Pannonische Steppen und Trockenrasen

Das Bild zeigt eine Nelkenart, die auf den pannonischen Steppen Österreichs zu finden ist.
Foto:   / Heinz Wiesbauer

Die Steppen- und Trockenrasen weisen extreme Lebensraumbedingungen auf, die sich aus der Trockenheit des Klimas, der geringen Bodenentwicklung und den kargen Standortsverhältnissen ergeben. Im Rahmen des LIFE-Projektes wurden in 11 Teilgebieten umfangreiche Pflegemaßnahmen durchgeführt.

Projektgebiet: in Niederösterreich
Projektträger: Land Niederösterreich
Partner: Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
Dauer: 01.06.2004 bis 30.11.2008
Gesamtprojektskosten: 1,459.000 (EU-Zuschuss: 60 %)
Fläche: 11 Schwerpunktgebiete mit einer Gesamtfläche von über 500 ha
  
Die Steppen- und Trockenrasen weisen extreme Lebensraumbedingungen auf, die sich aus der Trockenheit des Klimas, der geringen Bodenentwicklung und den kargen Standortsverhältnissen ergeben. Sie bieten vielen hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume und zeichnen sich durch eine sehr hohe Biodiversität aus.

Die Gefährdung der pannonische Steppen- und Trockenrasen resultiert aus der Änderung traditioneller Bewirtschaftungen, insbesondere dem Rückgang der Beweidung durch Schafe, Ziegen und Rinder. Aber auch die Intensivierung land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen hat zu großflächigen Verlusten geführt. Die Fläche der ehemals landschaftsprägenden pannonischen Steppen- und Trockenrasen ist während der letzten Jahrzehnte auf wenige hundert Hektar geschrumpft. Mit dem Rückgang der Offenlandstandorte und der Veränderung der Lebensraumausstattung sind viele charakteristische Tier- und Pflanzenarten der Steppen- und Trockenrasen selten geworden und heute stark gefährdet.

Maßnahmen: Im Rahmen des LIFE-Projektes wurden in insgesamt 11 Teilgebieten umfangreiche Pflegemaßnahmen durchgeführt. Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen zählen die Entfernung von Gehölzen im Bereich der Steppen- und Trockenrasen, kleinräumige Rodungen sowie Beweidung oder Mahd. Der Aufwand für das Naturraummanagement´s war hoch, da es sich größtenteils um steiles und unwegsames Gelände handelt. Ein Beweidungsmonitoring lieferte Grundlagen für die künftige Pflege dieser Lebensräume.

Durch das LIFE-Projekt wurden vorwiegend Erstmaßnahmen finanziert, die einen günstigen Erhaltungszustand bewirken und die nun die Pflege wesentlich erleichtern. Die über das LIFE-Projekt hinausgehende Pflege führten Landwirte oder Landschaftspfleger aus der Region im Rahmen des Vertragsnaturschutzes durch und werden dabei durch Förderprogramme (z.B. ÖPUL) unterstützt.

Das LIFE-Projekt unterstützte auch die naturschutzfachliche Arbeit in den Nachbarländern, indem über die Steppen Ungarns, Tschechiens und der Slowakei Informationsbroschüren in den jeweiligen Landessprachen herausgegeben wurden.
 
Projektkoordinator:
Dipl.-Ing. Heinz Wiesbauer 
Ingenieurkonsulent für Landschaftsplanung und Landschaftspflege