Verlängerung der Kurzarbeit bis Ende März 2022 - Saisonstarthilfe und Beschäftigten-Bonus

Speisesaal eines Hotels
Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Mit der Verlängerung der Corona-Kurzarbeit bis Ende März 2022, der Saisonstarthilfe sowie dem Beschäftigtenbonus wurde ein dringend notwendiges Maßnahmenpaket für die Tourismusbranche geschnürt.

Erleichterte Rahmenbedingungen bei der Beantragung der Kurzarbeit

  • Aufgrund der herausfordernden Situation wurden administrative Erleichterungen für Betriebe bei der Beantragung der Kurzarbeit geschaffen.
  • Für Betriebe, die die Kurzarbeit beantragen, entfällt seit 22.11.2021 die Prüfung und Bestätigung beim Steuerberater oder der Steuerberaterin.
  • Betriebe bekommen damit die Kurzarbeit mit weniger bürokratischem Aufwand zugesichert.
  • Außerdem schafft die Neuregelung mehr zeitlichen Spielraum für Unternehmen – Unternehmen können die Corona-Kurzarbeit rückwirkend beantragen und bekommen trotzdem die Unterstützung in voller Höhe.

Der heimische Tourismus gehört zu den Hauptbetroffenen der Coronakrise - sowohl die Unternehmerinnen und Unternehmer als auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Kurzarbeit hat sich als eine der erfolgreichsten Krisenmaßnahmen bewährt. Über 1,3 Millionen Arbeitsplätze konnten seit Pandemie-Beginn so gesichert werden, viele davon in Gastronomie und Tourismus.

Da das bisherige Modell der Kurzarbeit jedoch nur für Beschäftigte konzipiert war, die bereits einen vollentlohnten Kalendermonat vor Beginn der Kurzarbeit beschäftigt waren, haben Arbeitsminister Martin Kocher und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger mit den Sozialpartnern eine Lösung vereinbart.

Zu den Details

  • Die Saisonstarthilfe zur Fachkräftesicherung gilt für alle Personen, die zwischen 3. November 2021 und dem 17. Dezember 2021 angestellt wurden.
  • Für diese Neuanstellungen bekommt der Unternehmer 65 Prozent des Bruttogehalts, also inklusive aller Lohnnebenkosten, vom AMS refundiert, wobei der Arbeitnehmer seinen vollständigen Gehalt bezieht.
  • Diese Regelung gilt bis zum ehestmöglichen Datum, ab welchem die reguläre Kurzarbeit theoretisch in Anspruch genommen werden kann – d.h. spätestens bis zum 31. Jänner 2022.
  • Die Regelung greift ausschließlich für Saisonbetriebe.
  • Kontrollen stellen sicher, dass eine missbräuchliche Verwendung verhindert wird.

Ein Beispiel aus der Praxis

  • Ein Saisonbetrieb hat für die Wintersaison am 15. November einen Koch angestellt, wegen des Lockdowns musste der Betrieb aber mit am 22. November zusperren.
  • Der Betrieb kann diesen Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit schicken, da hierfür die Bedingung eines vollentlohnten Kalendermonats gilt – Kurzarbeit wäre hier also erst seit 1. Jänner 2022 möglich.
  • Um diesen Koch trotz Lockdown in Beschäftigung zu halten, greift die Saisonstarthilfe, über die der Koch ein vollständiges Gehalt vom Betrieb ausgezahlt bekommt. Der Betrieb wiederum bekommt seinerseits die Beihilfe (65 Prozent des Bruttogehalts) bis zum Ende der ersten vollständigen Entgeltperiode gewährt, außer das Arbeitsverhältnis endet unerwartet früher.
  • Die gleiche Regelung ist auch auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwendbar, die während des Lockdowns eingestellt wurden (bis 17. Dezember), um die Wiedereröffnung vorzubereiten.

Zusatzzahlung von 500 Euro

  • Neu ist zudem, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Dezember 2021 in Kurzarbeit waren und seit März 2020 insgesamt 10 Monate oder länger für eine Form der Kurzarbeit angemeldet waren, eine zusätzliche Zahlung von 500 Euro netto erhalten.
  • Ziel der Maßnahme ist es, Beschäftigte, die bereits besonders lang in Kurzarbeit sind, finanziell zu unterstützen.
  • Die Regelung gilt für Personen in Kurzarbeit, deren Bemessungsgrundlage kleiner als 50 Prozent der Höchstbemessungsgrundlage ist.

Unsere Tourismusbetriebe kämpfen in der Saison um jede Fachkraft. Saisoniers sind vor allem in den Hochsaisonen eine wichtige Unterstützung, um Spitzen bewältigen zu können. Viele gehören seit Jahren zur Stammbelegschaft. Indem auch Saisonarbeitskräfte unter Einhaltung bestimmter Kriterien Kurzarbeit beanspruchen können, verhindern wir, dass der Tourismus noch mehr Mitarbeiter an andere Branchen verliert."

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger