Steiermark: Hochwasserschutz Gasenbach großteils fertiggestellt

Feierliche Eröffnung des Hochwasserschutzes Gasenbach in der Gemeinde Gasen
Foto: Gemeinde Gasen

Am 27. August 2021 fand die feierliche Eröffnung des Hochwasserschutzes Gasenbach in der Gemeinde Gasen statt. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 13,4 Millionen Euro schützt den Siedlungsbereich und die Infrastruktur der Gemeinde Gasen zukünftig vor Hochwasser und Vermurungen.

Katastrophale Hochwasserereignisse richteten immer wieder schwere Schäden in den Siedlungsbereichen der Gemeinde Gasen an. In trauriger Erinnerung bleibt das Hochwasser 2005 mit zwei Todesopfern. 2008, 2010, 2016 und 2017 waren die bestehenden Siedlungsgebereiche von Muren und Überflutungen stark betroffen. 2018 wurde die Gemeinde fünfmal überflutet. 

2018 wurden auf Basis des Gefahrenzonenplans in enger Zusammenarbeit zwischen der Bundeswasserbauverwaltung (BWV) und der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, dem Siedlungsgebiet und Wirtschaftsraum, mit einem Gesamtumfang von ca. 13,4  Mio € geplant und in der Folge auch großteils umgesetzt. Die Maßnahmen wurden kompetenzübergreifend abgestimmt, um einen nachhaltigen Schutz für die Gemeinde Gasen zu erreichen.  Die Finanzierung wird von Bund, Land, Gemeinde und Interessenten getragen.

Für den Bereich der Bundeswasserbauverwaltung wurden Linearmaßnahmen in Kombination mit Gewässerökologischen Maßnahmen im Wert von ca. 4,7 Millionen Euro gebaut. Für den Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung wurde eine Kombination aus Geschiebe- und Unholzrückhaltemaßnahmen in einem Wert von ca. 5 Millionen Euro umgesetzt. Bis spätestens 2024 sollen auch die verbleibenden Maßnahmen an den Wildbächen abgeschlossen sein.

Durch die geplanten Maßnahmen im Gasenbach und dessen Zubringerbächen werden im Endausbau 58 Objekte und rund 1.600 lfm Landes– und Gemeindestraßen geschützt.

Bundeswasserbauverwaltung

Mit dem Spatenstich im April 2019 wurde der erste von drei Bauabschnitten BA01 vom Ortseingang Gasen bis zum Zubringer Mitterbach begonnen. Auf einer Länge von 420 m wurde der Gerinneausbau mit Anbindung der Wildbachzubringer, die Anhebung der Landesstraße, der Ausbau zweier Brücken geschaffen und ein Wohnobjekt abgelöst.

Im September 2020 folgte die Umsetzung des zweiten Bauabschnittes BA02 von der Mündung Mitterbach bis Ortsende Gasen. Auf einer Länge von 480 m wurde eine Brücke ausgebaut, die Landstraße angehoben und nach ökologischen Aspekten der Gerinneausbau und die Bachaufweitung umgesetzt.

Im Juli 2021 konnte nun der dritte und letzte Bauabschnitt BA03 – Gerinneaufweitung und Objektschutzmaßnahmen auf einer Länge von 100 m mit Einzelobjektschutz und Brückenausbau abgeschlossen werden.

Somit ist für den Bereich der Bundeswasserbauverwaltung der Anteil für einen 100-jährlichen Hochwasserschutz für die Gemeinde Gasen fertiggestellt.

Wildbach- und Lawinenverbauung

Seitens Wildbach- und Lawinenverbauung erfolgte der Baustart im Februar 2019 und konnten bereits vier Einzelmaßnahmen fertiggestellt werden. Darunter unter anderem das Schlüsselbauwerk der WLV: der Gerinneausbau und die Filtersperre im Gasenbach. Da der Gasenbach ein wichtiger Fischlebensraum ist, wurden diese unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte verwirklicht. 

Bis Ende 2021 folgt die Fertigstellung von weiteren vier Teilmaßnahmen. Die WLV liegt dabei sehr gut im Bauplan und bis spätestens Ende 2024 soll das Projekt mit der Umsetzung weiterer fünf Maßnahmenabschnitte abgeschlossen sein. Die Kosten für das Maßnahmenbündel der Wildbach- und Lawinenverbauung belaufen sich auf rund 8,5 Millionen Euro.

Nach Abschluss der Bauarbeiten wird eine Revision des Gefahrenzonenplanes durchgeführt und die Roten und Gelben Gefahrenzonen wesentlich reduziert werden können.