Grüner Bericht 2021 im Ministerrat

Bienen
Grüner Bericht 2021 Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Anlässlich der Behandlung des Grünen Berichtes im Ministerrat am 8. September 2021 zieht Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger Bilanz über den Stand der österreichischen Land- und Forstwirtschaft.
 

„Jedes Jahr erarbeiten wir als Landwirtschaftsministerium den ‚Grünen Bericht‘, der einen detaillierten Überblick über die Situation der österreichischen Land- und Forstwirtschaft gibt. Die Analyse für das Jahr 2020 kommt zu einem stabilen Ergebnis: Während die Einkommensentwicklung stagniert, war die Agrar-Außenhandelsbilanz nahezu ausgeglichen“ resümiert Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger den neuen Grünen Bericht, anlässlich der Behandlung im Ministerrat am 8. September 2021.

Agrarbudget

  • 2020 wurden in Summe rund 2,3 Mrd. Euro an EU-, Bundes- und Landesmitteln für die Land- und Forstwirtschaft aufgewendet. Das sind um rund 4,5% bzw. 96 Mio. Euro mehr als 2019.
  • Für die 1. Säule der GAP (Marktordnung) wurden 710,5 Mio. Euro bzw. 32% des Agrarbudgets für rund 104.375 landwirtschaftliche Betriebe und Agrargemeinschaften (sowie rund 25 Firmen) aufgewendet. Diese Zahlungen beinhalten u.a. die Bereiche Basisprämie, Greening-Prämie, Zahlung für Junglandwirte, Imkereiförderung sowie Absatzförderungen und Unterstützungen für Erzeugergemeinschaften.
  • Die 2. Säule (Ländliche Entwicklung) erfolgt im Rahmen der Kofinanzierung aus Mitteln der EU, Bund und Ländern. Diese umfasste im Jahr 2020 rund 1.053 Mio. Euro (51%) bzw. Zahlungen an 105.171 Betriebe (und 2.203 Firmen und Institute). Die hervorzuhebenden Bereiche sind ÖPUL, Ausgleichzulage für benachteiligte Gebiete, Förderungen für Investitionen, Basisdienstleistung und Dorferneuerung sowie Technische Hilfe und nationales Netzwerk.
  • Für rein national finanzierte Maßnahmen wurden 2020 von Bund und Ländern in Summe 389 Mio. Euro (17%) aufgebracht.

Landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020

  • Der primäre Sektor trug 2020 rund 1,3% zur Bruttowertschöpfung bei.
  • Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft betrug 2020 rund 9,4 Mrd. Euro (–0,7%). Davon entfielen 7,7 Mrd. Euro auf die Landwirtschaft und 1,7 Mrd. Euro auf die Forstwirtschaft.
  • Der Wert der pflanzlichen Erzeugung erhöhte sich 2020 um 5,7% auf rund 3,3 Mrd. Euro. Diese Entwicklung ist u.a. auf folgende Faktoren zurückzuführen:
    • Steigerung der Produktionsvolumina bei Hackfrüchten sowie Futter- und Eiweißpflanzen.
    • Positive Entwicklung bei den Dauerkulturen (insbesondere im Obstbau).
  • Der Wert der Tierischen Produktion nahm um 0,6% zu.
    • Die Entwicklung in der tierischen Erzeugung war 2020 vor allem durch die pandemiebedingten Absatzprobleme und Preisrückgänge bei Rindern und Schweinen geprägt.
    • Infolge gestiegener Erlöse in der Milchproduktion fiel der Rückgang des tierischen Produktionswerts aber moderat aus.
    • Leicht über dem Vorjahresergebnis lagen auch die Produktionswerte von Geflügel (+1,6%) und Eiern (+2,2%).

Außenhandel mit agrarischen Produkten und Lebensmitteln

  • Im Gegensatz zum Gesamtaußenhandel entwickelte sich der österreichische Agraraußenhandel im Jahr 2020 positiv: 
    • Die Exporte erhöhten sich um 3,7% auf 12,75 Mrd. Euro
    • Die Importe um 0,24% auf 12,77 Mrd. Euro.
  • Beim Handel mit agrarischen Produkten waren die EU-Staaten Österreichs wichtigste Handelspartner (DE, IT, NL, HU).
  • Aus den Reihen der Drittstaaten waren dies die USA, die Schweiz, die Russische Föderation, die Türkei sowie China.

Ertragseinbußen in der Forstwirtschaft

Die Auswirkungen des Klimawandels haben Österreichs Wälder weiter fest im Griff.

  • Der Holzeinschlag betrug 2020 rund 16,8 Mio. Erntefestmeter und lag damit um 11,2% unter dem Vorjahr (um 6% unter dem zehnjährigen Durchschnitt).
  • Die Preise der forstwirtschaftlichen Erzeugnisse lagen um 4,8% unter denen von 2019.
  • Der Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs ging 2020 um mehr als 13,7% auf 1,7 Mrd. Euro zurück.

Einkommensentwicklung stagniert

  • Für das Jahr 2020 wurden die Buchführungsdaten von 1.939 land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ausgewertet.
  • Trotz Coronakrise waren die Einkommen 2020 stabil und verzeichneten im Durchschnitt ein bescheidenes Plus von 1,4 Prozent.
  • Im mehrjährigen Vergleich stagnieren die land- und forstwirtschaftlichen Einkommen jedoch.
  • Die Einkünfte stiegen auf durchschnittlich 28.368 Euro pro Betrieb.

„Unsere Land- und Forstbetriebe versorgen uns nicht nur tagtäglich mit Lebensmitteln und Rohstoffen, sie sind auch ein enormer Wirtschaftsfaktor. Das verdeutlichen die Ergebnisse des Grünen Berichts für das Jahr 2020. Die landwirtschaftliche Produktion hat im Vorjahr rund 1,3 Prozent zur Bruttowertschöpfung beigetragen. Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft lag bei rund 9,4 Mrd. Euro. Davon entfielen 7,7 Mrd. Euro auf die Landwirtschaft und 1,7 Mrd. Euro auf die Forstwirtschaft“ betonte Köstinger.

„Die Coronakrise hat die landwirtschaftlichen Betriebe hart getroffen, durch die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung konnten massive Einkommensverluste aber verhindert und die Einkommenssituation stabil gehalten werden. Das ist aber kein Grund für eine Jubelmeldung. Die Einkommen stagnieren in den letzten Jahren. Umso wichtiger ist es, dass unsere Bäuerinnen und Bauern faire Preise für ihre harte Arbeit und ihre Produkte bekommen“, so die Landwirtschaftsministerin.