Die Barbe – der Fisch des Jahres 2022

Auf dem Foto ist ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Wasserwirtschaft mit einer Barbe zu sehen
Foto: W. Hauer/BAW

Als Fisch des Jahres 2022 wurde in einer offiziellen und öffentlichen Wahl die Barbe gewählt.

Damit möchten der Österreichische Fischereiverband, die Landesfischereiverbände und Landesorganisationen der Fischerei unter Mitwirkung des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) und des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (Scharfling) diese Fischart und ihren Lebensraum ins allgemeine Bewusstsein bringen.

Die Barbe (lat. Barbus barbus) lebt in den strömenden und strukturreichen Gewässerbereichen der kleinen und größeren Flüsse und galt früher als Massenfischart. Ihr Bestand ist zwar nicht bedroht, jedoch aufgrund der Eingriffe in ihre Lebensräume rückgängig. Sie kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen und ist die namensgebende Leitfischart der Barbenregion – in Österreich sind das die Donau und die Unterläufe der großen Zubringerflüsse.

Der Name der Barbe leitet sich von barba, dem lateinischen Wort für Bart, ab und ist eine Anspielung auf die vier das Maul umgebenden Barteln (fadenförmige Sinnesorgane). Die Barbe ist eine ausgezeichnete Schwimmerin, die in starker Strömung ihre Stärken ausspielen kann. Das zeigt sich auch in ihrem langgestreckten und drehrunden Körper, der pfeilschnell durch das Wasser flitzt. Die Bauchseite ist nahezu gerade und ihr Maul zeigt nach unten: zwei typische Merkmale für Fischarten, die sich überwiegend am Gewässergrund aufhalten und dort nach Nahrung suchen. Dabei dienen die vier fadenförmigen Barteln als Tast- und Geschmacksorgane.

Barben ernähren sich von wirbellosen Kleintieren wie Insektenlarven, Würmern, Schnecken und Muscheln. Gelegentlich nehmen sie auch pflanzliche Kost zu sich. Als Allesfresser macht die Barbe auch vor Aas nicht Halt.

Neben den Fischarten Nase und Huchen zählt auch die Barbe zu den Mittelstreckenwanderern. Sobald im Frühjahr die Wassertemperaturen ansteigen und über mehrere Tage anhalten, wandern die Barben in großen Scharen über weite Strecken flussaufwärts, um schließlich auf den flachüberströmten, kiesigen Stellen des Gewässers und seinen Zubringern abzulaichen.

Die Gebrüder Grimm sahen in ihr einen „edlen Fluszfisch“, sie hat wohlschmeckendes, festes Fleisch und wurde früher gerne gegessen. Heutzutage wissen nur mehr wenige die Barbe als Speisefisch zu schätzen.

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