Grüner Veltliner

Grüner Veltliner
Foto: BA für Wein- und Obstbau

Grüner Veltliner ist die häufigste Rebsorte Österreichs, mit Hauptvorkommen im Weinviertel (Niederösterreich).

Registernummer: 231

Offenlegungsdatum

Erste Bezeichnungen als Grüner Veltliner tauchen in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. auf. Eine Erwähnung des heutigen Grünen Veltliners als „Muscateller“ 1581 in einem Vertrag zwischen der Wiener Hofkammer mit dem Wiener Kaufmann Jobst Croy ist fraglich, da es zu dieser Zeit auch andere Muskatellersorten gab. Zudem wurde der Grüne Veltliner mancherorts, teilweise sogar bis 1930, als „Grüner Muskateller“ bezeichnet. Der Name Grüner Veltliner ist irrtümlich für diese Sorte entstanden und täuscht eine Zugehörigkeit zu den Veltliner Sorten vor. Der botanisch richtige Name ist und war Weißgipfler,

Titel

Grüner Veltliner

Kurzdarstellung oder Behauptung

Grüner Veltliner ist die häufigste Rebsorte Österreichs, mit Hauptvorkommen im Weinviertel (Niederösterreich).
Er entstand vermutlich durch eine Kreuzung zwischen Traminer und der erst kürzlich in St. Georgen am Leithagebirge (Burgenland) entdeckten Sorte mit der Bezeichnung „St. Georgen“.
Der Grüne Veltliner wird meist trocken ausgebaut. Der Wein ist im Allgemeinen würzig, pfeffrig und fruchtbetont.
Weine aus der Rebsorte Grüner Veltliner können gemäß DAC-Verordnung vermarktet werden als: Weinviertel DAC, Traisental DAC, Kremstal DAC, Kamptal DAC, Carnuntum DAC, Wachau DAC und Leithaberg DAC. Grüner Veltliner kann aber auch als Prädikatswein unter Neusiedersee DAC und Ruster Ausbruch DAC angeboten werden.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Wein

Name der Region

Niederösterreich, Burgenland, Wien

Suchgebiet

Lebensmittel und Landwirtschaft

Name des Informationsgebers

überarbeitet von F. Regner (HBLA und BA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg)

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Keine Angabe

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Die genaue Herkunft des Grünen Veltliners ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Die Abstammung vom Traminer und einer unbenannten Sorte, die in St. Georgen bei Eisenstadt aufgefunden wurde, konnte rekonstruiert werden.

Da in historischen Überlieferungen vor dem 19. Jahrhundert mit dem „Veltliner“ der „Rote Veltliner“ gemeint war, entstanden zahlreiche Irrtümer über die Sorte. Zudem wurde der Grüne Veltliner oft, teilweise sogar bis 1930, als „Grüner Muskateller“ bezeichnet. Auch die Bezeichnung „Weißgipfler“ war geläufig und ist nach heutigem Verständnis die einzig zutreffende.

Entstehung und Etymologie:

Im 18. Jahrhundert ist der Grüne Veltliner urkundlich unter der Bezeichnung „Grüner Muskateller“ in Niederösterreich nördlich der Donau und in den angrenzenden Weinbaugebieten der March und Thaya sowie im Gebiet des Manhartsberges nachweisbar. Auszuschließen ist auch nicht, dass es sich bei dem falschen Muskateller (Grüner) um die wiederentdeckte Elternsorte des Grünen Veltliner handelt und der Übergang dann zu der ebenfalls falschen Neubenennung geführt hat.

Schams berichtet 1832 in seinem Werk „Ungarns Weinbau in seinem ganzen Umfange oder vollständige Beschreibung sämtlicher berühmter Weingebirge des ungarischen Reiches in statistisch-topographisch-naturhistorischer und ökonomischer Hinsicht“ über die Pressburger Stadtordnung, die 1804 von der Pflanzung des Grünmuskatellers abrät.
Weiters berichtet Franz Schams von der „Vorliebe der Pressburger Hauer für den bekannten grünen Muskateller". Zu dieser Zeit gilt der Grünmuskateller als Massenträger, der nur einfachste Weinqualität ermöglicht. Der Name Muskateller wird zudem als unrichtig erkannt.

1837 nennt Burger in „Systematische Klassifikation und Beschreibung in den österreichischen Weingärten vorkommenden Traubenarten“ als Zentren für die Kultivierung der Plinia austriaca (oder Grünmuskateller) die Retzer Gegend (Pulkau, Zellerndorf, Rötz, Haugsdorf und Stinkenbrunn), die Brünner und Horner Straße. Dort wurde sie schon reinsortig gepflanzt.

Namentlich erwähnt wird sie bei Trummer 1855 und von Babo in der Allgemeinen Land- und Forstwirtschaftlichen Zeitung von 1863. Damals wird der Grüne Veltliner als die verbreitetste Rebsorte Niederösterreichs erwähnt. Die Sorten wurden an Hand von Tauben und Wein bei einer Präsentation beurteilt. Erwähnt wird auch, dass sich die Sorte in den letzten Jahren rasant vermehrt hat und viele andere Sorten verdrängt.

Bereits 1887 berichtete der Ampelograph Hermann Goethe im „Handbuch der Ampelographie“ richtigerweise, dass der Grüne Veltliner nicht zur Familie der Veltliner gehört.
Zur damaligen Zeit wurde schon erkannt, dass auf Grund seiner Traminer-Abstammung eine genetische Verwandtschaft zum Rotgipfler als Halbgeschwistersorte besteht.
Vermutlich lässt sich ihre falsche Zuordnung zur Familie der Veltliner wie folgt erklären: Die Sorte Roter Veltliner ist eine Jahrhunderte alte Sorte. Eine (von vielen) mutierte Form davon ist der Braune Veltliner mit zur Reifezeit braungrauen Trauben. Da man aber Reben der Sorte Brauner Veltliner mit dem Weißgipfler vermengt bzw. verwechselt hat, wurde die Bezeichnung auf die Beerenfarbe abgestimmt und die Rebe als Grüner Veltliner bezeichnet. Damit glaubte man der Grüne Veltliner sei eine Mutante des Braunen oder nach heutiger Kenntnis des Roten Veltliner. Dieser Braune Veltliner wird auch heute noch in manchen Gebieten als „Österreicher“ bezeichnet. Durch diverse Abstammungen und der genetischen Struktur des Roten Veltliners konnte erkannt werden, dass diese Sorte die Schlüsselsorte im Zentrum der Veltliner Familie ist.

Im 19. Jahrhundert war der Grüne Veltliner bereits weit verbreitet und wurde zum Teil gegen den Widerstand der Landesherrn gepflanzt.

Erst in den 1920er Jahren wurde mit einer gezielten Selektion des Grünen Veltliners begonnen um seine Schwächen zu überwinden und insbesondere die Blütestabilität zu erhöhen.

Lange Zeit galt der Grüne Veltliner als Massenwein. Vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg empfahl man den Winzern Grünen Veltliner anzupflanzen um große Mengen an Wein produzieren zu können. Damit konnten 20.000 kg pro Hektar erzielt werden, woraus aber dünne ausdruckslose Weine entstanden. Erst mit dem Aufkommen eines neuen Qualitätsbewusstseins kam es zur qualitativ motivierten Ertragsreduktion.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt zur Qualitätssicherung der Trauben, so auch des Grünen Veltliners, war der Anbau in Hochkulturen. Diese Anbaumethode wurde von Lenz Moser (1905 bis 1978) in den 1930er Jahren entwickelt. Nach dem Frostjahr 1956 setze sich dieses Erziehungssystem endgültig durch und löste die bislang übliche Stockkultur ab.

Seit den 1950er Jahren wurde zunehmend mit der Klonenzucht der Grüne Veltliner auf eine hohe Leistungsfähigkeit hin selektiert. In den 1970er Jahren erkannten die Konsumenten, dass einige Klone Weine mit intensiven aber nicht ganz sortentypischen Bouquet liefern. Dieser unerwünschte Geschmack erinnert an die Rebsorte Sämling 88 (Scheurebe) und wurde „Sämlingston“ genannt. Um dem entgegenzuwirken wurde begonnen, alte, kleinbeerige Klone aufzuspüren und diese wieder zu vermehren.

1972 wurde die Rebsorte „Grüner Veltliner“ als Qualitätsrebsorte anerkannt (BGBL. 2/1972).

1995 wurde die Rebsorte Grüner Veltliner von der Europäischen Gemeinschaft als „Empfohlene Rebsorte“ in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland und als „Zugelassene Rebsorte“ in der Steiermark anerkannt (Verordnung (EG) Nr. 2276/95).

Seit den späten 90er Jahren kann mittels genetischem Fingerprint eine Rebe identifiziert werden und auf Grund der codominanten Vererbung der verwendeten SSR Marker die Abstammung überprüft werden. Relativ schnell wurde klar, dass der Grüne Veltliner keine direkte Verwandtschaft mit dem Roten Veltliner hat und dass nur die Abstammung vom Traminer eindeutig erkennbar ist.

Der zweite Elternteil vom Grünen Veltliner war und blieb unbekannt. Bis im Jahr 2000 eine alte Rebe vom Leithagebirge zur genetischen Analyse eingereicht wurde. Nach den ersten Untersuchungen durch die Bundesanstalt in Klosterneuburg wurde klar, dass diese Rebe in einem Zusammenhang mit der Sorte Grüner Veltliner steht.

Nach umfangreichen Untersuchungen und zahlreichen Genanalysen in den Folgejahren kamen die Genetiker Regner und Hack (2009) zum Befund, dass es sich bei der alten Rebe aus St. Georgen im Burgenland um den bisher unbekannten zweiten Elternteil des Grünen Veltliners handelt. Der mehrfache und teilweise abgestorbene Stamm sowie die vermutete Letztbepflanzung des Grundstückes lassen darauf schließen, dass die Rebe dort schon einige Jahrhunderte gestanden und sehr lange Zeit überdauert hat. Sie hat trotz Reblaus und Mehltaubefall überlebt. Das Grundstück wurde im Mittelalter letztmalig als Weingarten genutzt und diente über längere Zeit den Bauern in St. Georgen als Hutweide.

Aus ampelografischer Sicht hat sich diese Sorte beim Grünen Veltliner gegenüber dem zweiten Elternteil Traminer, deutlicher durchgesetzt. Möglicherweise ist das auch der Grund, warum der Wechsel zum Veltliner nicht erkannt wurde und daher keine historische Erwähnung vorlag.

Der Fund dieser Rebe am Leithagebirge gibt jedoch keine Auskunft über die ehemalige Verbreitung dieser Sorte. Umfangreiche Vergleiche des genetischen Profils mit Datenbanken in Ungarn, Italien und Kroatien blieben bisher erfolglos. Es dürfte sich bei der Rebe aus St. Georgen um eine autochtone uralte Sorte handeln, die bisher nur in diesem einzigen Stock aufgefunden wurde.

Weinviertel DAC:

Seit 2002 bietet das österreichische Weingesetz Weinbaugebieten die Möglichkeit, Qualitätsweine mit regionaltypischen Herkunftscharakter und unverkennbarem Geschmacksprofil unter der Bezeichnung DAC (Districtus Austriae Controllatus) zu vermarkten.

2003 wurde reinsortiger Grüner Veltliner aus dem Weinviertel als erster österreichischer DAC-Wein (Districtus Austriae Controllatus), zugelassen.

2006 folgte ein weiterer DAC aus dieser Rebsorte, der „Traisental DAC“, und 2007 der „Kremstal DAC“ der am Weißweinsektor als erster DAC eine Reservelinie gestattete. 2008 folgten der „Kamptal DAC“ und 2009 der „Leithaberg DAC“.2013 wurde der Grüne Veltliner für den Wiener Gem. Satz als DAC Wein zugelassen. Es folgten 2019 Carnuntum und 2020 die Wachau sowie die Zulassung für Süßweine Neusiedlersee DAC und Ruster Ausbruch DAC.

Gebiet/ Region:

Der Grüne Veltliner nimmt ca. ein Drittel der Gesamtrebfläche in Österreich ein (rund 14.600 ha, Stand 2021) (www.oesterreichwein.at) und gilt somit mit deutlichem Abstand als wichtigste Sorte Österreichs.

Hauptanbaugebiet des Grünen Veltliners ist das Bundesland Niederösterreich (rund 13.300 ha) (www.oesterreichwein.at) mit Schwerpunkt in den Regionen Weinviertel, Kamptal, Kremstal, Traisental, Wagram und Wachau.

Weitere Anbauflächen finden sich im Burgenland und in Wien.
Zu finden ist die Rebe auch noch in Ungarn, Tschechien, in der Slowakei, in Oregon (USA) und mit wenigen Hektar in Deutschland.

Weinviertel:

Im Weinviertel, als größtes Anbaugebiet des Grünen Veltliners, nimmt dieser eine Fläche von rund 8.000 ha ein. Die Grenzen des Weinviertels bilden zum einen die Flüsse Thaya im Norden, die March im Osten und die Donau im Süden, zum anderen der Manhartsberg im Westen. Westlich grenzt das Weinviertel an das Waldviertel nördlich und östlich liegen Tschechien und die Slowakei. Das Weinviertel umfasst die Gemeinden der Bezirke Gänserndorf, Mistelbach, Hollabrunn, Korneuburg und teilweise Horn.

Boden- und Klimaverhältnisse:

Die Bodentypen sind auf Grund des großen Gebietes sehr unterschiedlich.
Lössböden, entstanden durch angewehte eiszeitliche Quarzpartikel die sich an den Windschattenseiten in bis zu 25 Meter dicken Schichten angesammelt haben, kommen häufig vor. Diese, vor allem im nördlichen Weinviertel vorkommenden Lössböden eignen sich besonders gut für den Grünen Veltliner.

Weiters sind Lehm-, Urgestein- und Schwarzerdeböden zu finden.

Das Klima ist kontinental mit zunehmenden pannonischem Einfluss zum äußersten Osten. Die Sommer sind überwiegend heiß und trocken; die Winter kalt, schneearm und frostreich.
Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 10,4 C mit steigender Tendenz. Der jährliche Niederschlag ist gering, zwischen 500 und 600 mm mancherorts auch weniger. Das Weinviertel zählt zu den trockensten Gebieten Österreichs.

Grüner Veltliner:

„Grüner Veltliner“ ist eine Weißweinrebsorte, die als die am weitesten verbreitete Rebsorte Österreichs gilt. Sie gehört zwar dem Namen nach zur Veltlinerfamilie, ist botanisch und genetisch aber nicht mit ihr näher verwandt.

Der Grüne Veltliner ist eine Zufallskreuzung. Väterlicherseits ist der Grüne Veltliner ein Abkömmling des Traminers.

Mütterlicherseits dürfte der Grüne Veltliner von der erst kürzlich entdeckten Rebsorte, die nach ihrem Fundort als Rebe aus St. Georgen benannt wird, abstammen. Diese neu entdeckte Sorte dürfte sich beim Grünen Veltliner gegenüber dem Traminer deutlicher durchgesetzt haben.

Mittels Genanalysen konnte erkannt werden, dass der Grüne Veltliner am ehesten ein Weißgipfler ist, mit den Muskateller Reben keine genetische Beziehung hat, aber dafür den qualitativen Abdruck des Traminers im Genom erkennen lässt.

Die Übereinstimmung der Allele der Sorten Grüner Veltliner und St. Georgen an allen Genorten ist nicht perfekt. Aber an allen 19 Chromosomen ist die Abstammung zweifelsfrei erkennbar.

Synonyme:

Synonym wird der Grüne Veltliner auch als Veltliner, Mouhardsrebe, Manhartsrebe, Grüner, Weißer, Weißmuskateller, Weißer Muskateller oder Weißgipfler, früher auch als Grüner Muskateller oder Grünmuskateller bezeichnet.
Weitere Synonyme sind Zleni Veltinac (Balkan), Veltlinske zelené (Tschechien, Slowakei) und Zöld Veltelini (Ungarn).

Die Bezeichnung „Grünmuskateller“ ist auf die frühere irrtümliche Annahme zurückzuführen, der Grüne Veltliner sei mit dem Muskateller verwandt. Die Bezeichnung „Weißgipfler“ weist auf seine weißlichen und behaarten Triebspitzen hin.

Der heute nicht mehr gebräuchliche Name „Mounhartsrebe“ nimmt Bezug auf seine frühere Verbreitung oder Herkunft im Gebiet des Manhartsberges. Allerdings gibt es vereinzelt noch Stöcke der Manhartsrebe, die nichts mit dem Grünen Veltliner zu tun hat.

Ampelographische Beschreibung (Rebsortenkatalog, Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg):

Die Triebspitze des jungen Triebes ist offen. Der Trieb ist stark wollig behaart, Anthozyanfärbung schwach. Die Triebhaltung ist halbaufrecht; die mittel-langen Ranken sind diskontinuierlich verteilt.
Die ventralen sowie die dorsalen Internodien sind grün gefärbt.
Die Anthozyanfärbung der Knospenschuppen fehlt.
Das junge Blatt ist an der Oberseite grün, die Unterseite weist eine starke Behaarung zwischen den Nerven auf. Die Blüte ist zwittrig.

Das ausgewachsene Blatt ist fünfeckig bis kreisförmig mit 5 bis 7 Lappen und ebenem Profil, häufig auch nach außen umgerollt. Die Hauptnerven auf der Blattoberseite sind grün oder mit rotem Stielansatz. Die Spreite ist schwach gewaffelt und schwach bis mittel-stark blasig. Die Blattzähne sind gerade bis rundgewölbt, die Stielbucht etwas überlappend mit V-förmiger Basis und nicht von Nerven begrenzt. Zähne in der Stielbucht und in den oberen Seitenbuchten fehlen. Die Blattunterseite ist mittel-stark behaart, die Beborstung der Hauptnerven ist schwach.

Der Traubenstiel ist kurz (3 bis 5 cm). Die Traube ist mittelgroß (14 bis 18 cm), mitteldicht, die Grundtraube kegelförmig mit 1 bis 3 Flügeln. Eine Beitraube fehlt oder ist rudimentär vorhanden.

Die Beeren sind rundlich, oval (l = 14 bis 20 mm, b = 14 bis 20 mm) mit einem geringen Einzelbeerengewicht (~ 2 g). Ihre Haut ist grün-gelb und das Fruchtfleisch ungefärbt. Der Geschmack der Beere ist neutral, Samen sind vollständig ausgebildet.

Phänologische Beschreibung (Rebsortenkatalog, Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg):

Der Austrieb ist mittel bis spät, die Blütezeit sowie die Reifezeit sind mittel.
Die Rebsorte besitzt eine mittlere Resistenz gegenüber Winterfrost und eine schwache Regeneration nach Frühjahrsfrost.
Die Resistenzen gegenüber pilzlichen Schaderregern wie Plasmopara ist schwach, gegenüber Oidium ebenfalls schwach und gegenüber Botrytis mittel.
Die Beeren besitzen nach Herbstniederschlägen nur eine mittlere Neigung zum Platzen und sind daher stabiler gegen Fäulnis als andere Sorten.

Der Veltliner ist mäßig anspruchsvoll benötigt jedoch Böden mit guter Wasserverfügbarkeit und gutem Wasserabzug, bevorzugt Lössböden. Andererseits ist er empfindlich gegenüber Trockenheit.
Zu finden ist der Veltiner aber auch auf sandigen Böden sowie auf Urgesteinsböden und Flysch. Allerdings braucht er dort regelmäßiger Niederschläge.

Der Grüne Veltliner ist auf Grund seiner mittleren Frostempfindlichkeit gegenüber Winterfrösten als auch seiner schwachen Regernation nach Spätfrösten besonders beim Anbau in gefährdeten Lagen betroffen.

Der Grüne Veltliner ist prinzipiell eine sehr fruchtbare Sorte, daher muss zur Qualitätssteigerung eine Ertragsreduktion durchgeführt werden. Bei Spitzengewächsen wird oft pro Trieb auf eine einzige Traube ausgedünnt.

Die Sorte ist sehr gut geeignet für die Kultivierung in Hochkultur hat aber eine Schwäche in der Blüte bei feucht- kühlen oder zu heißen und trockenen Wetter (Bauer et al.2017).

Geschmack:

Der Wein besticht durch sein intensives Bouquet und durch seine Frische.

Der Geschmack des Veltliners ist stark vom Bodentyp und Reife abhängig. So bringen Urgesteinsböden ein besonders mineralisches, feinwürziges und elegantes Aroma hervor, auf Lössböden entsteht ein körperreicherer Wein mit intensiven Aromen und fast dominanten Würzenoten, die als Pfefferl bezeichnet werden.

Der Geschmack des Grünen Veltliners wird im Allgemeinen als würzig, pfeffrig und fruchtbetont am ehesten nach Äpfel schmeckend beurteilt. Sehr reife Weine zeigen auch exotische Noten nach Mango, Maracuja und Ananas. Der klassische Veltliner sollte Würze und weißen Pfeffer erkennen lassen.
Mit zunehmendem Alter der Weine kommt der Geschmack von Brot, Nüssen und Mandeln zum Vorschein.
Der Grüne Veltliner wird überwiegend trocken ausgebaut. Neben gehaltvollen Reserve Typen kann er noch für Eiswein verwendet werden, das allerdings mit sinkender Wahrscheinlicht wegen der abnehmenden Frostnächte.

Unerwünscht ist der sogenannte „Sämlingston“, eine Note, die an das Aroma der Scheurebe (Regner et al. 2008) erinnert. Entstehen kann diese Note durch ungünstige Klonauswahl oder auch durch unsensible Weinbereitung wie z.B. einer starken Maischeschwefelung.

Methode der Produktion:

Die Bandbreite des Grünen Veltliners reicht von leichten, frischen Sommerweinen („Heuriger“) über Prädikatsweine mit würziger Aromatik und besonderem Sortencharakter bis zu sehr lagerfähigen Weinen, Eisweinen, abhängig von der Herkunft, der Traubenreife sowie vom Alter des Weines.

Der Grüne Veltliner bringt bei klassischem Ausbau im Stahltank, wie auch bei Ausbau im großen Holzfass hervorragende Ergebnisse.

Vermarktung:

Grüner Veltliner wird ab-Hof, in Vinotheken sowie über die Gastronomie und den Lebensmittelhandel vermarktet und spielt auch im Export eine wichtige Rolle. Der Grüne Veltliner gilt als meistverkaufter österreichischer Wein in Deutschland.
Weitere wichtige Exportländer sind Großbritannien und USA.

Weinviertel DAC:

Wein der Sorte „Grüner Veltliner“ kann unter der Bezeichnung „DAC“ oder „Districtus Austriae Controllatus“ in Verbindung mit der Angabe des Weinbaugebietes Weinviertel in Verkehr gebracht werden. Damit wird dem Wein ein Herkunftsschutz gewährt.

Richtlinien:

Trauben für Weinviertel-DAC-Weine dürfen ausschließlich aus dem Weinbaugebiet Weinviertel geerntet und verarbeitet werden.
Der Wein muss aus der Qualitätswein-Rebsorte „Grüner Veltliner“ bereitet worden sein; ein bezeichnungsunschädlicher Verschnitt ist akzeptiert.
Eine allfällige Angabe der Rebsorte oder einer kleineren geographischen Einheit als das Weinbaugebiet hat derart zu erfolgen, dass sie deutlich der Angabe „DAC“ bzw. „Districtus Austriae Controllatus“ und der Angabe des Weinbaugebietes Weinviertel untergeordnet ist.

Der Wein muss den gemeinschaftsrechtlichen Anforderungen an die Bezeichnung „trocken“ entsprechen.

Der vorhandene Alkoholgehalt muss mindestens 12 % Vol. betragen, kann aber auch 12,5 oder 13% Vol erreichen. Der Reserve Typ muss dann aber mindestens 13% Vol aufweisen.

Er darf nur in Glasflaschen an den Verbraucher abgegeben werden, es sei denn, dass er am Ort der Verabreichung sofort genossen werden soll. Bei der Abgabe in Glasflaschen sind Nennvolumina von 1,0 l und 2,0 l sowie ein Verschluss mit Kronenkork nicht zulässig.

Er darf nicht vor dem 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres an den Verbraucher abgegeben werden.

Er muss folgende typische Eigenart aufweisen:

  • Farbe: hellgelb, grüngelb;
  • Geruch: typisches Sortenbukett;
  • Geschmack: fruchtig, würzig, pfeffrig; kein Holzton; nicht einseitig alkohollastig.

Wein aus der Qualitätswein-Rebsorte „Grüner Veltliner“ kann zudem als Traisental DAC, Kremstal DAC, Kamptal DAC, Leithaberg DAC, Carnuntum DAC, Wachau DAC vermarkted werden. Grüner Veltliner kann aber auch als Prädikatswein unter Neusiedersee DAC und Ruster Ausbruch DAC angeboten werden.

Verwertung:

Empfehlung:

Grüner Veltliner gilt als universeller Speisenbegleiter. Einerseits passt er hervorragend zur traditionellen österreichischen Küche (vom Wiener Schnitzel bis zum Tafelspitz), eignet sich aber auch – beispielsweise als gehaltvollerer Typ – bestens zu den Speisen der asiatischen oder orientalischen Küche. Ferner passt er zu Schnittkäse und kalte Platte und als Eiswein zu verschiedenen Desserts.

Schutz:

DAC-Verordnung Weinviertel, Traisental, Kremstal, Kamptal, Leithaberg, Carnuntum, Wachau, Neusiedersee, Ruster Ausbruch.

Schlüsselworte

Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Wein, Weißwein, Grüner Veltliner, Weinviertel, Traisental, Kremstal, Kamptal, Leithaberg, Carnuntum, Wachau, DAC, Traminer, St. Georgen

Bibliographie/ Referenzen

Letzter Zugriff der Internetreferenzen erfolgte am 11.03.2022.

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Keine Angabe

Autorin

Mag. Eva Sommer überarbeitet von F. Regner (HBLA und BA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg)