Produktion von Obst, Gemüse und Sonderkulturen in Österreich

Kohlkopf
Foto: BMLRT / Bernhard Kern

Gemüse und Obst gehören zwar zu den kleineren Sektoren innerhalb der landwirtschaftlichen Produktion, gleichen dies aber durch eine entsprechend höhere Wertschöpfung aus.

Bei Obst sind Äpfel das mit Abstand wichtigste Produkt, im Gemüsebau halten flächenmäßig die Zwiebeln den ersten Platz. Sonderkulturen haben eine untergeordnete Bedeutung.

Gemüse

Gemäß letztgültiger Feldgemüseanbauerhebung (Statistik Austria) beträgt die Gemüseanbaufläche in Österreich rund 13.995 Hektar. Die Gesamterntemenge an Feld- und Gartenbaugemüse belief sich 2019 auf 611.500 Tonnen. Größtenteils liegen diese Flächen im klimatisch günstigeren Osten, wobei Niederösterreich mit 9.226 Hektar führend ist, gefolgt von Oberösterreich mit 1.561 Hektar und dem Burgenland (1.029 Hektar).

Man unterscheidet den Feldgemüsebau und den gärtnerischen Gemüsebau. Daneben gibt es noch den Anbau auf geschützten Flächen in Gewächshäusern oder Folientunnel. Auf den geschützten Flächen wird fast flächendeckend mit Nützlingseinsatz gearbeitet.

Der Anteil der verschiedenen Gemüsearten ist von Jahr zu Jahr variabel. Die größten Anbauflächen waren der Zwiebelproduktion (3.175 Hektar) gewidmet, gefolgt von Grünerbsen (2.002 Hektar) und Karotten/Möhren (1.768 Hektar).

Der Selbstversorgungsgrad für Gemüse lag 2019/20 bei 55%. Mit einem pro Kopf Verbrauch von rund 118 kg Gemüse sind mit circa 32 kg Paradeiser mit Abstand das beliebteste Gemüse der Österreicher, gefolgt von Zwiebeln mit immerhin 9,1 kg pro Kopf und Jahr. Bei Zwiebeln ist auch der Selbstversorgungsgrad mit 118% am höchsten.

Erdäpfel werden nicht zu Gemüse gezählt, sondern den Feldfrüchten zugerechnet. 

Obst

Gemäß letztgültiger Erhebung der Erwerbsobstanlagen (Statistik Austria) wird Obst von 3.909 Betrieben auf 15.700 Hektar angebaut. 2020 wurden rund 192.700 Tonnen Obst erzeugt.

Fast zwei Drittel der Obstfläche (64%) entfielen auf die Steiermark, wo auch über die Hälfte (51%) der Betriebe lokalisiert waren. Niederösterreich folgte mit 18% der Kulturfläche und 28% der Betriebe.

Die überwiegende Kultur ist der Apfel mit 7.700 Hektar. Bei Marillen war eine Flächenausweitung festzustellen und erstmals eine Kulturfläche von knapp über 1.000 Hektar erreicht. Auch Birnen haben mit 620 Hektar eine gewisse Bedeutung.

In Oberösterreich ist das Mostviertel berühmt für den Anbau von Mostäpfel und –birnen.

Die Wachauer Marille ist als geschützte Usprungsbezeichnung eingetragen.

Mit einem Nahrungsverbrauch von rund 154.400 Tonnen (2019/20) sind Äpfel Spitzenreiter, knapp gefolgt von Bananen (circa 121.800 Tonnen). Der Selbstversorgungsgrad ist bei Äpfeln 95%, bei Marillen 48% und bei Zwetschken/Pflaumen 78%.

Sonderkulturen

In geringem Umfang (2020 auf 265 Hektar) wird in Österreich Hopfen angebaut. Der Anbau erfolgt im Mühlviertel, in Leutschach (Steiermark) und im Waldviertel (absteigend nach Anbaufläche). Die wichtigsten Sorten sind mit 125 Tonnen die Sorte Celeja, mit 93 Tonnen die Sorte Magnum gefolgt von der Sorte Perle mit 78 Tonnen.

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