Wirtschaftshilfen für Tourismus sowie Land- und Forstwirtschaft

Wirtschaftshilfen für Tourismus, Land- und Forstwirtschaft
Foto: BMLRT / Paul Gruber

Aufgrund der kritischen Entwicklung der Infektionszahlen sind derzeit wieder Einschränkungen notwendig, die vor allem erneut die Tourismusbranche, aber auch die Landwirtschaft massiv betreffen. Um die Existenz von Betrieben, aber auch die ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern, stellt die Bundesregierung bewährte Wirtschaftshilfen zur Verfügung.
 

Am 2. Dezember 2021 stellten Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Finanzminister Gernot Blümel die Wirtschaftshilfen vor:

Schutzschirm für Veranstaltungen

  • Der Schutzschirm dient der Abmilderung des finanziellen Nachteils im Falle einer COVID-19-bedingten Absage oder wesentlichen Einschränkung einer Veranstaltung.
  • Bisher wurden über 880 Fälle mit einem Zuschussvolumen von 270 Millionen Euro bewilligt
  • Neue Anträge können bis Mitte 2022 für Veranstaltungen bis 30. Juni 2023 bei der ÖHT eingebracht werden.
  • Sowohl für den Schutzschirm I als auch Schutzschirm II fallen bei der Beantragung und Abwicklung keinerlei Gebühren und Provisionen an.

Insolvenzabsicherung für Reisebüros und sonstige Pauschalreiseanbieter

  • Mit ihren mehr als 2.600 Betrieben haben die Reisebüros mit den Folgen der Corona-Krise besonders zu kämpfen. Dabei geht es in Österreich zu einem sehr großen Teil um kleine Betriebe mit maximal 9 Beschäftigten.
  • Rund 800 Reisebüros treten als Reiseveranstalter bzw. Vermittler von verbundenen Reiseleistungen auf und haben Kundengelder gemäß der Pauschalreiseverordnung für den Fall einer Insolvenz abzusichern.
  • Bis zum Jahr 2020 erfolgte die Abdeckung des Insolvenzrisikos für Kundengelder über Versicherungsanbieter und Bankgarantien.
  • Aufgrund des Rückzugs möglicher Absicherer vom Markt wurde für das Jahr 2021 ein Haftungspaket für die Branche geschnürt, um das Marktversagen mit einem vorübergehenden staatlichen Eingriff auszugleichen.
  • Zur Absicherung wurde ein eigens geschaffener Haftungsrahmen für die Branche von 300 Millionen Euro beschlossen.
  • Das pandemiebedingte Marktversagen ist leider noch immer nicht vorbei. Daher wird die Insolvenzabsicherung für Reisebüros und sonstige Pauschalreiseanbieter um ein Jahr verlängert.
  • Antragsentgegennahme ab 10.1. in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.
  • Daher auch keine Konsequenzen betreffend die Reiseleistungsausübungsberechtigung nach der Gewerbeordnung.

Haftungsübernahmen für die KMU über die ÖHT

  • Ziel war und ist eine schnelle und möglichst unbürokratische Unterstützung mit der liquiditätssichernden Hilfsmaßnahme der Überbrückungsfinanzierungen.
  • Diese Maßnahme besteht in der Übernahme von Haftungen durch die ÖHT für Überbrückungsfinanzierungen der Hausbanken.
  • Verlängerung der Haftungsübernahme für Überbrückungsfinanzierungen bis 30. Juni 2022.

Auffangnetz über die AMA

Für Privatzimmervermieterinnen und -vermieter, Ferienwohnungen und sonstige touristische Betriebe, die Ortstaxe zahlen.

  • Verlängerung des Ausfallsbonus
  • Verlängerung der Härtefallfonds-Förderung

Saisonstarthilfe zur Fachkräftesicherung

Die Richtlinie wurde bereits beschlossen. Beantragungen sind voraussichtlich ab 10. Jänner 2022 möglich.

„Wir helfen jenen, die von den Folgen des Lockdowns am stärksten betroffen sind. Dabei setzen wir auf Wirtschaftshilfen, die sich bewährt haben und den Betrieben die Existenz sichern. Niemand von uns wollte diesen Lockdown, er ist das letzte Mittel, das wir ergriffen haben, um Infektionszahlen zu senken, die Belastung der Intensivstationen zu reduzieren und die Menschen vor Ansteckung zu schützen.“

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger

Härtefallfonds

Antragsberechtigt (Auszahlungsphase 4) werden – wie bisher – sein:

  • Wein- und Mostbuschenschankbetriebe
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof)
  • Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt an die Gastronomie, Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten
  • Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten (etwa Schule am Bauernhof, Seminarbäuerinnen)
  • Vermieterinnen und Vermieter von Privatzimmern und Ferienwohnungen, die im eigenen Haushalt höchstens 10 Betten vermieten und nicht der Gewerbeordnung unterliegen.

Kriterien:

  • Der Antragsteller erleidet im Betrachtungszeitraum einen Umsatzausfall von mindestens 40 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.
  • Die Förderung beträgt 80 Prozent der ermittelten Einkunftsverluste zuzüglich eines Betrags von 100 Euro.
  • Die Förderhöhe beträgt mindestens 600 Euro und maximal 2.000 Euro.
  • Andere Einkünfte im Betrachtungszeitraum reduzieren die Förderung.
  • Der Betrachtungszeitraum ist das entsprechende Kalendermonat im Zeitraum November 2021 bis März 2022.

Ausfallsbonus

Antragsberechtigt für den Ausfallsbonus III werden – wie bisher - sein:

  • Wein- und Mostbuschenschankbetriebe
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof)
  • Vermieterinnen und Vermieter von Privatzimmern und Ferienwohnungen, die im eigenen Haushalt höchstens 10 Betten vermieten und nicht der Gewerbeordnung unterliegen.
  • Sonstige touristische Vermieterinnen und Vermieter

Kriterien:

  • Antragsteller erleidet im Betrachtungszeitraum November 2021 und Dezember 2021 einen Umsatzausfall von mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.
  • Für die anderen Betrachtungszeiträume muss ein Umsatzausfall von mindestens 40 Prozent gegeben sein.
  • Die Förderung beträgt 40 Prozent des ermittelten Umsatzausfalls.
  • Die Mindesthöhe des Bonus beträgt 100 Euro.
  • Der Betrachtungszeitraum ist das entsprechende Kalendermonat im Zeitraum November 2021 bis März 2022.

Verlustersatz

  • Antragsberechtigt für den Verlustersatz werden – wie bisher – landwirtschaftliche Betriebszweige sein, die im Betrachtungszeitraum einen Rückgang von zumindest 30 Prozent des Deckungsbeitrags nachweisen können.
  • Der Rückgang wird für den Betriebszweig unter Heranziehung von Berechnungen der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen ermittelt und muss daher für den Betriebszweig pauschal berechenbar sein.
  • Der Verlustersatz ersetzt teilweise Einkommensverluste aufgrund COVID-bedingter Einnahmenausfälle.

„Neben dem heimischen Tourismus leiden auch unsere Land- und Forstwirtschaft unter diesem Lockdown. Wenn Hotels und Gastronomie geschlossen sind, können Bäuerinnen und Bauern ihre Produkte in diese Branche nicht liefern und verlieren dadurch relevante Teile ihres Geschäfts. Indem wir Härtefallfonds, Ausfallsbonus und pauschalen Verlustersatz verlängern, unterstützen wir unsere land- und forstwirtschaftlichen Betriebe gut funktionierenden Wirtschaftshilfen.“

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger