51 Jahre staatenübergreifende hydrologische Wasserforschung im Rheingebiet – Österreich ist dabei

Repräsentantinnen und Repräsentanten der Wasserwirtschaft aller Rheinanliegerstaaten, der UNESCO und WMO sowie der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins und der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt beim Jubiläumssymposium in den Niederlanden.
Foto: KHR

Am 21. und 22. Oktober feierte die Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR) ihr 51-jähriges Bestehen mit einem Symposium in Wageningen (Niederlande).

Der Leiter der Sektion Wasser im BMLRT, Sektionschef DI Günter Liebel und weitere hochrangige Repräsentantinnen und Repräsentanten der Wasserwirtschaft aller Rheinanliegerstaaten, der UNESCO und WMO sowie der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) und der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) gaben sich die Ehre mitzufeiern.

Was ist die KHR und was tut sie?

Die KHR (englisch CHR) ist eine Organisation, in der wasserwirtschaftliche Fachinstitutionen der Rheinanliegerstaaten mit dem Ziel zusammenarbeiten, hydrologische Grundlagen für die nachhaltige Entwicklung im gesamten Rheingebiet bereitzustellen. Mitgliedsstaaten sind die Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande. Unabhängig von ihrer Größe und ihrem Anteil am Rheineinzugsgebiet sind alle gleichberechtigte Partner.

Österreichs Hydrologie wird in der KHR durch die Abteilung Wasserhaushalt im BMLRT und die Abteilung Wasserwirtschaft der Vorarlberger Landesregierung vertreten. Trotz des geringen flächenmäßigen Anteils am Rheingebiet von nur wenig mehr als ein Prozent leistet Österreich einen wichtigen Beitrag für die Arbeit der KHR.

Die KHR wurde 1970 anlässlich der UNESCO-Empfehlung zur Förderung einer engeren Zusammenarbeit in internationalen Flussgebieten gegründet. Seit 1975 werden die Arbeiten im Rahmen des Internationalen Hydrologischen Programms (IHP) der UNESCO und des Operationellen Hydrologischen Programms (OHP) der WMO fortgesetzt. Die KHR arbeitet ebenfalls mit den oben genannten anderen Flussgebietskommissionen im Rheingebiet, der IKSR und der ZKR zusammen. Das Sekretariat der KHR hat seinen Sitz in den Niederlanden. Präsident der KHR ist derzeit Professor Helmut Habersack von der Universität für Bodenkultur Wien.

Blick auf den Rhein bei Bingen in Deutschland
Foto: BMLRT / G. Müller

Die KHR führt Projekte und Symposien zu aktuellen hydrologischen Fragestellungen unter Betrachtung des gesamten Flussgebietes durch. Die Ergebnisse werden in den Schriftenreihen der KHR publiziert, die auch digital auf der Webseite der KHR verfügbar sind. Beispiele sind das Rhein-Alarmmodell, die Rhein-Monographie, die Bereitstellung von Grundlagen für die hydrologische Modellierung des gesamten Rheingebiets, die Themen rund um Hoch- und Niederwasser, Sedimenthaushalt des Rheins, Änderungen im Abflussverhalten und in den Anteilen von Schnee- und Gletscherschmelze am Abfluss des Rheins.

Insbesondere stehen der Klimawandel und seine Auswirkungen für die Wasserwirtschaft und die gesamte Volkswirtschaft im Mittelpunkt, wie in den Projekten „Sozio-ökonomische Szenarien“, „RheinBlick 2050“ und „RheinBlick II“.

Mit ihren Arbeiten stellt die KHR einen Daten- und Wissenspool zum Rheingebiet für die Forschung wie auch für die Wasserwirtschaft und für politische Entscheidungsträger bereit. Künftig soll ein Informationsportal mit offenen Daten über den Rhein geschaffen werden.

Jubiläums-Symposium

Während des Symposiums, das pandemiebedingt erst 2021 stattfinden konnte, wurde auf nun 51 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zurückgeschaut und ein Ausblick auf gegenwärtige und zukünftige Aufgaben der KHR gegeben. Höhepunkte des Symposiums waren die Grußansprachen der Repräsentantinnen und Repräsentanten der Rheinanliegerstaaten und der Kommissionen und die Unterzeichnung von Dokumenten, in welchen die Rheinanliegerstaaten die Fortsetzung ihrer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auch in Zukunft bekräftigen. Entsprechende Erklärungen für die weitere Kooperation wurden auch mit den Flussgebietskommissionen IKSR und ZKR sowie mit UNESCO und WMO unterzeichnet.

Sektionschef Liebel bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung
Foto: KHR

Sektionschef Günter Liebel würdigte in seiner Grußansprache die langjährige kontinuierliche Arbeit der KHR als weltweit beispielhaft für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Kooperation in einem großen Flussgebiet. Er dankte der Hydrographie Österreichs für ihren wertvollen Beitrag und betonte, dass Österreich die Arbeit der KHR auch weiterhin aktiv unterstützen wird. Weiters berichtete Günter Liebel über die kürzlich fertiggestellten Arbeiten zum Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan Österreichs sowie zum Projekt „Wasserschatz Österreich“, deren Ergebnisse und Erfahrungen auch für das Rheingebiet von Interesse sein werden.

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