Hydrographische Übersicht Österreichs – Juli 2020

Thaya im Juli 2020 bei Hardegg in Niederösterreich
Foto: BMLRT / Reinhold Godina

Betrachtet man die meteorologischen und hydrologischen Parameter, dann war es ein eher durchschnittlicher und unbeständiger Juli 2020. Anhaltende sommerliche Hitze- und Niederwasserperioden sowie Hochwasserereignisse blieben uns erspart. Nur im letzten Monatsdrittel ereigneten sich im Süden lokale Unwetter mit Schäden in der Landwirtschaft und in Siedlungsgebieten.

Aktuell normale Temperaturen waren nicht immer „Normal“. Wir vergleichen die aktuellen Temperaturen bereits mit erhöhten, vieljährigen Mittelwerten.

In allen Gebieten Österreichs lag das Monatsmittel der Lufttemperatur über dem vieljährigen Mittelwert der Vergleichsreihe 1981 bis 2010. Am wärmsten war es im Westen Österreichs, mit einer Abweichung von +1,4 °C in Vorarlberg. Die über Österreich gemittelte Abweichung des Juli-Monatsmittelwertes der Lufttemperatur liegt wie auch im Vormonat bei +0,5 °C und damit im Bereich der normalen statistischen Varianz. Anzumerken ist jedoch, dass die aktuellen Messwerte in Relation zum Mittelwert der Periode 1981 bis 2010 gesetzt werden, die bereits von der Klimaerwärmung beeinflusst ist. Wird der Juli 2020 mit einem durchschnittlichen Juli im Zeitraum 1961 bis 1990 vergleichen, dann beträgt die Abweichung bereits +1,6 Grad. Im Verlauf des Julis 2020 blieben mehrtägige Hitzewellen aus. Damit entsprach auch die Anzahl heißen Tage (Tmax >= 30 °C) im Wesentlichen dem vieljährigen Durchschnitt.

Österreichweit eine durchschnittliche Niederschlagsbilanz, bei regional großen Unterschieden.

Bis auf wenige, lokal begrenzte Starkregenereignisse die auch Schäden in der Landwirtschaft und in Siedlungsgebieten verursachten, blieben die Niederschlagsmengen im Juli 2020 österreichweit im Bereich der normalen Schwankungsbreite. Defizite in der Niederschlagsmonatssumme von -20 Prozent und weniger, gab es in Vorarlberg, im Tiroler Oberland, sowie im östlichen Weinviertel. Dem gegenüber stehen überdurchschnittliche Niederschlagssummen im Süden Österreichs, vom Klagenfurter Becken bis ins südliche Burgenland.

Lokale Unwetter, eine regional unterschiedliche aber österreichweit mittlere Abflussbilanz.

Entsprechend der regional unterschiedlichen, hauptsächlich konvektiven Niederschläge zeigt sich auch die Abflussbilanz im Juli 2020 differenziert. Es gab keine längeren Niederschlagsperioden mit Hochwasserereignissen, aber auch keine längere Niederwassersituation. Obwohl die ALDIS-Blitzstatistik im Juli 2020 nur circa die Hälfte des vieljährigen Juli - Mittelwertes aufweist, ereigneten sich zu Monatsbeginn und im letzten Monatsdrittel zahlreiche Unwetter mit Schadfolgen vor allem in Tirol, in Salzburg, in der Steiermark, in Salzburg und im oberen Drautal in Kärnten.

Anhaltend wenig Wasser im Neusiedler See.

Die seit April 2020 andauernde Situation mit geringen Wasserständen am Neusiedler See verbesserte sich auch im Juli nicht. An allen Tagen des Monats blieb der Wasserstand im Bereich der niedersten seit 1966 beobachteten Pegelstände. Auf den vieljährigen Mittelwert Ende Juli fehlen demnach circa 25 cm. Das ist immerhin ein Viertel der mittleren Wassertiefe dieses Steppensee

Grundwasser

In vielen Gebieten Österreichs sank das Grundwasser überwiegend ab, auch wenn sich mancherorts der Anstieg des Vormonats noch die ersten Julitage fortsetzte und das Absinken in schnell reagierenden Gebieten von kurzfristigen Anstiegen besonders um den 7., 12. und 18. Juli unterbrochen wurde. In etlichen Gebieten waren die Verhältnisse gleichbleibend, wobei teilweise ebenfalls mehrere kleinere Grundwasserspitzen auftraten. In einigen sehr langsam reagierenden Grundwassergebieten gelegen von Tirol bis in die Südsteiermark stieg das Grundwasser die ersten beiden Monatsdrittel oder gar den ganzen Juli über an.

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