Baum des Jahres 2022: Die Rotföhre

Eine große Weißkiefer auf einer Wiese
Foto: BFW / Clemens Schmiedbauer

Die Rotföhre (Pinus sylvestris) kann bis zu 600 Jahre alt werden und einen Stammdurchmesser von bis zu über einem Meter erreichen. Sie ist der Baum des Jahres 2022. 

Überlebenskünstlerin im Klimawandel

Die Rotföhre, auch Weißkiefer oder Waldföhre ist ein immergrüner Nadelbaum, der zu 35 Meter hoch werden kann. Sie wächst auf sehr unterschiedlichen Standorten, moorig genauso wie trocken, felsig oder sandig. Obwohl die Rotföhre sehr konkurrenzschwach anderen Baumarten gegenüber ist, ist sie sehr robust und kommt mit extremen Bedingungen und Standorten gut zurecht. Dadurch, dass sie wie keine andere heimische Baumart mit sehr wenig Wasser auskommt, besiedelt sie auch Orte, die sonst baumfrei wären, wie zum Beispiel Felsspalten. Angesichts des Klimawandels ist die Rotföhre besonders anpassungsfähig.

Nutzbaum

Die Rotföhre ist ein forstwirtschaftlich wichtiger Baum. Früher wurde ihr Harz beispielsweise für die Herstellung von Terpentin genutzt, heute wird ihr Holz vor allem in der Baubranche gerne verwendet. Deshalb findet man sie nicht nur in ihren natürlichen Lebensräumen, sondern auch kultiviert.

Lebensraum

Die Rotföhre ist eine Lichtbaumart und liebt mäßig trockene, lockere Böden, unabhängig von Grundgestein. Sie ist von der Ebene bis in 1300 Meter am Alpenrand, in den Zentralalpen bis circa 2000 Meter Seehöhe zu finden und praktisch in ganz Europa verbreitet.

Die Rotföhre bietet einer Vielzahl von Insekten, Pilzen und Vögeln Lebensraum. Manche dieser Arten setzen der Pflanze zu, andere unterstützen sie. Bestimmte Pilzarten an den Wurzeln helfen dem Baum bei der Nährstoff- und Wasseraufnahme.

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