Geflügelpest in Österreich nachgewiesen

Hühner
Foto: BMLRT / Paul Gruber

In Europa breitet sich seit Mitte Oktober die Geflügelpest immer mehr aus. Am 24. November bestätige die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) den ersten Fall in Österreich: In einer kleinen Hühnerhaltung Niederösterreich wurde Geflügelpest diagnostiziert. Die Geflügelpest ist für den Menschen nicht gefährlich.

Der betroffene Betrieb in Österreich liegt in Fischamend. Die Hühner sind gestorben bzw. wurden unter behördlicher Aufsicht getötet. Der Betrieb wurde gesperrt. Zuletzt trat die Geflügelpest im Frühjahr 2021 in Österreich auf, ebenfalls in einem Kleinbetrieb. Daher erlässt das Bundesministerium für Soziales. Gesundheit und Konsumentenschutz (BMSGPK) im Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium, den Bundesländern und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Expertise der AGES sowie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, eine absolute Stallpflicht für jene Betriebe, die mehr als 350 Stück Geflügel in den Risikogebieten halten. Eine betreffende Verordnungnovelle des BMSGPK ist seit 26.11.21 00:00 Uhr in Kraft.

Die Geflügelpest ist für den Menschen nicht gefährlich. Geflügelpest (Aviäre Influenza, „Vogelgrippe“) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Der Subtyp H5N1, den die AGES nun nachgewiesen hat, ist für Vögel stark krankmachend und führt oft zu vielen Todesfällen, besonders in Hausgeflügelbeständen. Infektionen mit diesem H5N1-Subtyp sind in Europa beim Menschen bis jetzt nicht nachgewiesen worden.

Geflügelpest heuer stark

Die Ausbreitung der Geflügelpest in Europa ist heuer besonders stark: Hochpathogene (Krankmachende) Aviäre Influenzaviren zirkulierten auch in den Sommermonaten in Wildvogelpopulationen. Durch den derzeitigen Herbstzug der Zugvögel auf verschiedenen Zugrouten kommt es zur Verbreitung des Virus in ganz Europa. Bei der Weiterverbreitung spielen auch heimische Wildvögel, besonders Wasservögeli, eine Rolle. Wildvögel erkranken teilweise nicht, können aber das Virus verbreiten. Im heurigen Herbst wurde das Virus noch nicht bei heimischen Wildvögeln nachgewiesen, es ist aber nicht auszuschließen, dass Virus in der Wildvogelpopulation schon vorhanden ist.

Die Betriebe sollten daher besonders auf die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen achten, wie beispielsweise die Fütterung in überdachten Bereichen. Direkte und indirekt Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden. Bei unklaren Gesundheitsproblemen in Geflügelbetrieben sollte unbedingt eine tierärztliche Untersuchung erfolgen. Die verpflichtende Meldung von tot aufgefundenen wildlebenden Wasservögeln und Greifvögeln bei der lokal zuständigen Veterinärbehörde, ist ebenfalls für die Früherkennung wichtig.