Ethik im Tourismus

Ethik im Tourismus
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Der 1999 von der Generalversammlung der Welttourismusorganisation UNWTO beschlossene Globale Ethikkodex für Tourismus beinhaltet zehn Artikel, die als "Spielregeln für ethisches Verhalten im Tourismus" für Hotellerie und Gastgewerbe, Destinationen und Regierungen, Reiseveranstalter und Reisebüros, Arbeitnehmer/-innen und Reisende angesehen werden können.

Der globale Ethikkodex für Tourismus

Als erste Maßnahme zur Bekanntmachung des und zur Bewusstseinsbildung in Österreich wurde in Zusammenarbeit mit respect - Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung, Informationsbroschüren erstellt und deren Inhalte zielgruppenspezifisch aufbereitet.

Exemplare der Informationsbroschüren können auch direkt bestellt werden (siehe Kontakt).

Diese Broschüren sollen Wege aufzeigen, wie die Handlungsempfehlungen der UNWTO umgesetzt werden können und welche beispielgebenden Initiativen dem Geist des Globalen Ethikkodex für Tourismus bereits entsprechen. Das österreichische Umweltzeichen übernimmt hier ebenso eine Vorreiterrolle, wie die zahlreichen Aktivitäten für behindertengerechtes Reisen oder aber auch wie Projekte, die von regionalen Netzwerken über Destinations-Management bis zu sanfter Mobilität reichen. Auch der Information und Sicherheit der Touristen/-innen wird ein großer Stellenwert eingeräumt: hier kommt der Beratung durch die Reisebüros über die lokalen Bedingungen am Urlaubsziel besondere Bedeutung zu.

Der Globale Ethikkodex für Tourismus sieht zur Unterstützung seiner Umsetzung und Überwachung die Einsetzung eines Weltkomitees für Tourismusethik vor. Dieses Komitee besteht aus elf unabhängigen Mitgliedern, die jeweils von den Regierungen der UNWTO-Regionen gewählt wurden.

Runder Tisch - Ethik im Tourismus

Bereits seit 2002 organisiert die internationale Tourismusabteilungen 1-2 Mal jährlich ein Treffen im Rahmen des Runden Tisch "Ethik im Tourismus" statt. Dieses Gremium ist die nationale Koordinationsplattform für aktuelle Ethik-Thema im Tourismus. Zu den Teilnehmern zählen u.a. Vertreterinnen und Vertreter des Familienministeriums, des Bundeskriminalamts, ECPAT, ÖRV, ACCOR sowie der NFI.

Besondere Beachtung wird in diesem Zusammenhang dem Schutz der Kinder im Tourismus gewidmet.

Logo der Kampagne Don´t Look Away!
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Maßnahmen zum Schutz von Kindern im Tourismus

Nicht wegsehen!" das ist die Kernbotschaft der Internationalen Kampagne von Österreich, Deutschland, Schweiz, Niederlande, Frankreich, Polen und Luxemburg zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Sexuelle Ausbeutung von Kindern ist eine Form der Nötigung und Gewalt gegen Kinder, die Zwangsarbeit und moderner Form von Sklaverei gleichkommt. Kinderprostitution, durch Pornographie sowie durch Menschenhandel zum Zweck des sexuellen Missbrauchs ist bedauerlicherweise auch im Tourismus kein Ausnahmedelikt mehr.

Sexuelle Ausbeutung von Kindern ist weltweit eine Straftat!

Ein Österreicher, der ein Kind in einem Reiseland sexuell missbraucht hat, kann aufgrund des "Ex­territorialprinzips" seit 1997 auch in Österreich strafrechtlich verfolgt werden.

Kinder brauchen Schutz - weltweit!

In Österreich setzen ECPAT Österreich (=End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children: Zusam­menschluss von elf namhaften Organisationen aus dem Kinderrechts- bzw. Entwicklungsbereich), die zuständigen Bundesministerien sowie das Bundeskriminalamt, gemeinsam mit weiteren starken Partnern aus der Tourismuswirtschaft seit Jahren gezielte Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zum "Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Ausbeutung im Tourismus".

Auge
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Internationale Kampagne "Nicht wegsehen"/"Don´t Look Away!"

2010 hat sich erstmalig grenzüberschreitend ein breites Bündnis aus Politik, Reisebranche und NGOs im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen gebildet.

Kern dieser zunächst trilateralen Kampagne war der Videospot "Zeuge/Witness", der für das Thema, mit dem eindringlichen Appell "Wir können sexuellen Missbrauch von Kindern verhindern, wenn wir nicht wegsehen", sensibilisieren soll. Vor allem Reisende, die Fälle von Missbrauch erkennen, werden darin aufgerufen ihre Beobachtungen weiter­zugeben - und nicht wegzusehen.

Erstmals entstand dafür eine nationale Online-Meldeplattform für vor allem österreichische Reisende die einen möglichen Fall von Kindesmissbrauch beobachtet haben. Im Rahmen der EU - Kampagne "Don´t Look Away!" (2012-2015) wurde eine internationale Website eingerichtet, um das Melden von Verdachtsfällen weiter zu erleichtern.

Im März 2015 wurden im Rahmen einer von der Internationalen Tourismusabteilung und ECPAT Österreich organisierten internationalen Konferenz in Wien vier weitere Partnerländer (Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Polen) in die Kampagne "Don´t Look Away!" aufgenommen. Aktuell hält die Niederlande den Vorsitz der Internationalen Kampagne.

Partner im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Die Kampagne basiert nicht nur auf einer ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den zuständigen Regierungsstellen der Partnerländer, sowie ECPAT Österreich, dem Fachverband der Reisebüros der WKÖ und dem Österreichischen Reisebüroverband, sondern wird auch von der Wirtschaft breit unterstützt: u.a. Austrian Airlines, Accor Hotels Österreich, TUI Austria, Kuoni Österreich, GTA-SKY-WAYS, y-doc Wartezimmer-Fernsehen, Infoscreen.

Wir suchen nach weiteren Partnern, die die Kampagne unterstützen wollen, um die Meldeplattform www.nicht-wegsehen.at bekannter zu machen. Dies kann auf vielfältige Weise erfolgen, beispielsweise durch

  • Präsentation der Kampagne, des Videospots "Witness", der Meldeadresse auf Webseiten;
  • Abspielen des Films auf Infoscreens oder im Hotel TV;
  • Beigabe der Printmaterialien, wie z.B. den Flyer zu den Reiseunterlagen;
  • Auflage der Printmaterialien;
  • Schulung der Mitarbeiter wie mit Verdachtsfällen umzugehen ist;
  • Beteiligung an den jährlichen "Action Days" zur Bekanntmachung der Kampagne.

Sollten Sie Interesse an der Teilnahme an der Kampagne haben, ersuchen wir um Kontaktaufnahme. Die Abteilung für internationale Tourismusangelegenheiten stellt Ihnen die entsprechenden Unterlagen und Dateien gerne zur Verfügung.

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