Städtetourismus gemeinsam auf die Überholspur bringen

Städtegipfel
Foto: BMLRT / Paul Gruber

Um den heimischen Städtetourismus zukunftsfit zu machen, hat Tourismusministerin Elisabeth Köstinger zu einem „Städtegipfel“ eingeladen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Branche, Interessenvertretungen und Tourismusdirektorinnen und Direktoren aus ganz Österreich wurden am 25. April 2022 mögliche Lösungsansätze zur Stärkung des Städtetourismus beraten.

Während die Ferienregionen in der Sommer- und Wintersaison teilweise sehr gute Buchungen verzeichneten, leidet der heimische Städtetourismus mit seinen Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben sowie die Veranstalter-, Freizeit- und Reisebranche nach wie vor unter Umsatzeinbußen. Der Wegfall großer Veranstaltungen wie Kongressen oder Fach- und Publikumsmessen ist stark spürbar. Durch den furchtbaren Krieg Russlands in der Ukraine fehlen zudem internationale Gäste.

Daher hat Tourismusministerin Elisabeth Köstinger am 25. April zu einem „Städtegipfel“ eingeladen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Branche, Interessenvertretungen und Tourismusdirektorinnen und Direktoren aus ganz Österreich wurden mögliche Lösungsansätze zur Stärkung des Städtetourismus beraten. BMLRT, ÖW und die Tourismusbranche werden in den kommenden Wochen gemeinsam konkrete Maßnahmen für den Städtetourismus erarbeiten. Die Inputs des Städtegipfels dienen dabei als Basis.

Laut Expertinnen und Experten wird die vollständige Erholung des Städtetourismus noch bis 2024 andauern. Umso wichtiger ist es, Maßnahmen zu erarbeiten, um die Branche bei dieser Entwicklung zu unterstützen. Der heutige Städtegipfel war der Startschuss dafür. Gemeinsam mit der Österreich Werbung und der Tourismusbranche werden wir konkrete Maßnahmen für die nächsten Jahre entwickeln.

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger

Zahlen, Daten, Fakten zum heimischen Städtetourismus 

  • In der österreichischen Tagungswirtschaft (Kongresse, Firmentagungen, Seminare, Tagungsgeschäft, aber auch Firmenevents) werden rund 10 Prozent der touristischen Wertschöpfung generiert.
  • Während die bundesweiten Nächtigungen wieder mehr als 76 Prozent des Niveaus von 2019 erreicht haben, sind es zum Beispiel in Wien lediglich 43 Prozent.
  • 2021 lagen die Städte immer noch bei einem Nächtigungsminus - 65 Prozent gegenüber 2019; insbesondere aufgrund der hohen Abhängigkeit von Fernmärkten.
  • Der internationale Reiseverkehr ist für den Städtetourismus entscheidend. Neben den europäischen Nahmärkten und Großbritannien sind vor allem Fernmärkte wie die USA, Russland und China bedeutsam.
  • Die Auswirkungen der Pandemie haben den Städtetourismus und vor allem den Convention-Bereich verändert:
    • Mehr Fokus auf Nahmärkte
    • Hybride Veranstaltungsangebote
  • Wien zählt außerdem zu den beliebtesten Kongressstädten der Welt
    • 2019 noch 1.420 Kongresse mit 358.906 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und 1,2 Mio. Übernachtungen; 4.070 Firmenveranstaltungen mit 247.760 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und 382.000 Übernachtungen.

Ansätze zur Unterstützung des Österreichischen Städtetourismus

  • BMLRT, ÖW und die Tourismusbranche werden in den kommenden Wochen gemeinsam konkrete Maßnahmen für den Städtetourismus erarbeiten. Die Inputs des Städtegipfels dienen dabei als Basis.
  • Erhöhtes ÖW Budget

    • Um die ÖW bei diesen Kommunikationsmaßnahmen zu unterstützen, hat das BMLRT erstmals seit 20 Jahren das ÖW-Budget angehoben. Die Mitgliedsbeiträge des BMLRT belaufen sich auf 28 Millionen Euro im Jahr 2022 und 30 Millionen Euro im Jahr 2023.
    • Zusätzlich hat Tourismusministerin Köstinger ein weiteres Sonderbudget für die ÖW in der Höhe von 15 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Ein Teil davon fließt auch in den Städtetourismus und Convention-Bereich.
  • Aktivitäten der ÖW

    • Städtekampagne unter dem Kampagnendach #realAustria in Deutschland, der Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Slowakei, Ungarn Rumänien, Polen und Großbritannien. In die Produktion integriert ist das Schloss Schönbrunn, Mozarts Geburtshaus, Ars Electronica Center Linz, der Grazer Uhrturm und viele weitere Partner.
    • Neue Convention-Strategie auf acht Säulen mit der Zielsetzung, den Sektor zu stabilisieren und Geschäftsmodelle anzupassen.
    • 30 Prozent des Gesamtbudgets für Kommunikationsmaßnahmen im Bereich Städte und Convention.
    • Darüber hinaus wird die heimische Kunst und Kultur 2022 ein starker internationaler Kommunikationsschwerpunkt sein.
    • Entwicklung einer Städte-Strategie, die kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen enthält.
  • Touristischer Arbeitsmarkt

    • Arbeitsminister Kocher arbeitet an Reform mit Fokus Arbeitslosenversicherung.
    • NEU: Blaue Karte (Ausweis für Vertriebene) bereits umgesetzt, um unkomplizierten Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
    • Einmalige Bonuszahlung für Langzeit-Kurzarbeitende von 500 Euro ist seit 12. April bei der Buchhaltungsagentur des Bundes 2022 beantragbar.
  • Veranstalter-Schutzschirm

    • Veranstalterschutzschirm I und II stellt Planungssicherheit für Veranstaltungen bis 30. Juni 2023 dar.
    • Bislang rund 1.200 Fälle rund 345 Millionen Euro Zuschuss, vorrangig für kulturelle Veranstaltungen.
    • Schutzschirm I ist noch bis Anfang Juni 2022 und Schutzschirm II noch bis Ende April 2022 beantragbar.