Erste internationale Forstfrauenkonferenz "Wald in Frauenhänden"

Logo der Forstfrauenkonferenz - grüne Linien-Illustration von einer Hand mit Bäumen darauf, Text: Wald in Frauenhänden

Am 12.-13. April 2021 fand die 1. internationale Konferenz zur Gleichstellung der Geschlechter und zu Gender Equality in der Forstwirtschaft online statt. Über 460 Interessierte tauschten sich virtuell aus. Ein Resümee ist, dass in vielen Ländern die Forstwirtschaft männerdominiert ist und es an Chancengleichheit fehlt.

Bei der Kon­fe­renz Wald in Frau­en­hän­den stand die in­ter­na­tio­na­le Ver­net­zung von Frau­en in der Forst­wirt­schaft im Vor­der­grund. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer lern­ten In­itia­ti­ven und Best-Prac­tice-Bei­spie­le zur För­de­rung von Frau­en in der Forst­wirt­schaft aus den un­ter­schied­li­chen Län­dern ken­nen und konn­ten Ver­bin­dun­gen zwi­schen Forst­frau­en-Netz­wer­ken her­stel­len. Au­ßer­dem wur­den Frau­en und ihre Leis­tun­gen in der Forst­wirt­schaft sicht­bar ge­macht. Das Bun­des­for­schungs­zen­trum für Wald (BFW) hat diese Kon­fe­renz ge­mein­sam mit den Forst­frau­en, der In­ter­na­tio­nal Union of Fo­rest Re­se­arch Or­ga­niza­t­i­ons (IUFRO) und der In­ter­na­tio­nal Fo­re­stry Stu­dents’ As­so­cia­ti­on (IFSA) im Auf­trag des Mi­nis­te­ri­ums für Land­wirt­schaft, Re­gio­nen und Tou­ris­mus und des ös­ter­rei­chi­schen Wald­dia­logs or­ga­ni­siert.

Frau­en in ihrer Aus­bil­dung för­dern

Er­öff­net wurde die Kon­fe­renz von Bun­des­mi­nis­te­rin Eli­sa­beth Kös­tin­ger, wel­che die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer aus mehr als 60 Län­dern be­grüß­te. Sie wies dar­auf hin, dass Frau­en eine Schlüs­sel­rol­le in der Zu­kunft der Wäl­der spie­len. Rund 30 % der Wald­be­sit­ze­rin­nen in Ös­ter­reich sind weib­lich, ihnen ge­hört ein Vier­tel der hei­mi­schen Wald­flä­che. Wich­tig ist und bleibt es laut Kös­tin­ger auch wei­ter­hin Frau­en in ihrer Aus­bil­dung zu för­dern und zu stär­ken, um in einer män­ner­do­mi­nier­ten Bran­che Fuß zu fas­sen. Eine große Rolle spie­len dabei er­folg­rei­che Netz­wer­ke wie die Forst­frau­en oder das 2019 vom BMLRT in­iti­ier­te Frau­en­men­to­ring in der Forst­wirt­schaft. 

Rück­halt für Frau­en oder Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter?

Gun Li­des­tav von der Schwe­di­schen Uni­ver­si­tät für Agrar- und Land­wirt­schaft (SLU) ap­pel­lier­te in ihrer Keyno­te be­ste­hen­de Nor­men und Struk­tu­ren sicht­bar zu ma­chen und zu hin­ter­fra­gen, wobei Ver­än­de­run­gen nicht schnell und ein­fach gehen und man even­tu­ell auf Wi­der­stand stößt, da tra­di­tio­nel­le Struk­tu­ren und Ver­hält­nis­se in Frage ge­stellt wer­den. Dazu müsse ver­stan­den wer­den, dass Ge­schlech­ter­rol­len von Frau­en und Män­nern wie auch von Or­ga­ni­sa­tio­nen und Netz­wer­ken er­hal­ten wer­den. Ex­pli­zi­ter Rück­halt für Frau­en sei laut Li­des­tav wich­tig, der Be­griff Frau­en­för­de­rung soll­te al­ler­dings mit “Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter” bzw. “Gen­der Equa­li­ty” wei­ter ge­dacht wer­den, da sonst die Ge­schlech­ter­rol­len “Frau­en” und “Män­ner” wie­der in den Vor­der­grund ge­rückt wer­den.

Dar­über reden ist eine Sache, aber es in Or­ga­ni­sa­tio­nen um­zu­set­zen, eine an­de­re. Des­halb hat das BFW laut Lei­ter Peter Mayer die Kon­fe­renz or­ga­ni­siert, be­tei­ligt sich dar­über hin­aus auch an dem Pro­jekt „Frau­en­men­to­ring in der Forst­wirt­schaft“ und hat einen am­bi­tio­nier­ten Plan für Chan­cen­gleich­heit am BFW er­ar­bei­tet. IF­SA-Prä­si­den­tin Alina Le­hi­koi­nen aus Finn­land legt nahe, Gen­der von Be­ginn des Stu­di­ums an offen zu dis­ku­tie­ren und in die forst­li­che Aus­bil­dung ein­zu­be­zie­hen und somit das Thema Chan­cen­gleich­heit zum Teil des forst­li­chen All­tags ma­chen.

Frau­en haben schon viel er­reicht

Die Kon­fe­renz hat ge­zeigt, dass Frau­en in der Forst­wirt­schaft schon un­glaub­lich viel er­reicht haben, trotz hoher Hür­den und auch in Zu­kunft ist noch viel von den Frau­en in der Forst­wirt­schaft zu er­war­ten. Dag­mar Ka­risch-Gie­rer, Ob­frau der Forst­frau­en weiß, dass die Ju­gend schon be­reit ist und freut sich auf ein ge­mein­sa­mes Wei­ter­ar­bei­te­ten. Auch John Par­rot­ta, Prä­si­dent der IUFRO, dem glo­ba­len Wald­for­schungs­netz­werk be­tont, dass das Tei­len von Wis­sen hilft, die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter im Zu­sam­men­hang mit Wäl­dern zu er­klä­ren und zu för­dern.

Dia­log und Aus­tausch spiel­ten eine zen­tra­le Rolle, unter an­de­rem im di­gi­ta­len World­café mit Dis­kus­si­ons­räu­men zu den The­men Wald­be­sitz, Or­ga­ni­sa­tio­nen, Bil­dung und Un­ter­neh­mer­tum auf Deutsch und Eng­lisch. Die er­ar­bei­te­ten Maß­nah­men wur­den an­schlie­ßend in einer kur­zen Ses­si­on prä­sen­tiert. Dar­auf­hin konn­ten sich die Teil­neh­men­den am vir­tu­el­len Markt­platz tref­fen, um sich über ver­schie­de­ne In­itia­ti­ven und Netz­wer­ke zu in­for­mie­ren und aus­zu­tau­schen. Sicht­lich be­rührt über so viel En­ga­ge­ment be­en­de­ten die Ver­an­stal­te­rin­nen und Ver­an­stal­ter die Kon­fe­renz – um viele neue Kon­tak­te und Ideen be­rei­chert. Mit einer Wort­wol­ke wur­den zum Ab­schluss von den Teil­neh­men­den vi­sua­li­siert, was sie von der Kon­fe­renz mit­neh­men: En­ga­ge­ment, In­ter­ak­ti­on, Netz­wer­ken, Dis­kus­si­on, Go!

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