Härtefallfonds, Umsatzersatz und Ausfallsbonus: Unterstützung für die Land- und Forstwirtschaft

Rinderhaltung
Foto: BMLRT / Martina Siebenhandl

Die Coronavirus-Pandemie ist für Österreich die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg. Auch die Land- und Forstwirtschaft bleibt von den Auswirkungen der Krise nicht verschont. Betriebe, die von Covid-19 bedingten Schließungen betroffen sind, werden mit mehreren Maßnahmen aus dem Härtefallfonds unterstützt. Das Geld ist ein einmaliger Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Antragstellung erfolgt online über eAMA.

Bei einem coronabedingtem Umsatzeinbruch können Bewirtschafter insgesamt bis zu 37.500 € erhalten (inklusive 7.500 € Comeback-Bonus), die Mindestauszahlung pro Monat beträgt 1.000 €.

Die Unterstützung aus dem Härtefallfonds erfolgt in 2 Phasen:

  • Die Soforthilfe (Phase 1) in Form von Pauschalzahlungen endete mit 15.04.2020.
  • Förderansuchen für Phase 2 können bis 31.07.2021 gestellt werden.

 

 

Welche Kriterien müssen vorliegen, um eine Förderung zu erhalten:

Als Förderwerber gelten Betriebe:

  • die von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen sind;
  • die einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres nachweisen können;
  • die eine Kostenerhöhung zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bei Fremdarbeitskräften zu verzeichnen haben;
  • die einen Preisverlust von mindestens 50% aufgrund des Qualitätsverlustes bei Sägerundholz zu verzeichnen haben;
  • Jungunternehmer, wenn in den Betriebszweigen ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% vorliegt;
  • Als Förderwerber gelten auch Bewirtschafter, die nur in der Pensionsversicherung nach BSVG pflichtversichert sind;

Wie errechnet sich die Förderung:

  • Im Zeitraum von 16.03.2020 – 15.06.2021 können alle 15  Betrachtungszeiträume für die Berechnung der Verluste an Einkünften herangezogen werden; Ansuchen können monatsweise gestellt werden;
  • Die Förderung beträgt 80% der Differenz der Einkünfte des vergleichbaren Zeitraumes des Vorjahres und den Einkünften für den jeweiligen Betrachtungszeitraum;
  • Zur Berechnung der Einkünfte werden je nach Betriebszweig die Umsätze, die Fremdarbeitskosten oder der Preisverlust als Basis herangezogen;
  • Bei Berechnung der Einkünfte werden je nach Betriebsart pauschale Prozentsätze für nicht angefallene Kosten gegengerechnet;
  • Ebenso werden Nebeneinkünfte aus nicht land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten gegengerechnet;
  • Darüber hinaus wird ein Comeback-Bonus in Höhe von 500 € pro Monat ausbezahlt. Dies gilt für alle, die in Phase 2 anspruchsberechtigt sind. Bei bereits abgeschlossenen Ansuchen erfolgt die Auszahlung automatisch. Bei Nebeneinkünften und Versicherungsleistungen ab 2000 € steht der Comeback-Bonus nicht zu;
  • Bei Personen, die durch die Gegenrechnung von Nebeneinkünften und Versicherungsleistungen von über 1.500 € einen Förderbetrag von unter 500 € monatlich erhalten haben oder erhalten würden, wird dieser zukünftig automatisch auf jeweils 500 € pro Betrachtungszeitraum aufgestockt. Bei bereits abgeschlossenen Ansuchen erfolgt diese zusätzliche Auszahlung automatisch. Bei Nebeneinkünften und Versicherungsleistungen ab 2.000 € ist eine Aufstockung nicht möglich;

Welche Betriebszweige werden unterstützt:

  • Wein- und Mostbuschenschankbetriebe, Almausschank;
  • Spezialkulturen im Wein,- Obst,- Garten- und Gemüsebau sowie mit Christbaumkulturen (hinsichtlich Fremdarbeitskosten);
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof);
  • Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt, an die Gastronomie (auch an den spezialisierten Großhandel), Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten;
  • Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten (auch wenn der Bewirtschafter für diese konkreten Aktivitäten nicht der Versicherung nach BSVG unterliegt);
  • Betriebe, die auf Basis von Verträgen Sägerundholz erzeugen, dieses aber durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 nicht mehr zur Abholung kommt;

Lockdown-Umsatzersatz

Mit dem Lockdown-Umsatzersatz November und Dezember 2020 wurden 80% des ermittelten Umsatzersatzes des vergleichbaren Vorjahreszeitraums gewährt.

Antragsberechtigt waren von der behördlichen Schließung betroffene

  • Wein und Mostbuschenschankbetriebe,
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof); 

Förderansuchen konnten bis 15.01.2021 gestellt werden.

Ausfallsbonus

Nunmehr wurde der Ausfallsbonus für touristische Vermieter und Wein-, Mostbuschenschank und Almausschank als neue Unterstützungsmaßnahme geschaffen.

Um Privatzimmervermieterinnen und -vermieter im Tourismus und in der Land- und Forstwirtschaft weiter zu unterstützen, wurde der Ausfallsbonus auf einen größeren Kreis der Anspruchsberechtigten ausgeweitet.

Die Antragstellung ist seit dem 19. April 2021 über die AMA möglich. Der Förderzeitraum umfasst acht Betrachtungszeiträume (November 2020 bis Juni 2021). Für eine Beantragung muss ein Umsatzausfall von mindestens 40 % vorliegen. Die Höhe der Förderung beträgt für März und April 2021 30 % und für alle weiteren Betrachtungszeiträume 15 % des ermittelten Umsatzausfalls. Gewerbliche und sonstige touristische Vermieter mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung erhalten einen Zusatzbonus von 10 %.

Der Ausfallsbonus kann ab dem 16. des auf den Betrachtungszeitraum folgenden Kalendermonats bis zum 15. des auf den Betrachtungszeitraum drittfolgenden Kalendermonats beantragt werden. Die Antragstellung für die Betrachtungszeiträume November 2020, Dezember 2020, Jänner 2021 und Februar 2021 hat bis zum 31. Mai 2021 zu erfolgen.