CC-WaterS

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Foto: CC_WaterS

Projekt: Climate Change and Impacts on Water Supply im South East Europe-Programm

Im Zuge des Klimawandels sind in weiterer Zukunft quantitative und/oder qualitative Auswirkungen auf das Trinkwasser zu erwarten. Darüberhinaus wird durch Veränderung der Landnutzung ein massiverer Druck auf die Wasserressourcen zu erwarten sein.

Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde

Durch die Zusammenarbeit mit verschiedensten Projektpartnern aus dem südosteuropäischen Raum (Slowenien, Ungarn, Italien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Serbien) – von den Alpen, den Donauebenen bis zu den Küstengebieten –, um die topographische und meteorologische Diversität des SEE (South East Europe)-Programmes abzubilden, wurde ein nachhaltiges Wassermanagementsystem auf transnationaler Ebene zur Optimierung der Wasserentnahme und Landnutzungen entwickelt.

Österreich war in diesem Projekt durch die Wiener Wasserwerke, die auch Lead Partner waren, durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) und durch die Stadt Waidhofen an der Ybbs vertreten.

Das Projekt CC-WaterS untersuchte und evaluierte die Effekte des Klimawandels auf die Verfügbarkeit und Sicherheit des Trinkwassers und entwickelte dementsprechende Adaptions-Maßnahmen unter Berücksichtigung der sozioökonomischen Auswirkungen. Eine Kooperation mit Forschungseinrichtungen für den wissenschaftlichen Zugang und mit zuständigen Ministerien für die Implementierung der Ziele, die aus diesem Projekt resultieren, wird als Folge auf gesetzlicher Ebene angestrebt.

Das BMNT, Sektion Forst, hat bereits 2007 eine Studie zum Thema „Optimierung der Waldbewirtschaftung unter Abstimmung auf den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wasservorkommen am Beispiel ausgesuchter Waldflächen im Bereich Waidhofen/Ybbs und Ybbsitz" im Rahmen eines Waldfachplanes in Auftrag gegeben.

 

Aufbauend auf einerseits diesen Ergebnissen in der submontanen bis montanen Kalk-Flyschzone und andererseits auf zahlreichen Untersuchungen im montanen bis hochalpinen Bereich in den Zillertaler Alpen in der Grauwackenzone bzw. im Paznauntal mit teilweise vergletscherten Gebieten durch das BFW (Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft) wurde zusammen mit der Universität für Bodenkultur (Institut für Waldbau) ein Konzept für eine Forstwirtschaft entwickelt, die einerseits die Anpassungsfähigkeit der Quellenschutzwälder gegenüber des veränderten Klimageschehens verbessert und andererseits speziell die Belange eines nachhaltigen Trinkwasser-Ressourcenschutzes berücksichtigt.

Projektergebnisse der Arbeitspakete  4 & 5
 

Arbeitspaket 4 (Workpackage 4):

Verfügbarkeit der Wasserresourcen ("Water Resources Availability")

Arbeitspaket 5 (Workpackage 5):

Landnutzungen und Sicherheit der Wasserressourcen ("Land Uses and Water Resources Safety")

Zur Beurteilung der Wasserverfügbarkeit wurden im Testgebiet Waidhofen / Ybbs Starkregenereignisse simuliert. Die hydrologischen Verhältnisse in den verschiedenen Waldbeständen sollten damit aufgezeigt werden.

Ergebnis dieser Testserien war kaum bis gar kein Oberflächenabfluss; dies ist hinsichtlich der Qualität und Quantität des Trinkwassers von großer Bedeutung.

 

Dies vor allem unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels, der einen Anstieg der Temperaturen und voraussichtlich auch der Starkregenereignisse erwarten lässt. Aufbauend auf einer detaillierten Kartierung wurden vom BFW (Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft) unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Eigenschaften von Baumarten sowie unter dem Blickwinkel des Klimawandels Vorschläge zur optimalen Waldartenzusammensetzung bzw. Waldbewirtschaftung erarbeitet, um auch zukünftig die vorhandenen Trinkwasservorkommen sicherstellen zu können.


Projektergebnisse des Arbeitspaketes 7

Arbeitspaket 7 (Workpackage 7):

Managementmaßnahmen zur Wasserversorgung ("Water Supply Management Measures")

In diesem Workpackage wurde der Focus auf die konkrete Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz des Trinkwassers in den einzelnen Testgebieten gelegt. Das BMNT, Sektion Forst, hat dazu schwerpunktmäßig das Testgebiet von Waidhofen an der Ybbs mit seinen im Umfeld liegenden Trinkwaserreinzugsgebieten herangezogen.

Gemeinsam mit dem BFW und der Universität für Bodenkultur (Institut für Waldbau) wurde in enger Zusammenarbeit mit den Wasserwerken der Stadt Waidhofen / Ybbs ein nachhaltiges Waldbewirtschaftungskonzept für das geplante Wasserschongebiet entwickelt. Die Auswirkungen der  zu erwartenden Klimaveränderungen wurden so weit wie möglich berücksichtigt.

Die Gemeinderatssitzung im April 2011 diente als Informationsveranstaltung zum Thema Klimawandel und Wasserversorgung im Rahmen des Projektes CC-WaterS.  Vertreter der Forstsektion, BMNT, des Instituts für Waldbau, Universität für Bodenkultur und des BFW standen  Rede und Antwort. Es wurden einerseits das Projekt und die bisherigen Ergebnisse erläutert und andererseits auch die geplanten Arbeiten im Zuge des abschließenden Arbeitspaketes präsentiert.

Im Juni 2011 fand in weiterer Folge eine Arbeitssitzung mit Vertretern aus den Forst- und Wasserabteilungen des Landes bzw. der Gemeinde statt.

Von Seiten der Forstsektion wurden zunächst die bereits etablierte Plattform „Programm Schutz durch Wald (SDW)“ sowie die bisherigen Arbeiten im Rahmen des geplanten „Förderprogramms Wald und Wasser (FWW)“ zur Verbesserung der Waldwirkungen auf das Trinkwasserregime und den Schutz vor Naturgefahren vorgestellt. Das Waldbauinstitut der Universität für Bodenkultur erläuterte im Anschluss daran die im Rahmen des Projektes CC-WaterS vorgesehenen Arbeitsschritte zur Optimierung des Waldbestandes zum Schutz des Trinkwassers im Bereich des geplanten Wasserschongebietes nach dem sogenannten „Wald-Hydrotop-Modell“ unter Berücksichtigung des Klimawandels. Ziel dieses Modells ist die Entwicklung von Waldbewirtschaftungskonzepten für den Trinkwasser-Ressourcenschutz. Unter Einbeziehung aller quellenschutzrelevanten Informationsebenen (u.a. Potentielle natürliche Waldgesellschaft, Geologie und Böden, derzeitige Vegetation, Gelände) und der Definition von Gefahrenpotentialen lässt sich aufgrund einer Zielwald-Definition ein Soll-Ist-Vergleich erstellen, der die erforderlichen Maßnahmen aufzeigt. Die Baumartenzusammensetzung hat erwiesenermaßen Auswirkungen auf die Qualität und Quantität bzw. Kontinuität der Trinkwasserressourcen.

Zum Abschluss der Arbeitssitzung erfolgte eine Begehung und Diskussion mit einem Vertreter der Österreichischen Bundesforste als Waldeigentümer im Nahbereich des zukünftigen Wasserschongebietes – am Schnabelberg, wo ein umfassendes waldbauliches sowie begleitendes jagdwirtschaftliches Konzept zur Verbesserung der Quellenschutzfunktion des Waldes im Rahmen von CC-WaterS als Pilotprojekt umgesetzt werden soll.

Nach der Auszeige von zwei Seiltrassen und der angeschlossenen Lochhiebe in Kooperation mit dem Seilkranteam der ÖBf AG und den Experten der BOKU erfolgten von November bis Dezember 2011 die Schlägerungsarbeiten im Bereich des Schnabelberges. Im Zuge einer Bege­hung des von den Nutzungen betroffenen Waldgebietes durch Vertreter der Forstsektion des BMLFUW, des BFW, der BOKU und der Wasserwerke Waidhofen / Ybbs wurden Ende Dezember 2011 die bereits durchgeführten waldbaulichen Maßnahmen diskutiert.

Die aus diesem Pilotversuch gewonnenen Erfahrungen zeigen deutlich auf, dass im Bereich der Umsetzung derartiger quellenschutzkonformen Waldbewirtschaftungen sehr sensibel sowie genau vorgegangen werden muss, um nicht Gegenteiliges – nämlich die Gefährdung der Trinkwasserressourcen - zu bewirken. Die seit Jahren im Sinne des Trinkwasserschutzes unter fachlicher Begleitung durch das Waldbauinstitut durchgeführten waldbaulichen Maßnahmen im Bereich der Quellschutzforste der Stadt Wien können dabei als Vorbild dienen.

CC-WaterS: facts and figures. 

Project acronym: CC-WaterS
Project title: Climate Change and Impacts on Water Supply
Project code: SEE/A/022/2.1/X

Programme: South East Europe
Priority: Protection and Improvement of the Environment


Area of Intervention: Improve integrated water management and flood risk prevention

Projektpartner: 18
ERDF partners: 15 (1 lead partner, 15 project partners)
IPA partners: 2
10% partner: 1


Mitwirkende Länder: 9 (AT, BG, GR, HR, HU, IT, RO, RS, SI)

Projektzeitraum: 01.05.2009 - 30.04.2012

Projektbudget:   € 4,224.503,00
ERDF budget: € 3,903,233,00
IPA budget:      € 321.270,00
 

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