Österreichs Agrarhandel mit der Russischen Föderation und der Ukraine

Raps
Foto: Alexander Haiden

Der österreichische Agrarhandel hat sich im Vorjahr sehr gut entwickelt. Die Russische Föderation und die Ukraine gehören beide zu den TOP 10 der wichtigsten Agrar-Drittlandsmärkte Österreichs, allerdings sind die absoluten und relativen Werte überschaubar.

Österreichische Agrar- und Lebensmittelexporte in die Russische Föderation haben sich 2021 weiter erholt und mit einem Wert von fast 254 Millionen Euro (Plus 8,1 Prozent gegenüber 2020) erstmals den Höchstwert von 237,6 Millionen Euro aus dem Jahr 2013 überschritten. Dies entspricht einem Anteil von knapp 1,8 Prozent der österreichischen Agrarexporte. Die Russische Föderation liegt auf dem insgesamt 12. Platz im Export-Absatzmärkte-Ranking, beziehungsweise nimmt hinter den USA und der Schweiz den dritten Platz an wichtigsten Drittlandsmärkten Österreichs ein, noch vor dem Vereinigten Königreich.

Österreich weist eine traditionell stark positive Agrar-Handelsbilanz mit der Russischen Föderation auf, 2021 betrug diese Plus 239,3 Millionen Euro (Importe 14,7 Millionen Euro). Die wichtigsten Exportprodukte 2021 aus diesem Sektor sind: Sonnenblumenkerne, Würz- und Lebensmittelzubereitungen, alkoholfreie Getränke und Zubereitungen zur Tierfütterung.

Österreichs Agrar- und Lebensmittelexporte in die Ukraine betrugen 2021 knapp 80 Millionen Euro (Plus 8,1 Prozent gegenüber 2020). Mit einem Anteil von rund 0,6 Prozent an den österreichischen Gesamt-Agrarexporten rangiert die Ukraine auf dem insgesamt 26. Platz im Export-Absatzmärkte-Ranking, dies entspricht dem 10. Platz der wichtigsten Drittlandsmärkte.

Österreich weist eine leicht negative Agrar-Handelsbilanz mit der Ukraine auf, 2021 betrug diese Minus 7,4 Millionen Euro (Importe: 87,0 Millionen Euro). Zu den wichtigsten Exportprodukten 2021 zählen Sonnenblumenkerne, Schokoladewaren, Saatmais, Lebensmittelzubereitungen und Zubereitungen zur Tierfütterung.

Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf den Agrarhandel

Die Ukraine und Russland sind gewichtige Akteure auf dem Weltmarkt für Getreide und Ölsaaten. Russland ist ein weltweit bedeutender Weizenexporteur und wichtiger Lieferant für Düngemittel in die Europäischen Union, während die Ukraine ein wichtiger Agrarhandelspartner der Europäischen Union ist und große Mengen an Mais, Raps, Sonnenblumenkerne und Weizen an diese exportiert. Zusammen zeichnen sich beide Länder für 29 Prozent der weltweiten Weizenexporte verantwortlich.

Konkrete Prognosen über Handelsauswirkungen sind aktuell schwierig zu erstellen. Fällt die Ukraine als Weizenexporteur weg, hat dies massive Auswirkungen auf die globalen Handelsströme. Diese werden sich in weiterer Folge verlagern, wie genau lässt sich allerdings nur schwer vorhersagen, da sehr viele Komponenten wie veränderte Preise, Transitmöglichkeiten und Transportkosten zusammenspielen.

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