Geflügelfleischproduktion in Österreich

Huhn
Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Die Geflügelfleischproduktion in Österreich unterliegt höchsten Tierwohl- und Lebensmittelstandards.

2019 betrug die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch in Österreich circa 134.000 Tonnen. Das entspricht einem Selbstversorgungsgrad von 72%. 

Unter Geflügelfleisch fallen folgende Geflügelarten: 

  Bruttoeigenerzeugung Selbstversorgungsgrad
Hühner 116.560 t 83 %
Truthühner 16.440 t 42 %
Enten 517 t 14 %
Gänse 546 t 26 %
Insgesamt 134.063 t 72 %

Quelle: Statistik Austria, Versorgungsbilanzen 2019

EU-weit wurden 2019 13.400 Tonnen Geflügelfleisch produziert. Dabei ist anzumerken, dass 6 Mitgliedsstaaten (MS) 74 Prozent der gesamten EU-Produktion produzieren. Diese Mitgliedsstaaten sind Polen (19%), Spanien (13%), Frankreich (12%), Deutschland (12%), Italien (10%) und Niederlande (8%). 

82% des in der Europäischen Union (EU) produzierten Geflügelfleisches ist Hühnerfleisch, gefolgt von 14% Truthühner, 4% Enten und 1% Andere (Gänse, Perlhühner,...). 

Tierwohl beim heimischen Mastgeflügel heißt: mehr Platz, mehr Licht und mehr Luft für die Tiere. 

Die Besatzdichte ist dafür ein guter Indikator. Besatzdichte heißt, wie viele Tiere auf einem Quadratmeter gehalten werden dürfen. In der Europäischen Union (EU) dürfen bis zu 26 Hühner auf einem Quadratmeter stehen. Das entspricht circa 42 kg pro Quadratmeter. In Österreich dürfen maximal 30 kg pro Quadratmeter sein. Das heißt, dass circa 18 Hühner pro Quadratmeter gehalten werden dürfen. Das sind um 8 Hühner weniger als in der Europäischen Union erlaubt sind. Die Tiere haben um 30% mehr Platz und können sich somit besser bewegen und ihrem natürlichen Verhalten nachgehen. 

Bei den Puten zeigt sich das erhöhte Tierwohl noch stärker. Auf EU-Ebene gibt es derzeit keine gesetzlichen Bestimmungen für Puten. In Österreich hingegen schon! Die Besatzdichte für Puten in Österreich beträgt maximal 40 kg pro Quadratmeter. In manchen EU-Mitgliedsstaaten wird mit nahezu doppelt so hohen Besatzdichten produziert. 

Haltungsanforderungen für Nutztiere sind in der 1. Tierhaltungsverordnung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) geregelt. Hausgeflügel ist in der Anlage 6 zu finden. 

Die gentechnikfreie Fütterung gehört in Österreich sowie im Großteil der Europäischen Union (EU) zum Alltag. Ganz im Gegensatz zum Rest der Welt. Ein zweiter wesentlicher Punkt bei der Fütterung sind die kurzen Wege der Futtermittel. 85% der Futtermittel für österreichische Masthühner sind aus lokaler beziehungsweise regionaler Produktion. Das bedeutet, dass der CO2-Fußabdruck für Futtermittel bedeutend kleiner ist als bei anderen Tierhaltern in der EU bzw. auf der Welt. 

In Österreich gibt es einen österreichweiten Tiergesundheitsdienst für Geflügel, die österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV). Hier sind alle Mastgeflügelbetriebe Mitglied die über 350 Tiere halten. In der Datenbank der QGV werden alle Tierarzneimittel, die den Masthühnern verabreicht werden, aufgezeichnet. Somit hat man einen perfekten Überblick über die Tiergesundheit in Österreich. 

Weltweit gibt es kaum solche Aufzeichnungen. Auch in der EU sind so genaue Aufzeichnungen nur selten vorhanden. In Österreich ist es auch gelungen den Einsatz von Antibiotika im Mastgeflügelbereich in den letzten 8 Jahren um 60% zu reduzieren! Hier ist Österreich wirklich Vorreiter, denn weder in der EU noch Weltweit, gibt es so massive Senkungen im Antibiotikaverbrauch. 

Des Weiteren werden in Österreich die Masthühner zu 100%  in bäuerlichen Familienbetrieben gehalten. Es gibt keine großen Konzerne als Tierhalter. 

In Österreich gibt es auch einen hohen Anteil an biologischer Haltung. 12% aller Masthühner in Österreich werden biologisch gehalten. In der EU werden insgesamt nur 2% der Masthühner biologisch gehalten. Weltweit kann man von unter 1% ausgehen. 

Weitere Informationen zur österreichischen Geflügelhaltung finden sie auch auf der Webseite der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG).