EcoAustria-Studie analysiert Tourismus in Zeiten von Corona

Ein Rechner liegt auf einer ausgedruckten Tabelle, seitlich liegt ein Kugelschreiber und eine Büroklammer
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Im Rahmen einer vom Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria durchgeführten Studie wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 auf die österreichische Tourismuswirtschaft beleuchtet. Schwerpunkte sind die Besonderheiten der österreichischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft, die COVID-19-Hilfsmaßnahmen, die durch die Pandemie entstandenen Risiken und Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Bedeutung des Tourismussektors überdurchschnittlich groß. Im Jahr 2020 ist die Wertschöpfung im Tourismus um fast 36 % eingebrochen. Die staatlichen Unterstützungsleistungen waren daher vielfach notwendig, um Solvenz und Liquidität der Unternehmen zu sichern sowie einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Neben den allgemeinen Maßnahmen (Umsatzersatz, Fixkostenzuschuss oder Kurzarbeit etc.) beschloss die Bundesregierung auch eine Reihe von branchenspezifischen Hilfsmaßnahmen, wie die Kredithaftungen, den Schutzschirm für Veranstaltungen, die Insolvenzabsicherung sowie die Senkung der Umsatzsteuer. Ein Ländervergleich zeigt, dass Österreich rund 1,9 % des Bruttoinlandsprodukts an Hilfen an Tourismusbetriebe ausbezahlt hat, während es in Kroatien 1,33 %, in Deutschland 1,13 %, und in der Schweiz 0,36 % waren.

Die Studie verdeutlicht zudem das zusätzlich erhöhte Insolvenzrisiko in der österreichischen Tourismusbranche. Dies wirft auch die Frage nach der Resilienz im Tourismus auf, wobei aus Sicht der Studienautorinnen und -autoren Marktdiversifikation und die Verbesserung der branchentypisch geringen Eigenkapitalausstattung wesentlich sind. In Bezug auf die Marktdiversifikation zeigt sich, dass der österreichische Tourismus weniger stark vom Inlandstourismus abhängt und überdurchschnittlich auf den europäischen Auslandsmarkt (Deutschland) fokussiert ist. In Hinblick auf die Saisonalität weist Österreich ein weit ausgewogeneres Verhältnis als der europäische Durchschnitt auf.

Empfohlen werden neben Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalquote insbesondere auch die Diversifizierung der Auslandsmärkte sowie die Verbesserung der Gesamtjahresauslastung.

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