Nutzung von Brachflächen zur Steigerung der Versorgungssicherheit

Ernte

Russland und die Ukraine sind wichtige Produzenten verschiedener Ackerkulturen wie Mais, Weizen oder Ölsaaten. Mit dem Ausbruch des Krieges ist die globale Ernährungssicherheit gefährdet. Als große Verlierer erwarteter Ernteausfälle sowie Exporteinschränken gelten vor allem die Länder Nordafrikas.

Als wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und Produktivitätssteigerung hat die Europäische Union für das Jahr 2022 die Nutzungsfreigabe von Bracheflächen im Rahmen der Ökologischen Vorrangflächen der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik beschlossen. Diese Stellschraube wurde bereits in der Vergangenheit als Reaktion auf durch Dürreperioden verursachte Ernteausfälle genutzt.

Aufgrund der Dimension dieser Krise können Bracheflächen in diesem Jahr nicht nur für Futterzwecke durch Mahd und Beweidung, sondern auch für Kulturen im Frühjahrsanbau, wie Mais oder Soja, genutzt werden.

Antragstellung bereits möglich

In Österreich können dadurch rund 9.000 ha landwirtschaftliche Flächen zusätzlich in Produktion genommen werden. Entgegen den bestehenden Regelungen wird auf diesen Flächen außerdem vom Pflanzenschutzmittel-Anwendungsverbot abgesehen. Diese Maßnahme soll vor allem zur Steigerung der Produktivität in der EU und zur Selbstversorgung von pflanzlichem Eiweiß beitragen.

Die erforderliche Antragstellung ist im Rahmen des „Mehrfachantrags 2022“ bereits möglich und erfolgt mittels zusätzlicher Codierung „OVF“ der entsprechenden Fläche. Eine Korrektur bereits beantragter Flächen ist bis 31. Mai möglich.

Biodiversitätsflächen bleiben erhalten

Biodiversitätsflächen, die im Rahmen des Agrarumweltprogrammes ÖPUL über die zweite Säule gefördert werden, unterliegen einem anderen Regelwerk und bleiben von dieser Ausnahme unberührt. Das bedeutet, dass rund 45.000 Hektar Ackerflächen weiterhin als Flächen mit positiver Umweltwirkung erhalten bleiben.