Steirischer Maschanzker

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Foto: Kulinarisches Erbe Österreich

Traditionell hergestellter Apfelbrand aus der Sorte Steirischer Maschanzker im Bundesland Steiermark.
 

Registernummer: 42

Offenlegungsdatum

Erster schriftlicher Nachweis des Steirischen Maschanzkers ist in den „Pomologischen Monatsheften“ aus 1877 zu finden.

Titel

Steirischer Maschanzker

Kurzdarstellung oder Behauptung

Traditionell hergestellter Apfelbrand aus der Sorte Steirischer Maschanzker im Bundesland Steiermark.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Spirituosen

Name der Region

Steiermark, Österreich

Suchgebiet

Landwirtschaft und Spirituosen

Name des Informationsgebers

Landwirtschaftskammer Steiermark

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Keine Angabe

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Die heutige Apfelsorte Steirischer Maschanzker ist wahrscheinlich in der Steiermark vor 1800 entstanden. Die erste Beschreibung dieser Apfelsorte findet sich 1877 als Steirischer Wintermaschanzker und als Steirischer Winterborsdorfer. Der Steirische Maschanzker wurde außerhalb der Steiermark und Kärnten niemals verbreitet kultiviert.

Vor Beginn des 20. Jahrhunderts bis gegen 1960 war der Steirische Maschanzker eine bedeutende Apfel-Landsorte auf den Märkten. Die Apfelsorte gilt als besonders vitaminreich.

Gebiet/Region:

Steiermark. Traditionell findet man den Steirischen Maschanzker südlich der Mur-Mürz-Furche.

Steirische Maschanzker:

Der Steirische Maschanzker wird auch mit den Synonymen Steirischer Wintermaschanzker, Steirischer Winterborsdorfer, Grazer Maschanzker, Eisapfel, Brunnapfel, Maschanzka, Maschansker und Maschanska bezeichnet.

Der Steirische Maschanzker wächst auf Hochstammbäumen, welche das Landschaftsbild charakteristisch prägen. Die Bäume weisen einen mittelstarken Wuchs auf. Sie stellen mittlere Ansprüche an Boden und Klima, bevorzugen aber nährstoffreiche, genügend feuchte Böden. Auf schweren Lehmböden versagen sie.

Es gibt drei Fruchtformen des Steirischen Maschanzkers: eine hochgebaute Form, eine flachgebaute und eine kleinfruchtige.

Die Früchte sind klein bis mittelgroß, kugelig bis flachkugelig. Die Schale ist glatt, mattglänzend bis glänzend, gelb und golden gefärbt sowie teils leicht gerötet.

Das Fruchtfleisch ist hellgelblich, fest und feinzellig. Sein Geschmack ist auf Grund seines hohen Zuckergehaltes sehr süß, zeichnet sich durch ein unverwechselbares Maschanzkeraroma aus.

Die Pflückreife der Maschanzker beginnt Ende Oktober, ihre Genussreife dauert von Dezember bis März. Sie sind gut lagerfähige Winteräpfel.

Verwertung:

Der Steirische Maschanzker eignet sich hervorragend als Tafel- und Dörrobst, zur Herstellung von Apfelsaft und -most sowie für den Apfelbrand.

Der Steirische Maschanzker ist ein sortenreiner Apfelbrand, der einen Alkoholgehalt von mindestens. 42% vol. aufweisen muss. Sein unverwechselbares Aroma ist unter anderem auf den hohen Schalenanteil der Frucht zurückzuführen.

Er kann charakterisiert werden als vollmundig, mit typisch leichtem Bitterton, elegantem Schalengeschmack und harmonischem Abgang.

Schutz:

„Steirischer Maschanzker“ ist für das geographische Gebiet Steiermark im Codex Alimentarius Austriacus Kapitel B 23 Sprituosen im Kapitel 8 als geschützte Angabe von regionaler Bedeutung geführt.

Schlüsselworte

Landwirtschaft und Spirituosen, Traditionelles Wissen, Österreich, Steiermark, Region, Maschanzker, Steirischer Maschanzker, Eisapfel, Steirischer Wintermaschanzker, Grazer Maschanzker, Maschanzka, Maschansker, Maschanska, Obstbrand, Malus domestica

Bibliographie/ Referenzen

  • Beschreibung der Obstsorten in der Central-Baumschule am ständischen Musterhof zu Grätz.- Herausgeben von der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft in Steiermark, Grätz 1833.
  • BERNKOPF S, KEPPEL H, NOVAK R. Sortenbeschreibung- Äpfel. In: Neue Alte Obstsorten (Club Niederösterreich, Hrsg.). Österreichischer Agrarverlag, Wien, 1991; 190.
  • GRILL D, KEPPEL H. Alte Apfel- und Birnensorten für den Streuobstanbau. Leopold Stocker Verlag, Graz, 2005; 194.
  • KINDERMANN J K. Obstzucht in der Steyermark ist berträchtlich, 1798. In: Repetorium der Steyermärkischen Geschichte, Geographie, Topographie, Statistik und Naturhistorie. Grätz; 179.
  • Codex Alimentarius Austriacus Kapitel B 23: Spirituosen 8 Geschützte Angaben von regionaler Bedeutung
  • Pomologische Monatshefte, 1877 Band 23
  • Das Raabtal und der Maschanzkerapfel
  • Genetische Diversität alter Apfel- und Birnensorten in der Steiermark und Teilen Sloweniens
  • Steirischer Maschanzker-Winterapfel
  • Sorten für den biologischen Obstbau auf Hochstammbäumen

Letzter Zugriff aller Internetreferenzen erfolgte am 10.01.2022.

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Steiermark
Dipl.-Ing. Georg Thünauer
Referat Obstbau, Fachbereich Obstverarbeitung
Wollsdorf 154
8181 Wollsdorf
Telefon: 0316/ 8050-1418
e-mail: georg.thuenauer@lk-stmk.at

Autorin

Eva Sommer überarbeitet von Landwirtschaftskammer Steiermark
Dipl.-Ing. Georg Thünauer