Landwirtschaftliche Einkommen 2020 laut vorläufigen Schätzungen gestiegen - Zunahme dank pflanzlicher Erzeugnisse

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Foto: Statistik austria

Die landwirtschaftlichen Einkommen entwickelten sich 2020 durchaus positiv, gleicht aber lediglich den Einkommensverlust des Vorjahres aus: Das Einkommen je Arbeitskraft erhöht sich real um 5,4 Prozent.

Nach Einbußen in den Jahren 2018 und 2019 erhöhte sich laut zweiter Vorschätzung im Rahmen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) der Statistik Austria das durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft (gemessen als Faktoreinkommen, das heißt als Nettowertschöpfung zu Faktorkosten) im Vorjahresvergleich real um 5,4 Prozent nach einem Rückgang um 5,8 Prozent im Jahr zuvor.

Zur Zunahme des Produktionswerts trug vor allem die pflanzliche Erzeugung bei, während es in der Rinder- und Schweineproduktion aufgrund der Corona-Krise Absatzprobleme und Preisrückgänge gab. „Das Jahr 2020 war auch für die Landwirtschaft sehr schwierig. Durch die coronabedingte Vollbremsung der Gastronomie- und Tourismuswirtschaft sind auch wichtige Absatzmärkte für die Bäuerinnen und Bauern weggefallen. Die voraussichtliche Steigerung des Einkommens ist daher erfreulich aber gleicht lediglich den Verlust des Vorjahres aus. Vor allem die tierische Produktion hat massiv unter den Folgen der Corona-Krise gelitten. Insbesonders die Schweinebranche hat durch den Wegfall des außer Haus Verzehrs und durch die Afrikanische Schweinepest einen enormen Einkommensverlust hinnehmen müssen. Mit dem Verlustersatz für indirekt betroffene Betriebe in der Landwirtschaft können in dieser Branche wir in den nächsten Wochen für Entlastung sorgen“, erklärt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

 

Gemäß den vorläufigen Berechnungen verzeichnet die österreichische Landwirtschaft 2020 einen Produktionswert von rund 7,7 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 3,2 Prozent. Die in der Einkommensberechnung berücksichtigten öffentlichen Gelder wurden auf rund 1,5 Milliarden Euro (+0,3%) beziffert; die Aufwendungen für Vorleistungen, Abschreibungen und sonstige Produktionsabgaben wurden auf rund 6,6 Milliarden Euro (+1,9%) geschätzt.

Für das landwirtschaftliche Faktoreinkommen, das die Entlohnung der in der Landwirtschaft eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital misst, ergibt sich damit ein Anstieg um 4,9 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro.

Je Arbeitskraft fiel der Einkommenszuwachs wegen des fortschreitenden Strukturwandels höher aus als für den landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich insgesamt. Bei einem Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes von 1,8 Prozent betrug der Anstieg je Arbeitskraft nominell 6,8 Prozent bzw. real 5,4 Prozent.