Hydrographische Übersicht Österreichs – April 2020

Bewässerung im Alten Allgemeinen Krankenhaus Wien
Foto: BMLRT / Reinold Godina

Es war kein typischer April, mit wechselhafter Witterung. Hochdruckwetter mit vielen sonnigen Tagen brachte einen sehr trockenen April. Die Grundwasserspiegel im Osten und Süden zeigen eine stark fallende Tendenz. Niederwasser prägt den Abfluss vieler Gewässer. Folgt auf das trockene Frühjahr ein heißer, niederschlagsarmer Sommer, dann ist das keine gute Basis für eine ausgeglichene Wasserbilanz.

Frostig in den ersten Apriltagen, danach wurde es immer wärmer.

Klare Nächte brachten in den ersten Tagen im April 2020, vor allem in der Osthälfte Österreichs, Kälterekorde. Der Ende März seinen Anfang genommene Kälteeinbruch dauerte bis in die ersten Apriltage und betraf vor allem die Bundesländer Oberösterreich, Niederösterreich, die Steiermark und das Burgenland. Bei trockenen, klaren und windstillen Bedingungen kühlten trotz hoher Tagestemperaturen die Nächte stark ab und es gab vor allem im Norden und Osten Österreich eine überdurchschnittliche Anzahl an Frosttagen. Die Folge dieser Frosttage sind Frostschäden an früh blühenden Obstkulturen, wie zum Beispiel an der Marille in Niederösterreich. Ab dem fünften des Monats blieb es bis zum Monatsende überdurchschnittlich warm. Das Österreichmittel der Lufttemperatur im April 2020 ist um 2,1 °C wärmer als das vieljährige Mittel der Reihe 1981 bis 2010. Noch wärmer war es in den hochalpinen Regionen. Mit einer Abweichung von +3,4 °C war es der viertwärmste April seit Beginn der hochalpinen Datenreihe (ZAMG).

Viel Sonne und wenig Regen.

Der beständige Hochdruckeinfluss in diesem April brachte im Vergleich mit dem Mittelwert der Datenreihe von 1981 bis 2010, um 55 Prozent mehr direkte Sonnenschein. Auf Grund des niederschlagsarmen Jänners und der den ganzen März und April 2020 anhaltenden Trockenheit ergibt sich österreichweit für die ersten vier Monate des Jahres ein Niederschlagsdefizit von circa einem Drittel bezogen auf den Normalwert. Vielen landwirtschaftlichen Kulturen fehlt die für das Anwachsen notwendige Bodenfeuchte. Vor allem im Osten Österreichs mussten landwirtschaftliche Kulturen bereits im Frühjahr bewässert werden um Ernteschäden zu verhindern, beziehungsweise in Grenzen zu halten. Lokale Wasserversorger meldeten rückgängige Quellschüttungen und geringe Grundwasserstände.

Verbreitet Niederwasser zum Monatsende

Viele Tage ohne Niederschlag zeigen ihre Wirkung auf die Abflusssituation in Österreich. Die Messstellen an den Oberflächengewässern hatten keine niederschlagsbedingten Abflussreaktionen. In den alpinen Regionen wird der Abfluss von der Schneeschmelze höher gelegener Einzugsgebiete auf einem Mittelwert gehalten. Vor allem die Gewässer im Norden, Osten und Süden Österreichs befinden sich zum Monatsende in einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Niederwasserphase. Der April-Monatsmittelwert am Pegel Raabs an der Thaya im nördlichen Waldviertel erreichte gerade einmal etwas mehr als 15 Prozent des vieljährigen Mittelwertes. An einigen Tagen im April wurden die geringsten Tagesmittelwerte seit 1959 unterschritten. Auch im niederösterreichischen Voralpengebiet und im Süden an der Raab sank der Abfluss an vielen Gewässern auf die niedersten seit 1981 beobachtete Abflusswerte. Auf das vieljährige Abflussmonatsmittel fehlen hier im April circa zwei Drittel des Abflusses.

Die österreichweit gemittelte April-Abflussbilanz ergibt einen Wert circa ein Drittel unter dem vieljährigen Mittel liegt.

Grundwasser

Im Großteil Österreichs sank das Grundwasser im April ab, gebietsweise wurde in den letzten Apriltagen dann ein geringfügiger Anstieg verzeichnet. In alpin geprägten Gebieten führte die Schneeschmelze nach fünf bis dreizehn Tagen zu einem Ansteigen der Grundwasserstände. Allerdings wurden in den letzten Apriltagen mancherorts bereits wieder gleichbleibende oder sinkende Werte gemessen.

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