Zahlen und Fakten zur österreichischen Landwirtschaft

Schweine
Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Ein Überblick über die österreichische Landwirtschaft lässt sich anhand der vielfältigen Zahlen gewinnen, die regelmäßig erhoben und ausgewertet werden. Diese sind hier grafisch und textlich aufbereitet - von den Hauptanbaugebieten über Produktionsstatistiken und Preisentwicklungen bis hin zu Versorgungsbilanzen und vielem mehr.

Auszug aus der Broschüre "Zahlen und Fakten 2021" (2. Ausgabe, Redaktionsschluss: November 2021)

Die heimischen bäuerlichen Familienbetriebe pflegen Österreichs einzigartige Kulturlandschaft, versorgen die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln und engagieren sich für den Klimaschutz. Ein dynamischer ländlicher Raum sichert Lebensqualität und garantiert Ernährungssicherheit. Die österreichische Landwirtschaft hat sich zuletzt sehr positiv entwickelt. Dennoch stehen viele Betriebe vor individuellen Herausforderungen. Ganz Österreich profitiert, wenn den Bäuerinnen und Bauern der Rücken gestärkt wird. Regionalität und Vielfalt bereiten den Weg für eine hochwertige und ressourcenschonende Produktion.

Ein agrarpolitischer Schwerpunkt liegt bereits auf der Programmperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für 2021–2027. Die Europäische Kommission verfolgt mit den so genannten Strategieplänen einen neuen, innovativen Ansatz. In jedem Mitgliedsstaat soll ein individueller Plan ausgearbeitet werden, der sämtliche Bereiche abdeckt: Direktzahlungen, Ländliche Entwicklung und Maßnahmen für einzelne Sektoren (z.B. Wein, Bienen). Den EU-Mitgliedsstaaten wird somit mehr Flexibilität bei der nationalen Ausgestaltung der Agrarpolitik eingeräumt. Dies bedeutet, dass auf EU-Ebene lediglich grundlegende Parameter wie die Ziele der GAP, allgemeine Förderbereiche oder die Basisanforderungen festgelegt werden. Statt wie bisher die Einhaltung von Auflagen zu überprüfen, wird sich die Europäische Kommission künftig stärker auf Ergebnisse und Leistungen fokussieren. Das BMLRT arbeitet derzeit den nationalen GAP-Strategieplan für 2021–2027 aus und tritt für stabile, verlässliche Rahmenbedingungen für bäuerliche Familienbetriebe ein. Im Mittelpunkt sollen Maßnahmen im Hinblick auf den Klimawandel stehen sowie eine nachhaltige, vielfältige Land und Forstwirtschaft und ein vitaler ländlicher Raum.

Die landwirtschaftlichen Haupt- und Kleinproduktionsgebiete Österreichs

Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen hat aufgrund der natürlichen und landwirtschaftlichen Produktionsgegebenheiten Österreich in acht landwirtschaftliche Hauptproduktionsgebiete (HPG) untergliedert, die wiederum in insgesamt 87 Kleinproduktionsgebiete (KPG) zerfallen.

Die Hauptproduktionsgebiete sind:
• Das Alpenvorland (Gebiete in Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich)
• Die Voralpen (Gebiete in Vorarlberg, Salzburg, , der Steiermark, und Wien)
• Die Hochalpen (Gebiete in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, der Hochsteiermark und im westlichen Teil Kärntens)
• Das Wald- und Mühlviertel (Gebiete in und )
• Das Nordöstliche Flach- und Hügelland (Gebiete in und im Burgenland)
• Der Alpenostrand (Gebiete in Kärnten, der Steiermark, und im Burgenland)
• Das Kärntner Becken (Gebiete in Kärnten)
• Das Südöstliche Flach- und Hügelland (Gebiete in der Steiermark und im Burgenland)

Die Landkarte der Statistik Austria stellt die landwirtschaftlichen Haupt- und Kleinproduktionsgebiete Österreichs in der Übersicht dar.

Grafik Die landwirtschaftlichen Haupt- und Kleinproduktionsgebiete Österreichs - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen
Grafik Bienenhaltung in Österreich - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Bienenhaltung in Österreich

Die Anzahl der Imkereibetriebe und der Bienenvölker hat in Österreich im Jahr 2020 weiter zugenommen. 31.923 Imkerinnen und Imker mit rund 426.121 Bienenvölkern sicherten die Bestäubung der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und der Wildpflanzen in Österreich. Rund 30 % der gesamten menschlichen Nahrung stammen von bienenbestäubten Pflanzen. Ohne Bienen und anderen Insekten wäre unsere Auswahl an Lebensmitteln stark eingeschränkt. Der Imkereisektor in Österreich ist kleinbetrieblich strukturiert. Die durchschnittliche Anzahl an Bienenvölkern pro Betrieb lag im Jahr 2020 bei rund 13 Bienenvölkern. Die meisten Imkereien gibt es in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Die österreichischen Imkereibetriebe sind in orts-, landes-, und bundesweit tätigen Imkereiverbänden organisiert. Als Dachorganisation ist der Verein „Biene Österreich“ tätig.

Grafik Faktoreinkommen der Landwirtschaft 2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Faktoreinkommen der Landwirtschaft 2020

Das reale landwirtschaftliche Faktoreinkommen stellt die Nettowertschöpfung zu Faktorkosten dar. Diese ergibt sich aus dem Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Herstellungspreisen abzüglich aller Vorleistungen, der Abschreibungen und der sonstigen Produktionsabgaben. Sonstige Subventionen werden hinzugerechnet. Das reale landwirtschaftliche Faktoreinkommen je Arbeitskraft ist in Österreich 2020 um 1,5 % gestiegen, nach einem Rückgang um 6,3 % im Jahr zuvor. Zurückzuführen war das leichte Einkommensplus primär auf den fortgesetzten Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (–2,2 %). Das im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich insgesamt erwirtschaftete Faktoreinkommen veränderte sich im Vorjahresvergleich nur geringfügig (nominell: +0,6 %; real: –0,7 %). Maßgeblich für den Zuwachs des Faktoreinkommens gegenüber 2019 war vor allem der Anstieg des Produktionswerts des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs. Mit rund 7,2 Milliarden Euro lag der Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft voraussichtlich um 2,6 % über dem Vorjahresniveau, vor allem dank des kräftigen Zuwachses des Werts der pflanzlichen Erzeugung (+5,7 %). So erhöhte sich der Produktionswert mehrerer pflanzlicher Produktgruppen, unter anderem von Getreide, Obst und Futterpflanzen. Deutliche Einbußen gab es hingegen im Kartoffelbau. Der Wert der tierischen Produktion war infolge der deutlichen Einbußen in der Rinderproduktion (–5,6 %) sowie gesunkener Erlöse in der Schweinehaltung rückläufig (–2,3 %). Die Aufwendungen der heimischen Landwirtschaft für Vorleistungen wurden auf rd. 4,6 Milliarden Euro geschätzt (+3,6 %) und die Abschreibungen für das Anlagevermögen auf rund 1,9 Milliarden Euro (+3,4 %). Die für die Ermittlung des landwirtschaftlichen Einkommens zu berücksichtigenden öffentlichen Gelder (laut LGR-Terminologie „Gütersubventionen“ und „sonstige Subventionen“) beliefen sich ersten vorläufigen Berechnungen zufolge auf rund 1,5 Milliarden Euro (+3,4 %).

Grafik Produktionswert der Landwirtschaft 2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Produktionswert der Landwirtschaft 2020

Der Produktionswert fasst alle von landwirtschaftlichen Betrieben erzeugten Güter und erbrachten Dienstleistungen zusammen. Im Jahr 2020 betrug der Produktionswert der Landwirtschaft rund 7,7 Milliarden Euro.

Grafik Land- und forstwirtschaftliche Betriebe 1951-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe 1951–2020

Im Jahr 2020 waren in Österreich laut Agrarstrukturerhebung (AS) rund 155.900 land- und forstwirtschaftliche Betriebe registriert – rund 6,3 % weniger als im Jahr 2013. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) je Betrieb hat sich in den vergangenen 60 Jahren verdoppelt, trotzdem ist die heimische Landwirtschaft nach wie vor klein strukturiert (AS 2016): 45,2 ha je Betrieb Gesamtfläche, 21,1 ha LF je Betrieb und 19,3 ha Ackerbau je Betrieb. Im Jahr 2020 bewirtschaften die Betriebe in Bezug auf das Bundesgebiet 2,7 Millionen ha (–37 %) landwirtschaftlich genutzte Fläche (rund 1/3 des Bundesgebiets), 3,4 Millionen ha (47 %) Wald (rund die Hälfte des Bundesgebiets); 1,2 Millionen ha (16 %) entfallen auf andere Flächen. Gegenüber 1960 hat sich das Verhältnis umgedreht, damals waren noch 38 % der bewirtschafteten Fläche Forst und 49 % landwirtschaftlich genutzte Fläche. Grenzertragsböden wurden aufgeforstet oder verwaldeten und Flächen in siedlungsnahen Gebieten wurden versiegelt. 78 % der Betriebe liegen im benachteiligten Gebiet.

Grafik Landwirtschaftsbetriebe nach Erwerbsarten 1960-2016 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Landwirtschaftsbetriebe nach Erwerbsarten 1960–2016

Von den 162.018 land- und forstwirtschaftlichen Betrieben im Jahr 2016 sind 91 % Familienbetriebe, nur 5 % Personengemeinschaften und 4 % juristische Personen. Von den Betrieben in Besitz von natürlichen Personen werden 35 % im Vollerwerb bewirtschaftet. D.h. mehr als 50 % der Arbeitsleistung entfällt auf land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten. 55 % der Betriebe werden im Nebenerwerb bewirtschaftet. Von den 245.000 Vollerwerbsbetrieben des Jahres 1960 sind 2016 noch 57.000 Betriebe oder rund ein Viertel aktiv. Viele haben in diesem Zeitraum die Gelegenheit zu außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten genutzt und führen ihren Betrieb im Nebenerwerb weiter. Gerade in Zeiten instabiler Agrarpreise und -märkte ist es für kleinstrukturierte Betriebe ein Vorteil, sich auf mehrere Standbeine zu stützen. Gezielte Diversifizierung, wie beispielsweise „Green Care“-Angebote auf Bauernhöfen mit gesundheitsfördernden, pädagogischen oder sozialen Zielen, erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und ermöglicht eine zukunftsorientierte, krisenfeste Weiterentwicklung. Österreichs Bäuerinnen und Bauern übernehmen dabei eine Vorreiterrolle.

Grafik Geförderte Biobetriebe in Österreich 2005-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Geförderte Biobetriebe in Österreich 2005–2020

Ein erfreulicher Trend zeigt sich im biologischen Landbau: Sowohl die Zahl der Betriebe als auch die biologisch bewirtschafteten Flächen steigen stetig an. Somit wird schon fast ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche biologisch bewirtschaftet. Österreich nimmt damit im europäischen Umfeld den Spitzenplatz ein.

Grafik Zahlungen für Land- und Forstwirtschaft nach Maßnahmejahr 2016-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Zahlungen für die Land- und Forstwirtschaft nach Maßnahmenjahr 2016–2020

Die Zahlungen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe sind wichtige Ertragsbestandteile und Leistungsabgeltungen. Sie sorgen für Stabilität und Planungssicherheit bei bäuerlichen Familienbetrieben und garantieren somit die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln sowie die Erhaltung eines funktionsfähigen ländlichen Raumes. Das Budget setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Marktordnungsausgaben, Ländliche Entwicklung und die sonstigen Maßnahmen. Im Jahr 2020 wurden insgesamt rund 2.252 Millionen Euro an Förderungen ausgezahlt.

Grafik Zahlungen für die Land- und Forstwirtschaft - Ländliche Entwicklung 2016-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Zahlungen für die Land- und Forstwirtschaft – Ländliche Entwicklung 2016–2020

Die Finanzierung der Zahlungen für die Ländliche Entwicklung erfolgt aus EU-, Bundes- und Landesmitteln. Im Jahr 2020 wurden fast 1.154 Millionen Euro, davon 583 Millionen EU-Mittel für rund 105.200 Betriebe und rund 2.200 sonstige Firmen, Institute oder Personen ausgeben. Die Ausgaben für die Ländliche Entwicklung entspricht rund der Hälfte des Agrarbudgets 2020. Davon entfielen insgesamt rund 447 Millionen Euro (39 %) auf die Agrarumweltmaßnahmen (ÖPUL), 257 Millionen Euro (22 %) auf die Ausgleichszulage für naturbedingte Nachteile, 165 Millionen Euro (14 %) auf Unterstützung der Investitionen, 102 Millionen Euro (9 %) auf Basisdienstleistungen und Dorferneuerung und 183 Millionen Euro (16 %) auf die übrigen Maßnahmen der LE 14–20, die technische Hilfe und das nationale Netzwerk.

Grafik Landwirtschaftliche Erzeugung 2018-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Landwirtschaftliche Erzeugung 2018–2020

Die Getreideernte (inkl. Körnermais) belief sich 2020 auf 5,7 Millionen Tonnen und nahm gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % zu. Hauptursache war die lange Trockenperiode. Deshalb reagierten die durch den kalten, trockenen Winter ohnehin schon ausgedünnten Bestände mit verminderter Kornfüllung und geringeren Korngrößen. Bei Hackfrüchten, wie Zuckerrüben und Erdäpfeln, kam es zu einer weiteren Flächenreduktion. Die Erdäpfelernte stieg um 17,9 %. Die Zuckerrübenernte nahm um 6,4 % zu. Die Milchanlieferung an die Molkereien nahm 2020 um 0,4 % leicht ab. Die Bruttoeigenerzeugung von Rindfleisch fiel um 4,8 % und die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch nahm mit 1,3 % zu. Österreichs bäuerliche Familienbetriebe behaupten sich im weltweiten Wettbewerb aber nicht durch Quantität, sondern höchste Qualität. Darum sind Regionalität und verpflichtende Herkunftsangaben wichtige agrarpolitische Schwerpunkte.

Grafik Anbau auf dem Ackerland 1960-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Anbau auf dem Ackerland 1960–2020

Im Jahr 2020 gab es in Österreich 1,32 Millionen ha Ackerland. Gegenüber dem Jahr 1960 ist die Ackerfläche um 17 % zurückgegangen. Der Anteil des Brotgetreides ist in etwa gleichgeblieben. Der Anbau der Hackfrüchte wurde reduziert, während der Anbau von Öl- und Eiweißfrüchten und die Bracheflächen stark zugenommen haben. Der verstärkte Anbau von Eiweißpflanzen trägt viel dazu bei, dass Europa unabhängiger von Sojaimporten wird. Regionaler Anbau spart Ressourcen, verkürzt die Transportwege und verbessert die Bodenfruchtbarkeit. Österreich übernimmt dabei eine Vorreiterrolle: In den vergangenen Jahren konnte der Sojaanbau in Österreich verdoppelt werden. Im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen spielen angepasste Sorten, die auch bei zunehmenden Wetterextremen stabile und hochwertige Erträge ermöglichen, eine wichtige Rolle. Darum hat das BMLRT gemeinsam mit Saatgut Austria das Forschungsprojekt „Klimafit“ gestartet.

Grafik Wein-, Obst- und Gemüseproduktion 2018-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Wein-, Obst- und Gemüseproduktion 2018–2020

Im Jahr 2020 wurden laut Statistik Austria 2,4 Millionen hl Wein produziert. Die Erntemenge lag damit 2020 um 3,2 % über der des Vorjahres und um 2 % über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Weißwein erzielte 2020 gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 1,4 % (+3 % im Vergleich zum Fünfjahresschnitt). Bei Rotwein stieg die Menge gegenüber dem Jahr 2019 sogar um 7,4 %. Der Grüne Veltliner ist mit fast 50 % der Weißweinfläche die häufigste Weißweinsorte. Weitere wichtige Sorten sind die Gruppe der Weißburgundervarianten (11 %), Welschriesling (11 %), Rheinriesling (7 %) und Müller-Thurgau (6 %). Ein Drittel der Weinbaufläche ist mit Rotwein bestockt. Die drei wichtigsten Sorten Zweigelt (42 %), Blaufränkisch (19 %) und Blauer Portugieser (8 %) machen 70 % der Rotweinfläche aus. Im langjährigen Vergleich mit dem Jahr 1980 zeigt sich, dass besonders Sauvignon Blanc und Muskateller bei Weißwein und Zweigelt beim Rotwein in der Bedeutung gestiegen sind während Grüner Veltliner, Müller-Thurgau und Welschriesling beim Weißwein und Blauer Portugieser beim Rotwein verloren haben. Die Obsternte fiel 2020 mit 192.700 Tonnen (–14,4 %) gegenüber dem Vorjahr (225.200 Tonnen) geringer aus. Die Kernobsterntemenge fiel auf 168.300 Tonnen (–11,7 %) und die Steinobsterntemenge auf 18.700 Tonnen (–64,2 %), die Beerenobsterntemenge blieb mit 18.700 Tonnen (0,1 %) annähernd gleich. Die Gemüseernte fiel 2020 mit einer Erntemenge von 583.100 Tonnen (–4,6 %) gegenüber dem Vorjahr (611.500 Tonnen) geringer aus. Es nahm auch die Gemüseanbaufläche von 18.000 ha im Jahr 2019 auf 16.600 ha (–4,6 %) im Jahr 2020 ab.

Grafik Speisefischproduktion 2018-2019 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Speisefischproduktion 2018–2019

Im Kalenderjahr 2019 waren knapp 500 Unternehmen in der Aquakultur tätig. Österreichweit wurden rund 4.250 Tonnen Speisefisch erzeugt. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 4,1 %. Im Speisefischsektor konnten 2019 bei nahezu allen erhobenen Fischarten Produktionssteigerungen verzeichnet werden. Die heimische nachhaltige Fischwirtschaft und Qualitätsproduktion wird im Rahmen der Aquakultur 2020 Strategie des Landwirtschaftsministeriums gefördert. Das BMLRT setzt zahlreiche Maßnahmen, um die Produktion und den Selbstversorgungsgrad zu steigern. Auch international setzt sich Österreich vehement für die nachhaltige Fischerei und ökologische Fangquoten ein.

Grafik Viehwirtschaft 2018-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Viehwirtschaft 2018–2020

Zum Stichtag 1. Dezember 2020 wurden österreichweit 1,86 Millionen Rinder gehalten. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einem Rückgang um 1,3 %, die Anzahl an Milchkühe stieg sogar leicht um 0,1 % auf 525.000 Stück. Die Gesamtzahl der Schweine stieg leicht um 1,2 % auf 2,81 Millionen Im Vergleich zum Vorjahr wurden sowohl bei Ferkeln und Jungschweinen (+2,3 % auf 1,40 Millionen) als auch bei Mastschweinen (+0,5 % auf 1,17 Millionen) Bestandszunahmen verzeichnet. Die Anzahl an Zuchtschweinen (–1,5 % auf 231.000 Tiere) nahm hingegen leicht ab.

Grafik Rinderbestand - Tiere und Tierhalter nach Bundesländern - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Rinderbestand – Tiere und Tierhalter nach Bundesländern

Die meisten Rinder wurden 2020 in Oberösterreich gehalten, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Genauso verhält es sich bei den Milchkühen. Der durchschnittliche österreichische  Milchviehbetrieb hält 19 Milchkühe. Die kleinsten Milchviehbetriebe mit 12 Milchkühen findet man in Tirol, die größten im Burgenland mit 34 Milchkühen je Betrieb.

Grafik Erzeugung von Milchproduktion 1990-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Erzeugung von Milchprodukten 1990–2020

Die extremen Wetterbedingungen im Jahr 2018 haben auch den Milchsektor nicht verschont und führten dazu, dass die Milchanlieferungen in der EU im August erstmals rückläufig waren. Aufgrund der ausgeprägten Dürre wurde ein nationales Maßnahmenpaket ausgearbeitet, das unter anderem die Förderung von Versicherungsprämien für Schäden durch Tierseuchen und Tierkrankheiten ab 2019 miteinschloss. Die Lage am Milchmarkt hat sich mittlerweile stabilisiert – ab Mitte 2018 konnte bei den Erzeugerpreisen sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene eine Trendwende erreicht werden. Der Abverkauf von rund 170.000 Tonnen Magermilchpulver aus Lagerbeständen (Marktintervention) wirkte sich ebenfalls positiv aus. Die Trinkmilchproduktion in Österreich belief sich im Jahr 2020 auf 753.300 Tonnen. Das ist eine Steigerung um 190.000 Tonnen seit 1990. Die Butterproduktion hat sich seit dem Tiefstand von 30.500 Tonnen im Jahr 2005 wieder auf 38.400 Tonnen erhöht. Dabei haben weniger Kühe mehr Milch produziert, die durchschnittliche Jahresmilchleistung je Tier stieg um 1,5 % auf 7.300 kg. Schafe und Ziege produzierten weniger Milch. Das BMLRT setzt sich dafür ein, die Stellung der Milchbäuerinnen und Milchbauern in der Wertschöpfungskette zu stärken – zum Beispiel durch die Forcierung von Gütesiegeln und Herkunftsangaben. Das Vorzeigeprojekt Heumilch hat sich auch wirtschaftlich bewährt – gerade in Zeiten der Milchkrise. Mit der Schaf- und Ziegen-Heumilch wurden 2019 zwei weitere heimischen Spezialitäten geschützt.

Grafik Lebensmittel - Geschützte österreichische Bezeichnungen - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Lebensmittel – Geschützte geografische Angaben und garantiert österreichische Spezialität

Der Herkunfts- und Spezialitätenschutz für Lebensmittel ist für Produzentinnen und Produzenten ebenso wichtig wie für Verbraucherinnen und Verbraucher. Immer mehr Menschen wollen wissen, woher das Essen auf ihren Tellern kommt und wie es erzeugt wird – umso wichtiger sind klare Orientierungshilfen beim Einkauf. Die EU hat entsprechende Regelungen geschaffen: Mit Stand Juni 2021 sind 16 österreichische Produkte durch „Ursprungsbezeichnung“ oder „geografische Angabe“ und 3 Produkte als „garantiert traditionelle Spezialität“ geschützt. Parallel dazu hat die Weltorganisation für geistiges Eigentum ein System zum Schutz von traditionellem Wissen erarbeitet, das auch ein Register für traditionelle Produkte vorsieht. Das „Register der Traditionellen Lebensmittel“ hat das Ziel, das traditionelle Wissen um das kulinarische Erbe Österreichs zu erheben, öffentlich zu machen und zu bewahren. Es enthält Produkte und Speisen, die seit mindestens 3 Generationen oder 75 Jahren mit traditionellem Wissen in Österreich kultiviert oder verarbeitet werden. Weiterführende Informationen sind abrufbar unter www.traditionelle-lebensmittel.at.

Grafik Versorgungsbilanz wichtiger pflanzlicher Produkte 2019/20 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Versorgungsbilanz wichtiger pflanzlicher Produkte 2019/20

Mit Brotgetreide, Erdäpfeln, Hülsenfrüchten, Äpfeln, Zwiebeln, Wein und Bier kann sich Österreich im langjährigen Durchschnitt selbst versorgen. Doch viele Obst- und Gemüsearten können in Österreich gar nicht, oder zumindest nicht in ausreichenden Mengen, produziert werden. Darum ist es notwendig, die heimische Ernte durch Importe zu ergänzen. Bei Obst weist Österreich einen Selbstversorgungsgrad von 45 % auf, bei Gemüse sind es 55 %. Gemessen am Pro-Kopf-Verbrauch sind Äpfel das beliebteste Obst, gefolgt von Bananen und Orangen. Zunehmend unberechenbare Witterungsbedingungen stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen.

Grafik Versorgungsbilanz wichtiger tierischer Produkte 2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Versorgungsbilanz wichtiger tierischer Produkte 2020

Pro Kopf und Jahr werden in Österreich 61 kg Fleisch verzehrt. Bei Rindfleisch und Innereien beträgt der Selbstversorgungsgrad weit mehr als 100 %. Auch Schweinefleisch liegt leicht darüber, während 23 % des in Österreich benötigten Geflügelfleisches importiert werden muss.

Grafik Entwicklung Verbraucher- und Erzeugerpreise Fleisch 2005-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Entwicklung Verbraucher- und Erzeugerpreise Fleisch 2005–2020

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Tierpreise auf Ebene der Landwirtschaft sowie der Fleischpreise der Konsumentinnen und Konsumenten seit dem Jahr 2005. Der Erzeugerpreis, also das, was die Bäuerinnen und Bauern für ihre Tiere bekommen, schwankt im Zeitablauf stark. Die Abwärtsbewegungen auf Erzeugerpreisebene wurden nur in geringerem Ausmaß an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben. Landwirtschaftliche Betriebe, verarbeitende Betriebe und der Handel auf allen Stufen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher sind alle Teil der Lebensmittelversorgungskette. Dabei ist es für kleinere Glieder dieser Kette wahrscheinlicher, dass sie Opfer von unlauteren Geschäftspraktiken werden. Bäuerinnen und Bauern sind besonders davon betroffen. Unter österreichischem Ratsvorsitz wurde 2018 eine neue EU-Richtlinie ausverhandelt, durch die landwirtschaftliche Erzeuger von „unfairen Geschäftspraktiken“ besser geschützt werden sollen. Einige konkrete Maßnahmen, um bäuerliche Familienbetriebe zu stärken, wurden bereits gesetzt. Das Landwirtschaftsministerium präsentierte einen Fairnesskatalog für Unternehmen und ein anonymes Onlinetool der Bundeswettbewerbsbehörde für Beschwerden.

Grafik Entwicklung Verbraucher- und Erzeugerpreise Milch 2005-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Entwicklung Verbraucher- und Erzeugerpreise Milch 2005–2020

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Milchpreise auf Ebene der Landwirtschaft sowie der Konsumentinnen und Konsumenten seit dem Jahr 2005. Nach der Milchkrise in den Jahren 2014 bis 2016 hat sich der Erzeugermilchpreis wieder einigermaßen erholt. Er lag zum Jahresende 2020 um 28,7 % über dem Niveau von 2005, während die Verbraucherpreise der Molkereiprodukte in Summe um 39,7 % über dem Preisniveau von 2005 liegen.

Grafik Agrar-Erzeuger-Preis-Indizes der land- und forstwirtschaftlichen Produkte 1995-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Agrar-Erzeuger-Preis-Indizes der land- und forstwirtschaftlichen Produkte 1995–2020

Gegenüber dem Jahr 1995 sind die vorläufigen Erzeugerpreise im Jahr 2020, die die Bäuerinnen und Bauern für ihre landwirtschaftlichen Produkte erhielten, um 25 % gestiegen. Angesichts der Folgen des Klimawandels, rasanter technologischer Entwicklungen und der instabilen internationalen Märkte stehen die landwirtschaftlichen Betriebe vor großen Herausforderungen. Die Preise für Betriebsmittel und Investitionsgüter, die für die Bewirtschaftung eingekauft wurden, sind im selben Zeitraum mehr als doppelt so stark (+58 %) gestiegen. Darum setzt das Landwirtschaftsministerium mit gezielten Förderungen und einem stabilen, agrarpolitischen Rahmen Maßnahmen, die den  Fortbestand der ökosozialen und kleinstrukturierten Landwirtschaft sicherstellen. Eine zentrale Herausforderung liegt zukünftig darin, den klein- und mittelgroßen landwirtschaftlichen Betrieben die Chancen zur Nutzung der fortschreitenden Digitalisierung zu eröffnen. Für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums ist es aber auch wichtig, Landwirtschaft, Verarbeitung, Vermarktung und Konsum noch näher zusammenzuführen. Bäuerliche Direktvermarktung übernimmt dabei eine Vorreiterrolle: Sie bildet eine direkte Schnittstelle zwischen Produktion und Kundschaft. Darum unterstützt das Landwirtschaftsministerium die Direktvermarktung mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen und Mitteln aus dem Programm für Ländliche Entwicklung.

Grafik Monatliche Ausgaben für frische Lebensmittel und Fertiggerichte 2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Monatliche Ausgaben für frische Lebensmittel und Fertiggerichte 2020

Ein österreichischer Haushalt gab im Jahr 2020 monatlich in Summe 169,40 Euro für Frischeprodukte aus. Gegenüber dem Vorjahr kam es bei den Ausgaben für frische Lebensmittel und Fertigprodukte pro österreichischem Haushalt zu einer Wertsteigerung von 12,6 %. Der größte monatliche Betrag entfiel auf Wurst und Schinken. Die vergangenen Jahre haben jedoch auch gezeigt: Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten achten bewusst auf die Qualität und Herkunft von Lebensmitteln. Dieser positive Trend unterstreicht, dass die harte Arbeit der bäuerlichen Familienbetriebe in der gesamten Bevölkerung anerkannt und hochgeschätzt wird.

Grafik Außenhandel mit agrarischen Produkten und Lebensmitteln 1995 und 2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Außenhandel mit agrarischen Produkten und Lebensmitteln 1995 und 2020

Im Jahr 2020 sind die Agrarexporte Österreichs um 458 Millionen Euro gestiegen, dies entspricht einer Steigerung um 3,7 % gegenüber 2019. Trotz der deutlichen Zunahme der Exporte im Jahr 2020 wurde ein agrarisches Handelsdefizit von 14,7 Millionen Euro erzielt. Getränke, Milch- und Molkereiprodukte sowie Fleisch und Fleischwaren konnten sich seit dem EU-Beitritt besonders gut entwickeln und zählen zu den wichtigsten Exportprodukten. Der größte Exportüberschuss wurde 2020 bei den Getränken erzielt, gefolgt von Milchprodukten, Eiern und Honig. Bei Obst und Gemüse ist der größte Importüberschuss gegeben, da aus klimatischen Gründen nicht alle beliebten Obst- und Gemüsearten im Inland erzeugt werden können.

Grafik Entwicklung der Weinexporte 1988-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Entwicklung der Weinexporte 1988–2020

Gemessen am Verhältnis zwischen dem Verbrauch und der heimischen Produktion besteht jährlich ein Überschuss an Weißwein und ein Mangel an Rotwein. Da der österreichische Gesamtkonsum der durchschnittlichen Produktionsmenge entspricht, stehen Importe und Exporte auch in engem Zusammenhang mit der heimischen Produktionsmenge. Vor allem die niedrigen Ernten 2010, 2012 und 2016 führten zu einem sprunghaften Anstieg der Importe und zu Verlusten bei den Exporten (in erster Linie im untersten Preissegment). Bemerkenswert ist trotz des Rückgangs der exportierten Menge in den vergangenen Jahren der stetige Anstieg des Exportwertes, der in erster Linie auf hohe Qualität und innovative Vermarktung zurückzuführen ist. So konnte im vergangenen Jahr sowohl der Exportwert um 4,3 Millionen Euro beziehungsweise +2,2 % als auch die Exportmenge um 5,5 Millionen Liter beziehungsweise +8,6 % gesteigert werden.

Grafik Ausfuhr Agrarischer Produkte und Lebensmittel 2019/20 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Die wichtigsten Exportdestinationen österreichischen Agrargüter und Lebensmittel 2019 und 2020

Drei Viertel der Exporte österreichischer Agrargüter und Lebensmittel gehen in die anderen Mitgliedsstaaten der EU. Die wichtigste Exportdestination Im Jahr 2020 war Deutschland, gefolgt von Italien, den USA und der Schweiz. Seit dem EU-Beitritt haben sich besonders die Verbringungen nach Deutschland, Italien und Ungarn erhöht, aber auch Ausfuhren in Drittstaaten außerhalb der EU, wie in die USA oder in die Schweiz, stiegen überdurchschnittlich an.

Grafik Entwicklung Agrarexporte und Handelsbilanz 1995-2020 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Entwicklung Agrarexporte und Handelsbilanz 1995–2020

Die Agrarexporte Österreichs haben sich seit 1995 versechsfacht. Obwohl die Exporte landwirtschaftlicher Güter und Lebensmittel im Jahr 2020 stärker gestiegen sind als die Importe, ergibt sich für 2020 wiederum ein leichtes Handelsdefizit von 14,7 Millionen Euro in der agrarischen Handelsbilanz. Dies unterstreicht, dass die konsequente, jahrelange Qualitätsstrategie im heimischen Agrarsektor Früchte trägt. Die gezielte Spezialisierung auf hochwertige Nischenprodukte, verbindliche Herkunftskennzeichnungen und der allgemeine Trend zu regionalen Produkten unterstützen diese positive Entwicklung.

Grafik Entwicklung des realen landwirtschaftlichen Einkommens 2019/20 je Arbeitskraft in der EU - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Landwirtschaftliches Faktoreinkommen 2019/20 je Arbeitskraft

Das landwirtschaftliche Faktoreinkommen stellt die Rentabilität des Agrarsektors dar. Es misst die Vergütung aller Produktionsfaktoren: Land, Kapital sowie Arbeit und betrug in der EU-28 im Jahr 2020 167,3 Milliarden Euro. Das reale Faktoreinkommen je Jahresarbeitseinheit liegt 2020 in der EU-28 um 23,1 % über dem Niveau von 2010 und ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % gefallen.

Grafik Land- und forstwirtschaftliche Schulen und Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Land- und forstwirtschaftliche Schulen und Hochschule

Die höheren Schulen des BMLRT bieten moderne, praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten in ganz Österreich – von den verschiedenen Bereichen der Land- und Forstwirtschaft über Ernährung bis zum Umwelt- und Ressourcenmanagement. Mehr dazu unter www.bmlrt.gv.at/schulen.

Agrarstruktur in der Europäischen Union 2016

Nach Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung (AS) gab es in der EU-28 im Jahr 2016 10,5 Millionen landwirtschaftliche Betriebe, das sind um 24 % weniger als 2007. Diese bewirtschafteten 173 Millionen ha landwirtschaftliche Nutzfläche, dies entspricht 16,6 ha je Betrieb. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich sind zu 86 % Familienbetriebe und kleinstrukturiert. Es werden nur 18 % der landwirtschaftlichen Flächen von Betrieben mit mehr als 100 ha bewirtschaftet. 57 % werden von Betrieben mit 20 bis 100 ha bewirtschaftet.

Grafik Agrarstruktur in der Europäischen Union 2016 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen
Grafik Biobetriebe in der Europäischen Union 2019 - Kernaussagen sind dem Erklärtext im Artikel zu entnehmen

Biobetriebe in der Europäischen Union 2019

Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten setzen bewusst auf Bio-Produkte: Bio steht nicht mehr für eine Nische, sondern ist bei der gesamten Bevölkerung angekommen. Die biologische Landwirtschaft spielt in Österreich eine wichtige ökologische, ökonomische und auch soziale Rolle. Jeder vierte Hektar wird biologisch bewirtschaftet und jedes zehnte Lebensmittel im Einkaufskorb ist bereits „bio“. Das Angebot wächst ebenso wie die Nachfrage: Bio- Erzeugnisse werden nicht nur im Lebensmitteleinzelhandel, sondern auch immer öfter in Gasthöfen, online oder direkt am Bauernhof verkauft. Der Anstieg der Bio-Fläche in der EU-28 zwischen 2015 und 2019 betrug 28 %. Im selben Zeitraum haben sich die Bio-Einzelhandelsumsätze fast verdoppelt. Österreich ist 2019 vor Estland, Schweden und Italien weiterhin das EU-Land mit dem höchsten Anteil an biologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Nutzfläche.