Österreichs 5G-Vorreiterrolle

Glasfaser in blauem Licht
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Das Corona-Krisenjahr hat gezeigt, dass eine funktionierende digitale Infrastruktur das Rückgrat für gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben ist. Home-Office, Distance-Learning aber auch die zunehmende Nutzung von Streaming-Plattformen haben das bestehende Datennetz stark beansprucht.

Vor diesem Hintergrund bekennt sich die Österreichische Bundesregierung zur integrierten Planung von fixem und mobilem Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur hin zu Gigabit-fähigen Netzen unter Einsatz von öffentlichen Mitteln.

Um den Breitbandausbau zu beschleunigen, zündet die Bundesregierung daher den Breitband-Turbo und stellt mit 1,4 Milliarden Euro bis 2026 neue Mittel für den landesweiten Breitbandausbau zur Verfügung. Ziel der Bundesregierung sind flächendeckende, gigabitfähige Netze bis 2030. 

Gigabit-fähige Anschlüsse sind in Österreich aktuell für 45 Prozent der Haushalte verfügbar. 5G ist sogar bereits bei 58 Prozent der Haushalte verfügbar. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich im Spitzenfeld auf Platz 3.

Um im internationalen Standortwettbewerb auch zukünftig wettbewerbsfähig zu sein, reicht es allerdings nicht aus, nur schnelle Netze zu bauen. Die Gigabit-Gesellschaft wird durch neuartige mobile und stationäre Anwendungen geprägt sein. Kürzlich wurde daher das Förderpaket „Gigabit Tripple A“ präsentiert, das mit 10 Millionen Euro Innovationen rund um 5G-Anwendungen verstärken und insbesondere die regionale Entwicklung unterstützen soll. Das Projekt „Gigabit Tripple A“ (Awareness.Applications.Austria) besteht aus der „Gigabit Academy“, die Startups, KMUs und Organisationen beraten soll und dem Förderungsprogramm „Breitband Austria 2030: GigaApp“, das der Finanzierung von Gigabitanwendungen dient. Gelder in der Höhe von 10 Millionen Euro stehen für das Gigabit Förderpaket für das erste Jahr zur Verfügung.

Innovative 5G-Anwendungen werden uns in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen das Leben erleichtern. In der Landwirtschaft ebenso wie im Tourismus oder auch im Energie- und Gesundheitsbereich. In der Landwirtschaft werden Gigabit Netze etwa Anwendungen ermöglichen, um Position, Gesundheitszustand und Identifikation von Nutztieren zu erleichtern. Auch intelligente Stallungen werden mit 5G-Anwendungen möglich. Etwa bei der Kontrolle der Fütterung. Im Tourismus können Gigabitnetze die Basis für die weltweite Teilnahme an Events sein. Auch im Gesundheits-Bereich gibt es großes Potenzial, etwa bei der Unterstützung von mobilen Notfallteams durch tragbare, vernetzte Diagnose- und Behandlungsgeräte.

Die Gigabit Academy, in der Forschung und Betriebe sich austauschen können, startet voraussichtlich im Frühjahr 2022. Die Bewerbung für interessierte KMUs wird noch 2021 bei der FFG möglich sein.