Insolvenzabsicherung für Kundengelder der Reisebranche

Serfaus, Familienbahn Gampen
Foto: Österreich Werbung / Pupeter Robert

Die Reisebranche zählt mit rund 2.500 Betrieben zu den Hauptbetroffenen der Coronakrise. Dabei handelt es sich in Österreich Großteils um KMU mit 1 bis 9 Beschäftigten. Rund 800 Reisebüros treten auch als Reiseveranstalter bzw. Vermittler von verbundenen Reiseleistungen auf und haben Kundengelder gemäß der Pauschalreiseverordnung für den Fall einer Insolvenz abzusichern.
 

Bisher erfolgte die Abdeckung des Insolvenzrisikos für Kundengelder für einen großen Teil der Unternehmen über Versicherungsanbieter und Bankgarantien. Infolge der Corona-Pandemie haben sich Versicherungen weitgehend aus dem Absicherungsgeschäft zurückgezogen und bestehende Versicherungsverträge gekündigt.

Daher wurde Anfang 2021 eine zeitlich befristete Übergangslösung über die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) mit einem Haftungsrahmen in Höhe von 300 Millionen Euro geschaffen, um dieses Marktversagen auszugleichen. Mehr als 180 Betriebe mit einem Haftungsvolumen von rund 32 Millionen Euro haben diese Maßnahme im Jahr 2021 in Anspruch genommen.

Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Krise wird die Insolvenzabsicherung für Kundengelder der Reisebranche um ein weiteres Jahr bis Ende 2022 verlängert, denn ohne Insolvenzschutz der entgegengenommenen Kundengelder dürfen Reiseveranstalter keine Pauschalreisen anbieten.

Die ÖHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank) wickelt als Partner der Tourismus- und Reisebranche die Haftungen ab, ein Haftungsansuchen ist im Kundenportal der ÖHT ab 10. Jänner 2022 möglich.

Aufgrund der Coronakrise haben mittlerweile die Versicherer ihr Angebot für Pauschalreiseversicherungen in Österreich eingestellt. Damit steht unseren Reisebüros das Wasser bis zum Hals, denn ohne Versicherungen sind ihnen die Hände gebunden. Wir nehmen hier den Druck weg und stellen insgesamt 300 Millionen Euro für die Insolvenzabsicherung der Reisebranche bis Ende 2022 zur Verfügung. Denn hier ist jeder Euro gut investiertes Geld.

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger