E 10 als Treibstoff der Zukunft

Gruppenfoto mit Bundesministerin Köstinger beim Besuch im Werk Pischelsdorf bei der Ethanol Anlage der Agrana
Foto: BMLRT / Paul Gruber

Ein Drittel der heimischen Treibhausgasemissionen sind auf den Verkehrssektor zurückzuführen. Umso wichtiger ist es, alternative Kraftstoffe zu entwickeln. Der Ottokraftstoff „E10“ hat großes Potenzial, Teil der Lösung in der Verkehrswende zu sein. Die Bundesregierung will die Beimischung von Ethanol zu herkömmlichen Treibstoffen nun forcieren.

Der Kraftstoff E10 besteht zu 90 Prozent aus Superbenzin und zu 10 Prozent aus Bioethanol. Bioethanol ist Alkohol, der durch Vergärung von Biomasse gewonnen wird. Das entstandene CO2 wurde zuvor beim Pflanzenwuchs aus der Atmosphäre gebunden, daher sind Vergärung und Verbrennung in großen Teilen klimaneutral.

Aus dem Ertrag einer Maisfläche von 1 ha erzeugt man rund 5.000 l Bioethanol und 4.000 kg Eiweißfuttermittel. Mit 1 Liter Bioethanol beigemischt kann man durchschnittlich 11 Kilometer fahren. Das bedeutet, mit der Beimischung von Bioethanol von 1 ha Mais kann man ca. 55.000 Kilometer fahren!

Eiweißfuttermittel als Nebenprodukt

In Österreich produziert das Unternehmen AGRANA in Pischelsdorf in Niederösterreich Bioethanol überwiegend aus Weizen und Mais. Jährlich werden über 200.000 Tonnen Bioethanol hergestellt. Das entspricht mit 233 Prozent mehr als dem doppelten Inlandsabsatz. Als Nebenprodukt der Bioethanolerzeugung werden rund 190.000 Tonnen Eiweißfuttermittel (DDGS) erzeugt.

Diese Eiweißfuttermittel stärken die Eigenversorgung und verringern die Importabhängigkeit von Soja und somit den Flächenbedarf.

2019 war der Verkehrssektor für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Seit 1990 stiegen die Emissionen auf Österreichs Straßen um fast 76 Prozent und kletterten zuletzt auf den Rekordwert von rund 24 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent.

Die Energie- und Verkehrswende wird nur dann möglich sein, wenn wir alle Technologien nützen. Die Erhöhung des Bioethanolanteils bei Benzin kann ein nächster wichtiger Schritt sein“, betont Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

E5, also 95 Prozent Superbenzin und fünf Prozent Ethanol, wird in Österreich schon seit Jahren eingesetzt. Die Erhöhung des Alkohol-Anteils auf 10 Prozent stellt auch für die meisten Benzinmotoren kein Problem dar. Derzeit haben Deutschland, Frankreich, Finnland und Schweden E10 bereits eingeführt.