Urlaub am Bauernhof: Erholung im eigenen Land

Landwirtschaftskammer Präsident Josef Moosbrugger, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und „Urlaub am Bauernhof“-Obmann Johann Hörtnagl
Foto: Landwirtschaftskammer Österreich/APA-Fotoservice/Hörmandinger / Martin Hörmandinger

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger und „Urlaub am Bauernhof“-Obmann Johann Hörtnagl appellieren an die Österreicherinnen und Österreicher, sich auch heuer verstärkt für Ferien im eigenen Land zu entscheiden.
 

Wer ein sicheres, traditionelles und ursprüngliches Urlaubserlebnis sucht, ist mit Urlaub am Bauernhof gut beraten

2.178 Betriebe mit insgesamt rund 26.584 Gästebetten sind Mitglied in einem der acht Urlaub am Bauernhof-Landesverbände und damit auch im Cluster Urlaub am Bauernhof Österreich. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 12,6 Gästebetten, 12 Prozent der Mitgliedsbetriebe sind gewerbliche Betriebe. De facto profitieren alle 9.895 vermietenden bäuerlichen Betriebe österreichweit von der Arbeit des Clusters und dem daraus resultierenden positiven Image, das ist jeder 7. Tourismusbetrieb in Österreich).

Pro Jahr werden rund 2 Millionen Gäste auf bäuerlichen Betrieben beherbergt, davon rund 500.000 Kinder. In den landwirtschaftlichen Betrieben stehen laut Statistik Austria 113.764 Gästebetten bereit. Das entspricht 11 Prozent des gesamten touristischen Bettenangebotes in Österreich

Laut aktueller Karmasin Untersuchung (Mai 2021) wünschen sich die Gäste im Urlaub „Tradition und authentische, ursprüngliche Erlebnisse“, sie möchten „sinnhaft“ reisen. Gerade die Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe treffen diese Gästewünsche genau. Urlaub am Bauernhof wird auch in Zukunft ein attraktiver und gefragter, sehr typischer Bestandteil des österreichischen Tourismusangebots sein. Dieses zusätzliche Standbein bringt ein gutes und stabiles Einkommen für den Betrieb – direkt durch die Vermietung und häufig auch indirekt durch die Vermarktung der eigenen bäuerlichen Produkte. Sie leisten aber auch einen Beitrag für die vor- und nachgelagerten Partner der regionalen und touristischen Wertschöpfungskette.

Die Buchungslage für die Sommersaison 2021 ist jetzt schon sehr erfreulich: Laut ÖW/NIT-Studie „Sommerpotenziale AT & DE“ planen 79 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher eine Reise. Davon wollen 54 Prozent ihren Urlaub in Österreich verbringen. Die Deutschen sind ebenfalls schon in Urlaubsstimmung: 71 Prozent planen eine Reise, 13 Prozent davon wählen Österreich als Reiseziel.

Rückblick 2020

Die vergangenen Monate waren für den österreichischen Tourismus extrem schwierig. Auch die „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe waren besonders stark betroffen. Wir alle können unsere kleinen, familiengeführten Betriebe aber unterstützen, indem sich möglichst viele für Urlaub am Bauernhof entscheiden. Der Appell, Urlaub im eigenen Land zu machen, hat schon im Vorjahr gut gewirkt. Dadurch sind die Sommermonate 2020 in Ferienregionen erfolgreich verlaufen.

Insgesamt musste der gesamte Sommer 2020 – von Mai bis Oktober – zwar ein deutliches Minus von 42,6 Prozent bei den Ankünften und ein Minus von 31,8 % Prozent bei den Nächtigungen hinnehmen.

Erfreulich war aber, dass deutlich mehr österreichische Gäste im Inland genächtigt haben, was sogar zu neuen Höchstwerten geführt hat. So konnte im Juli 2020 ein Plus von 15,2 Prozent bei den inländischen Gästen verzeichnet werden, im August ein Plus von 22,6 Prozent und im September ein Plus von 13,9 Prozent. Im August gab es auch eine Zunahme deutscher Gästenächtigungen um 2,8 Prozent auf 7,9 Mio.

Insgesamt hat im Jahr 2020 die Zahl der Nächtigungen in Zimmern auf Bauernhöfen (Kategorie „Privat am Bauernhof“, bis 10 Betten, ohne Ferienwohnungen) um 20,0 Prozent abgenommen, bei einer Verringerung der Bettenzahl um -3,7 Prozent.

  • In den Ferienwohnungen auf Bauernhöfen gab es 2020 einen Nächtigungsrückgang um - 18,6 Prozent die Anzahl der Betten ist gleichgeblieben.
  • Damit haben die Urlaube am Bauernhof-Anbieter in der Corona-Pandemie 2020 ca. 1/5 der Nächtigungen und damit an Auslastung verloren.
  • Schließungen kosteten 15 Prozent Nächtigungen für Betriebe.
  • 44 Prozent aller Nächtigungen wurden mit Stammgästen erzielt, die Gäste blieben im Sommer im Mittel 5,8 Tage auf den Höfen. Dieser Wert ist in den letzten Jahren wieder leicht gestiegen (Tourismus insgesamt: 3,7 Tage).
  • Die Mitgliedsbetriebe erwirtschaften im langjährigen Schnitt 36 % des Hofeinkommens aus dem Betriebszweig Urlaub am Bauernhof, auch diese Tendenz ist leicht steigend.

Unterstützungsmaßnahmen

Die Bundesregierung hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um vor allem die kleinen Betriebe bestmöglich zu unterstützen und durch die Coronakrise zu bringen, etwa durch den Härtefallfonds und den Ausfallsbonus.

Aufgrund des laufenden Impffortschritts und der sinkenden Neuinfektionen gelten werden mit 1. Juli auch die letzten Einschränkungen fallen. Gäste und Gastgeberinnen und Gastgeber können somit optimistisch in eine sichere Sommersaison blicken. Weiterhin gelten natürlich die 3G – getestet, geimpft, genesen.