Entlastung für von Schadholzereignissen extrem betroffene Betriebe

Landschaft
Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Außergewöhnliche Belastungen durch Kalamitätsereignisse (mindestens 20 % des Wirtschaftswaldes) können nun bei der Berechnung des forstlichen Einheitswertes berücksichtigt werden. Dadurch können betroffene Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer entlastet werden.

Änderung der Bewertungsrichtlinie 

Ab sofort können bei der Berechnung des forstlichen Einheitswertes auch Schadholzereignisse berücksichtigt werden. Damit reduziert sich der Einheitswert der Betriebe und somit die Berechnungsgrundlage für Steuern- und Abgaben.

Betroffene Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer können ab sofort Anträge auf eine Wertfortschreibung stellen, wobei wie bisher die bestehenden Wertfortschreibungsgrenzen erreicht werden müssen. Diese betragen entweder eine 5%-ige Änderung des gesamten Einheitswertes des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, mindestens aber 300 Euro, oder mehr als 1.000 Euro.

Änderungen im Überblick

  • Der „Kalamitätsabschlag“ in Höhe von 30 % wird ab Stichtag 01.01.2021 gewährt, wenn mindestens 20 % des Wirtschaftswald-Hochwaldes von einer Kalamität betroffen sind.
  • Dabei können alle flächigen Kalamitätsschäden im Wirtschaftswald-Hochwald ab dem Jahr 2017 geltend gemacht werden.
  • Verteilt sich die Kalamität auf mehrere kleine Flächen, müssen diese Einzelflächen mindestens 0,3 Hektar groß sein.
  • Der Abschlag kann auch geltend gemacht werden, wenn die betroffene Fläche bereits verjüngt ist (z.B. Naturverjüngung oder Aufforstung ist vorhanden).

Durch die Berücksichtigung von außergewöhnlichen Schadereignissen kann nun flexibel und rasch auf Veränderungen reagiert werden.

Die Kundmachung der geänderten Richtlinie erfolgte am 11.02.2021. Abrufbar auf der Homepage der Wiener Zeitung.