Ehrenamt in Zahlen

Fast die Hälfte aller Menschen in Österreich engagiert sich freiwillig. Interessant ist dabei zum Beispiel, in welchen Bereichen die meisten Freiwilligen tätig sind, wie sich das freiwillige Engagement zwischen großen und kleinen Gemeinden unterscheidet und ob es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt.

Viele Menschen in Österreich sind bereit, sich für andere einzusetzen. Für Personen außerhalb des eigenen Haushalts unbezahlt Leistungen zu erbringen, bezeichnet man als Freiwilligenarbeit. Fast die Hälfte derer, die in Österreich leben, engagiert sich auf diese Weise. Dabei wird zwischen Ehrenamt, formeller und informeller Freiwilligenarbeit unterschieden.

Art des freiwilligen Engagements (in Prozent): 16 Prozent formell, 15 Prozent beides, 15 Prozent informell, 54 Prozent kein Engagement. Quelle: Studienbericht Freiwilligenengagement, Bevölkerungsbefragung 2016, IFES, Dezember 2016, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Foto: BMLRT / Zenz

 

Wie viele Menschen engagieren sich freiwillig?

Rund 46 Prozent der Menschen in Österreich leisten Freiwilligenarbeit. Etwa 31 Prozent sind in der formellen Freiwilligenarbeit tätig oder üben ein Ehrenamt aus. 30 Prozent engagieren sich informell. Dabei gibt es aber Überschneidungen: 15 Prozent der Menschen in Österreich üben sowohl formelles als auch informelles Engagement aus.

Arten von freiwilligem Engagement


Ehrenamt: Die freiwillige Übernahme einer Funktion, die Personen regelmäßig für eine bestimmte Zeit unentgeltlich bei Institutionen, Vereinen, Initiativen oder ähnlichem ausüben. Meist sind es gewählte, ernannte oder bestellte Positionen. Beispiele für Ehrenämter sind Funktionen im Verein, im Gemeinderat oder im Betriebsrat. (In diesen Statistiken wird Ehrenamt jeweils unter formelle Freiwilligenarbeit gefasst.)

Formelle Freiwilligenarbeit: Aktivitäten, die im Rahmen von Vereinen oder Organisationen erfolgt, beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei Rettungsdiensten, bei Sport-, Trachten- und Blasmusikvereinen oder bei bürgerlichen Aktivitäten und im Gemeinwesen.

Informelle Freiwilligenarbeit (auch „Nachbarschaftshilfe“): Aktivitäten auf persönliche Initiative, ohne institutionellen Rahmen. Beispiele dafür sind Kinderbetreuung, Einkaufs- oder Besuchsdienste für Nachbarn, Mithilfe bei Katastrophen oder Hilfeleistungen in der Gemeinde.

Österreichkarte mit nach Anteilen eingefärbten Bundesländern: Vorarlberg 42 Prozent, Tirol 68 Prozent, Salzburg 31 Prozent, Oberösterreich 37 Prozent, Niederösterreich 46 Prozent, Wien 52 Prozent, Burgenland 35 Prozent, Steiermark 54 Prozent, Kärnten 31 Prozent. Quelle: Studienbericht Freiwilligenengagement, Bevölkerungsbefragung 2016, IFES, Dezember 2016, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Foto: BMLRT / Zenz


Wo engagieren sich die meisten Menschen freiwillig?

Dabei gibt es gewisse Unterschiede zwischen den Bundesländern. 68 Prozent der Tiroler Bevölkerung engagieren sich freiwillig. Damit liegt das Bundesland eindeutig an der Spitze, gefolgt von der Steiermark mit 54 Prozent und Wien mit 52 Prozent. Tirol liegt mit 52 Prozent auch beim formellen Engagement vorn, Wien führt bei der informellen Freiwilligenarbeit mit 43 Prozent.

Freiwilliges Engagement nach Gemeindegröße in Prozent: Balkendiagramm: Bis 2000 Einwohner informell 13, beides 15, formell 18, bis 5000 Einwohner informell 12, beides 12, formell 20, bis 50000 Einwohner informell 14 beides 14, formell 18, bis 300000 Einwohner informell 16, beides 14, formell 12, Wien informell 22, beides 21, formell 9. Quelle: Studienbericht Freiwilligenengagement, Bevölkerungsbefragung 2016, IFES, Dezember 2016, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Foto: BMLRT / Zenz


Auch gewisse Unterschiede zwischen größeren und kleineren Gemeinden sind zu beobachten. Der Anteil der Freiwilligen ist durchgehend hoch, die oberste Gemeindegröße – mit Wien als einziger Vertreterin – führt jedoch mit 52 Prozent insgesamt und weist auch mit Abstand am meisten informelles Engagement auf. Kleinere Gemeinden sind etwas stärker bei den formellen Formen des Engagements. Städte zwischen 50.000 und 300.000 Einwohnern haben mit 41 % am wenigsten freiwilliges Engagement.

In welchen Bereichen engagieren sich Menschen freiwillig (formell) in Prozent: Treemap: 8 Sport und Bewegung, 7 Katastrophenhilfs- und Rettungsdienste, 6 Kunst- Kultur und Freizeit, 5 Sozial- und Gesundheitsbereich, 4 Umwelt, Natur und Tierschutz, 4 kirchlicher und religiöser Bereich, 3 Bildung, 3 Politische Arbeit und Interessensvertretung, 2 Flüchtlingshilfe, 2 Bürgerliche Aktivitäten und Gemeinwesen. Quelle: Studienbericht Freiwilligenengagement, Bevölkerungsbefragung 2016, IFES, Dezember 2016, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Foto: BMLRT / Zenz


In welchen Bereichen engagieren Menschen sich freiwillig?

Im formellen freiwilligen Engagement engagieren sich die meisten Menschen in Sportvereinen und ähnlichem: Acht Prozent sind im Bereich Sport und Bewegung tätig. Weitere beliebte Bereiche sind der Katastrophen- und Rettungsdienst mit sieben Prozent, Kunst, Kultur und Freizeit mit sechs Prozent sowie der Sozial- und Gesundheitsbereich mit fünf Prozent.

In welchen Bereichen engagieren sich Menschen freiwillig (informell) in Prozent: Treemap: 12 Durchführung von Hausarbeiten, 9 Reparaturen und handwerkliche Arbeiten, 7 Fahrtendienste, 6 Kinderbetreuung, 6 Besuche bei betreuungsbedürftigen Personen, 5 Gartenpflege, 4 Betreuung von pflegebedürftigen Personen, 4 Mithilfe und Erledigungen von Amtswegen und Schriftverkehr, 3 Mithilfe bei Katastrophen, 2 Flüchtlingshilfe, 2 Unbezahlte Nachhilfe. Quelle: Studienbericht Freiwilligenengagement, Bevölkerungsbefragung 2016, IFES, Dezember 2016, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Foto: BMLRT / Zenz

 

Im informellen Engagement sind mit zwölf Prozent eindeutig die meisten Menschen in der Hausaufgabenhilfe tätig. Darauf folgen Reparaturen und Handwerkliches mit 9 Prozent, Fahrtendienste mit sieben Prozent sowie Kinderbetreuung und Besuche bei betreuungsbedürftigen Personen mit je sechs Prozent.