Forschung über die Auswirkungen des Mobilfunks

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Derzeit wird intensiv auf diesem Gebiet geforscht: Auf nationaler Ebene sind vor allem die Studien des Forschungszentrums Seibersdorf zu nennen, das sich seit vielen Jahren mit den Wirkungen elektromagnetischer Felder befasst.

So wurde schon 1996 eine dreiteilige Studie über dokumentierte Forschungsresultate bezüglich der Wirkung elektromagnetischer Felder vorgelegt (Teil 1 befasste sich mit niederfrequenten Feldern, Teil 2 mit hochfrequenten Feldern und Teil 3 mit der Auflistung relevanter Dokumente). Nunmehr liegen Studien vom Dezember 1999 vor, die eine Aktualisierung der ursprünglichen Teile 1 und 2 darstellen.

Diese Endfassung der „Studie dokumentierter Forschungsresultate über die Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder“ enthält u.a. folgende Aussagen:

  • Der wichtigste Effekt hochfrequenter elektromagnetischer Felder ist die Absorption von Strahlungsleistung im biologischen Gewebe. Die heute geltenden Sicherheitsnormen begrenzen diese thermische Belastung jedoch auf einen unbedenklichen Wert.
  • Konkrete Hinweise auf Gesundheitsgefahren durch Exposition in Hochfrequenzfeldern, deren Intensität die heutigen Grenzwerte unterschreitet, liegen nicht vor.
  • Herzschrittmacher und andere Implantate können unter bestimmten Umständen falsch reagieren. Bei sehr empfindlichen Implantaten können Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sein (aktivierte Mobiltelefone nicht näher als 15 cm zum Implantat bringen).

Die WHO als Sonderorganisation der Vereinten Nationen beschäftigt sich im Bereich der Gesundheit auf globaler Ebene intensiv mit der angesprochenen Problematik. So wurde 1996 das internationale EMF-Projekt gestartet. Hier sind internationale Untersuchungen bezüglich niedriger und hoher Frequenzfelder im Gange, die als Empfehlungen der WHO dienen sollen, und zwar mit dem Ziel, die Öffentlichkeit zu beraten und aufzuklären, und Regierungen zur strikten Befolgung internationaler und nationaler Standards anzuhalten.

Österreichische Forschungen können angesichts der WHO-Studie allenfalls Randbereiche der Problematik berühren. Ein Abwarten der WHO-Langzeitstudie ist daher zweckmäßig. 

Unabhängig davon hatte der ehemalige Vizekanzler Gorbach, damals, in seiner Funktion als Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirates initiiert, um die Diskussion über die gesundheitlichen Einflüsse oder Nichteinflüsse von Funk bzw. der Mobilkommunikation zu versachlichen. Der Beirat heißt bewusst „Wissenschaftlicher Beirat Funk“ (WBF), weil nicht nur die Auswirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks, sondern die Auswirkungen aller elektromagnetischen Felder, die bei Funk- und anderen Anwendungen des täglichen Lebens entstehen, diskutiert werden sollen.

Der nach seiner Geschäftsordnung unabhängige und weisungsfreie WBF, der bei den Austrian Research Centers Seibersdorf angesiedelt ist, wird sich zu allererst mit dem Thema „Mobilfunk und Gesundheit“ beschäftigen, wobei seine Aufgabe darin liegt, themenbezogene publizierte Untersuchungen sowie Studien und Forschungsarbeiten zu beurteilen, entsprechende Abschätzungen und Schlussfolgerungen hinsichtlich der behaupteten Gesundheitsrisiken auszuarbeiten und diese Beurteilungen auch in die öffentliche Diskussion einzubringen.

Die Diskussion zur Grenzwerteverordnung hat gezeigt, dass das Problem der Grenzwerte im Zusammenhang mit dem gesamten Funkfrequenzspektrum zu sehen ist und die Problematik der Grenzwerte nicht auf den Mobilfunkbereich beschränkt werden kann. Aus diesem Grund wäre die ausschließliche Finanzierung eines Forschungsfonds durch Mobilfunklizenznehmer problematisch.