der Forcierung regionaler Lebensmittel. Ziel ist es, sowohl die Produktion von als auch die Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln langfristig abzusichern.
Foto: BMLRT / Michael Gruber

Mit Initiative "Österreich isst regional" soll regionale Beschaffung der öffentlichen Hand gestärkt werden.

"Wir wollen, dass die Menschen in Österreich auf regionale Lebensmittel setzen, daher werden wir im Bund selbstverständlich mit gutem Beispiel vorangehen", sagt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und BBG-Geschäftsführer Andreas Nemec. "Bei öffentlichen Ausschreibungen und Beschaffungen sollen heimische Produkte den Vorzug erhalten", betont Köstinger.

"Unser Ziel ist es, die Produktion von heimischen Lebensmitteln langfristig abzusichern. Die öffentliche Beschaffung und die Großküchen sind dabei ein wichtiger Hebel. Umso mehr freue ich mich, dass auch die Parlaments-Gastronomie künftig mit gutem Beispiel vorangeht und verstärkt auf regionale Qualität setzt", so Köstinger. "Statt Hühnerfleisch aus der Ukraine, Butter aus Holland oder Äpfel aus Neuseeland wollen wir in der Gemeinschaftsverpflegung den Fokus noch mehr auf heimische Produkte legen. Unter dem Motto 'Österreich isst regional' werden wir öffentliche Kantinen dabei unterstützen, Lebensmittel regional zu beschaffen. Wer regional kauft, stärkt unsere bäuerlichen Familienbetriebe, schützt die Umwelt durch kürzere Transportwege und die Wertschöpfung bleibt im Land", so Köstinger.

Wenn um ein Prozent mehr heimische Lebensmittel gekauft werden, schafft das 3.100 Arbeitsplätze und eine zusätzliche Wertschöpfung von 140 Millionen Euro. Rund 1,8 Millionen Menschen werden in Österreich täglich in Kantinen versorgt, rund 450.000 davon in öffentlichen Einrichtungen. Das entspricht einem Wareneinsatz von 1,35 Millionen Euro pro Tag und mehr als 330 Millionen Euro pro Jahr in der öffentlichen Lebensmittelbeschaffung. "Drei von vier Österreichern wünschen sich eine Ausweitung des Angebots an regionalen Lebensmitteln. Die öffentliche Beschaffung hat ein großes Potenzial, das wir nutzen wollen. Unser Ziel ist die 100-prozentige regionale und saisonale öffentliche Beschaffung bei Lebensmitteln. Die öffentliche Hand wird hier mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Beschaffung so nachhaltig wie möglich gestalten", hält Köstinger fest. Der erste Schritt dazu sei die Einführung des Bestbieterprinzips gewesen. Der nächste Schritt sei, mit der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) Hilfestellung bei der Koordination und Umsetzung ähnlicher Initiativen - von der Krankenhausküche über die Polizei, das Bundesheer oder Schulen und Kindergärten - zu geben.

Wolfgang Sobotka, Nationalratspräsident: "Das Parlament ist sich seiner Verantwortung und Vorbildfunktion im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz bewusst, deswegen liegt unser erhöhtes Augenmerk auf saisonalen, heimischen und biologischen Produkten. Gerade im Parlament müssen wir ein klares Vorbild sein, wenn es darum geht, regionale Produkte zu fördern. Die Verwendung regionaler Produkte, wenn möglich in Bio-Qualität, ist auch ein elementares Kriterium in der Ausschreibung der Gastronomie im sanierten Parlamentsgebäude."

Andreas Nemec, Geschäftsführer der Bundesbeschaffung GmbH (BBG): "Als verlässlicher Einkaufspartner der öffentlichen Hand unterstützt die BBG neue Herangehensweisen in der regionalen öffentlichen Beschaffung. Derzeit wird ein elektronisches Einkaufstool pilotiert, um die bestehenden Rahmenvereinbarungen sinnvoll zu ergänzen und darin regionale Beschaffungsvorgänge vergaberechtskonform zu organisieren. Das Forum 'Österreich isst regional' wurde durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus initiiert, um die Zielsetzungen des Regierungsprogramms hin zu mehr regionalem und nachhaltigem Lebensmitteleinkauf in der öffentlichen Hand zu promoten. Die BBG ist der Beschaffungspartner und setzt die Servicestelle des Forums um. Die BBG berät die Parlamentsdirektion von Anfang an zum EMAS-Projekt und ist die ausschreibende Stelle für ihre Beschaffungsprojekte, demnächst soll der Aufruf zur Angebotslegung bei der Kantinen-Ausschreibung erfolgen. Qualität und Regionalität sind wesentliche Parameter. Entsprechende Konzepte werden von einer Experten-Kommission fair und transparent bewertet."

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