Europäische Spitzenposition Österreichs in der kommunalen Abwasserentsorgung

Kläranlage
Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Laut heutiger Veröffentlichung der Europäischen Umweltagentur ist Österreich eines von vier europäischen Ländern, die die EU-Vorgaben zu 100 % erfüllen.

 

Am 19. November veröffentlicht die Europäische Umweltagentur (EEA) anlässlich des Welttoilettentages neue Länderprofile zur kommunalen Abwasserentsorgung. Die Entsorgung kommunaler Abwässer ist Kernaufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge und ein enorm wichtiger Beitrag zur Reinhaltung der Gewässer. Seit 1959 wurden rund 50 Milliarden Euro in die Abwasserentsorgung investiert, deshalb ist die flächendeckende Behandlung von kommunalem Abwasser in Österreich auf einem sehr hohen Niveau sichergestellt. Die heute im digitalen Wasserinformationssystem für Europa präsentierten Länderprofile der Europäischen Umweltagentur bestätigen, dass Österreich – gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedsstaaten - die entsprechende EU-Richtlinie zu 100 % erfüllt.

95,9 % der österreichischen Bevölkerung an Kläranlagen angeschlossen

Mit den Länderprofilen präsentiert die EEA Informationen, die die Europäische Kommission gemäß Artikel 15 und 17 der Kommunalen Abwasser-Richtlinie bei den Mitgliedsstaaten erhebt und in gut verständlicher, digitaler Form veröffentlicht. Sie zeigen den Status der Ableitung und Behandlung von kommunalem Abwasser im Jahr 2018 und sind Teil des 11. Umsetzungsberichts zur Richtlinie, den die Kommission zweijährlich veröffentlicht.

Die in den Länderprofilen enthaltenen Informationen sind auch Grundlage des bereits im Sommer 2021 in deutscher Sprache vom BMLRT veröffentlichten Berichtes „Kommunales Abwasser – Österreichischer Bericht 2020“. Der Bericht zeigt, dass in den letzten beiden Jahren erneut eine Steigerung des bereits sehr hohen Anschlussgrades an kommunale Kläranlagen auf 95,9 % erzielt werden konnte. Das ergibt eine Länge von insgesamt etwa 171.000 km Trinkwasser- und Abwasserleitungen. Insgesamt werden durch alle kommunalen Kläranlagen in ganz Österreich 81 % des Stickstoffs und 91 % des Phosphors aus dem Abwasser entfernt. Um die hohen Standards weiter erfüllen zu können, muss die über Jahrzehnte geschaffene Infrastruktur aufrechterhalten, wenn nötig erneuert und laufend verbessert werden, auch darauf weist der Bericht deutlich hin.

Die Kommunale-Abwasser-Richtlinie der EU

Die Richtlinie regelt das Sammeln, Behandeln und Einleiten von kommunalem Abwasser und das Behandeln und Einleiten von Abwasser bestimmter Industriebranchen. Sie stammt aus 1991 und wird derzeit überarbeitet. Die Europäische Kommission hat die Richtlinie als sehr erfolgreich evaluiert: Es zeigte sich, dass die Belastung durch bestimmte Schadstoffe aus städtischen Punktquellen verringert werden konnte. Sie sieht aber auch Verbesserungsbedarf vor allem in den Bereichen der Finanzierung der Umsetzung, der Mischwasserentlastung und des Umgangs mit bisher nicht geregelten Schadstoffen wie Arzneimittel und Mikroplastik. Im Jahr 2022 will die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie vorlegen.