EU-Forstministerkonferenz in Wien -  Der Wald ist mehr als nur Klimaschutz

Forstministerkonferenz
Foto: BMLRT / Paul Gruber

Am 5. Oktober fand in Wien auf Einladung von Bundesministerin Elisabeth Köstinger eine Konferenz von Forstministerinnen und Forstministern aus waldreichen EU Ländern statt. Auf EU-Ebene wird es für die Zeit nach 2020 eine neue Waldstrategie geben, die die Zielerreichung des Green Deal umfassen soll. Die „EU Forest Strategy 2030“ hat bei vielen Mitgliedsstaaten für Kritik gesorgt.

Grund dafür ist die unausgewogene Berücksichtigung der drei Schlüsselkomponenten der Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch, sozial), die Nicht-Einbindung der Mitgliedsstaaten bei der Erstellung der Waldstrategie, sowie die mangelnde Beachtung der Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten in der Forstwirtschaft im Sinne Subsidiarität. Daher hat Bundesministerin Elisabeth Köstinger einige der waldreichsten Mitgliedsstaaten zu einer Forstministerkonferenz nach Wien eingeladen. Zusätzlich fand parallel zur Forstministerkonferenz auch die Konferenz der Verbände der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer Europas statt. Deutschland, Frankreich Finnland, Schweden, Slowakei und natürlich auch Österreich haben eine gemeinsame Erklärung an die EU-Kommission als Ergebnis der Forstkonferenz übermittelt, die auch von den Verbänden der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer Europas unterstützt wird.

Der Inhalt der gemeinsamen Erklärung fokussiert auf folgenden Punkten:

  • Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnt eine nachhaltige Forstwirtschaft an immer größerer Bedeutung.
  • Dabei erfüllen die Wälder viele Funktionen: Erholungsgebiet, bieten alternative Rohstoffe, schützen vor Naturgefahren wie Lawinen und sind vor allem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
  • Die Wälder in der EU und die nachhaltige Waldbewirtschaftung leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Europäischen Green Deal.
  • Das Konzept der nachhaltigen Waldbewirtschaftung muss im Zentrum der Forstwirtschaft stehen- ökologische, soziale und ökonomische Aspekte.
  • Die Forstministerinnen und Forstminister waldreicher europäischen Staaten (Deutschland, Frankreich Finnland, Schweden, Slowakei, Österreich) und die Verbände der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer Europas kritisieren daher den Entwurf der Europäischen Kommission zur Waldstrategie scharf.
  • Gefordert werden daher die Stärkung des Prinzips der Nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die stärkere EInbindung der Mitgliedsstaaten inklusive deren breit gefächerten Fachwissens sowie die Förderung von Kooperation zwischen Mitgliedstaaten der EU – unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips.

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Gemeinsame Deklaration