Neue Nachhaltigkeitsfibel der ARGE Heumilch vorgestellt

Heumilch-Nachhaltigkeitsfibel
Foto: BMLRT / Lendl

Das Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit der Universität für Bodenkultur Wien hat die heimische Heuwirtschaft nach den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen analysiert. Die positiven Ergebnisse sind in der neuen Nachhaltigkeitsfibel der ARGE Heumilch zusammengefasst.

Ziel der Studie war es, die nachhaltige Wirtschaftsweise der Heuwirtschaft aufzuzeigen. Die Ergebnisse sind in einer neuen Nachhaltigkeitsfibel zusammengefasst, die am 21. September präsentiert wurde und die vielen Facetten von Nachhaltigkeit der Heuwirtschaft auflistet.

Heuwirtschaft schützt das Klima, schont die Böden und fördert die Artenvielfalt. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Zentrums für globalen Wandel und Nachhaltigkeit der Universität für Bodenkultur Wien. Für die Studie wurde die Heuwirtschaft auf die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen hin untersucht.

Die Heumilchproduktion ist eine österreichische Erfolgsgeschichte Rund 8.000 Heumilchbäuerinnen und Bauern verfolgen mit dieser ganz besonderen Produktionsweise Tradition, Qualität und Nachhaltigkeit. In der neuen Heumilch-Nachhaltigkeitsfibel auf Basis einer BOKU-Studie wird dieses Erfolgsrezept einmal mehr bestätigt. "Heumilchproduktion ist die ursprüngliche Form der Milcherzeugung und eine umweltverträgliche Wirtschaftsweise. Die Verbindung von regionaler und nachhaltiger Produktion ist voll im Trend. Was andere erst jetzt umsetzen, hat die Heumilchwirtschaft schon immer gemacht“, erläutert Köstinger.

Heumilchprodukte sind auch ein Teil unserer österreichischen Identität und leisten einen wichtigen Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen. Die Heumilchregionen befinden sich vorwiegend in den Alpen, wo Heuwirtschaft seit Jahrhunderten Tradition hat. Hauptproduktionsgebiete sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, die Steiermark sowie das Allgäu und die Ost- und Zentralschweiz. Die heimischen Heumilchbäuerinnen und Bauern schonen Boden und Wasser und setzen auf tiergerechte Haltung mit Weidegang im Sommer.

Große klimapolitische Bedeutung

Der Erhalt der Grünlandflächen durch die Bewirtschaftung der Heumilchbäuerinnen und Bauern hat eine große klimapolitische Bedeutung, da diese Böden enorme Mengen Kohlenstoff speichern und wertvolle CO2-Senken darstellen“, betont Werner Zollitsch, Leiter des Zentrums für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur Wien. Aufgrund des hohen Humusgehalts speichern Wiesen und Weiden in oberen Bodenschichten pro Hektar etwa ein Drittel mehr Kohlenstoff als Ackerböden. In tieferen Bodenschichten speichert das Grünland ähnlich viel Kohlenstoff, nämlich 196 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar, wie der durchschnittliche Waldboden mit 191 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Ackerflächen liegen bei 149 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar.

Humusreiche Böden haben abgesehen von der landwirtschaftlichen Nutzung auch wichtige Funktionen für unsere Gesellschaft. Neben Kohlenstoff können sie sehr viel Wasser speichern und Trockenperioden länger überdauern. Die Heuwirtschaft erhält diese wichtigen Funktionen und schützt zudem vor Bodenerosion. Ob Kühe negative Auswirkungen auf das Klima haben, hängt davon ab, welche Systeme der Tierhaltung und Futterbereitstellung angewendet werden. Eine standortangepasste Tierhaltung mit hohem Grünlandfutteranteil wie die Heuwirtschaft ist demnach eine zukunftsfähige Form der Rinderhaltung. Auf die bewirtschaftete Fläche bezogen weist die Heuwirtschaft insgesamt ein um 40 Prozent geringeres Treibhauspotenzial auf als industrialisierte Systeme.