WTO-Ministerkonferenz im Zeichen der Ernährungssicherheit

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Die im Juni stattfindende 12. WTO-Ministerkonferenz (12th Ministerial Conference/MC12) hat aufgrund der aktuellen Situation das Thema Ernährungssicherheit ins Zentrum der Diskussionen gestellt. Wichtigstes Ziel der Generaldirektorin der WTO, Dr. Ngozi Okonjo-Iweala, ist es, einen entscheidenden Beitrag für einen funktionierenden Welthandel in schwierigen Zeiten zu leisten.

Die WTO hat hier mit ihren 164 Mitgliedern umfassende Möglichkeiten, das Funktionieren der Märkte durch Einhaltung der vorhandenen Regeln zu garantieren: Die WTO-Mitglieder erwirtschaften immerhin 98 Prozent des Welthandelsvolumens.

Welternährungsprogramm soll Unterstützung durch WTO bekommen

Auch eine Initiative zugunsten des „World Food Programme“ (WFP) steht zur Entscheidung an. Dutzende von WTO-Mitgliedern, darunter die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und die Volksrepublik China unterstützen einen Vorschlag zugunsten des Welternährungsprogrammes der Vereinten Nationen. Das WFP wurde für seine humanitäre Arbeit 2020 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Im Falle einer Annahme des Vorschlags würden Exportbeschränkungen für das WFP beseitigt werden, die das WFP daran hindern, Nahrungsmittel für die bedürftigsten Bevölkerungsgruppen in der ganzen Welt zu beschaffen.

Obwohl der Textentwurf starke Unterstützung findet, könnte es schwierig werden, die einstimmige Zustimmung zu erhalten, die für alle Entscheidungen in der Welthandelsorganisation erforderlich ist.

WTO kann zur weltweiten Versorgungsicherheit beitragen

In Ausarbeitung sind aber auch andere Initiativen. Kürzlich wurde vom Vereinigten Königreich ein Vorschlag eingereicht, der die russische Invasion in der Ukraine thematisiert. Die Initiative fordert eine Untersuchung der Auswirkungen auf die weltweite Produktion landwirtschaftlicher Güter, bei der die Ukraine einen sehr bedeutenden Stellenwert einnimmt.