Steuerreform entlastet die heimische Landwirtschaft

Grünland
Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Die Bundesregierung bringt nun das größte Entlastungspaket der Zweiten Republik auf den Weg. Die ökosoziale Steuerreform mit einem Gesamtvolumen von 18 Milliarden Euro enthält zahlreiche Maßnahmen, um unsere Bäuerinnen und Bauern zu entlasten.

Die österreichische Land- und Forstwirtschaft trägt im europäischen Vergleich derzeit eine höhere Steuerlast als die in anderen Staaten. Gleichzeitig gewähren die meisten EU-Mitgliedsstaaten eine Mineralölsteuer-Vergütung oder einen steuerbegünstigten Agrardiesel. In der Landwirtschaft ist der vollständige Ausstieg aus fossilen Energieträgern vor allem bei Traktoren und Maschinen auch in naher Zukunft mangels technischer Alternativen nicht möglich. Mit der Einführung einer Steuerrückvergütung für Agrardiesel werden den Landwirten die Kosten, die durch die Einführung der CO2-Bepreisung entstehen, vollständig abgegolten.

Definiertes Ziel der Regierung ist: Die Stromproduktion bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare Produktion umzustellen. Einen wesentlichen Beitrag dafür wird Strom aus Photovoltaik-Anlagen leisten. In der Landwirtschaft wollen wir möglichst viele energieautarke Bauernhöfe schaffen, die den Strom für den Eigenbedarf aus gebäude- und betriebsintegrierten Photovoltaik-Anlagen samt Speicheranlagen erzeugen. Dafür wird ein Sonderinvestitionstopf für die Landwirtschaft mit einem Volumen von 25 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.

Regionaler Klimabonus speziell für den ländlichen Raum

Der regionale Klimabonus soll Menschen entlasten, die aufgrund ihres Wohnorts stärker auf ein Auto angewiesen sind als Menschen in Ballungsräumen mit gutem Zugang zum öffentlichen Verkehr. Konkret wird es ab 2022 den Bonus in vier Stufen geben, je nachdem, wo in Österreich sich der Hauptwohnsitz einer Person befindet – in einer städtischen oder in einer ländlichen Gemeinde: nämlich 100 Euro, 133 Euro, 167 Euro oder 200 Euro. Für jedes Kind gibt es den Bonus in der Höhe von 50 Prozent. Der Betrag kann sich dynamisch ändern, abhängig von den Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel.

Sauber heizen

Österreich will aus der Verwendung der fossilen Brennstoffe Öl und Gas für Heizsysteme aussteigen. Auch in landwirtschaftlichen Betrieben sind nach wie vor Heizsysteme im Einsatz, die Öl oder Gas verbrennen. Für den Umstieg auf erneuerbare Energieträger wie Biomasse oder Pellets beim Heizen sind insgesamt 500 Millionen Euro für verschiedene Maßnahmen vorgesehen. Davon profitiert mittel- bis langfristig insbesondere auch die Land- und Forstwirtschaft als Rohstofflieferant.

  • Raus aus Öl und Gas: 180 Millionen Euro
  • Steuerliche Anreize für Heizkesseltausch und Sanierung: 180 Millionen Euro
  • Heizkesseltausch für Einkommensschwache: 80 Millionen Euro
  • Förderpaket für thermische Sanierung im mehrgeschossigen Wohnbau: 60 Millionen Euro

Weitere relevante Maßnahmen für die Landwirtschaft

  • Reduktion Krankenversicherungsbeiträge speziell für kleine Einkommen um 1,7 Prozent samt Kompensation der Mindereinnahmen für die Krankenversicherung ab dem 01.07.2022
  • Befreiung Eigenstromabgabe für Erneuerbare
  • Investitionsfreibetrag inklusive Ökologisierungskomponente (insgesamt
    350 Mio. Euro; Orientierung an Investitionsprämie)

Regionale Bepreisung für Lebensmittel

Weitgereiste Lebensmittel verursachen einen höheren CO2-Ausstoß und werden oft nicht reif geerntet bzw. frisch produziert. Mit einer entfernungsabhängigen Bepreisung soll die ökologische Belastung im Lebensmittelsektor reduziert und dieser nachhaltiger gestaltet werden. Nicht zuletzt wird dadurch auch mehr Chancengleichheit für die regionale Landwirtschaft und eine stärkere kundennahe Produktion geschaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei Frische und höchste Produktqualität.