Green Deal: Kleinstrukturierte Landwirtschaft ist gefährdet

Frau Bundesminister Köstinger im Getreidefeld
Foto: Paul Gruber

Die Europäische Union setzte sich das Ziel, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen und ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, müssen im Rahmen des „Green Deal“ alle Wirtschafts- und Lebensbereiche einen Beitrag leisten. Nun liegt die Folgenabschätzung des Green Deal vor.
 

Vergangene Woche präsentierte die Forschungsstelle der Europäischen Kommission die Folgenabschätzung des Green Deals für die Landwirtschaft in Europa. Es zeigt sich, dass die Auswirkungen des Green Deals eine Bedrohung für die europäische Landwirtschaft darstellen.

Österreich leistet mit seiner kleinstrukturierten und ressourcenschonenden Landwirtschaft bereits jetzt einen wesentlichen Beitrag und gerade diese ist von den Folgen bedroht.

Die Kommission muss die Ergebnisse ihrer eigenen Forschungsstelle ernstnehmen und die Auswirkungen entsprechend abfedern und ausgleichen.

Erkenntnisse der Folgenabschätzung:

  • Positive Folgen: Die Umsetzung der Ziele des Green Deal in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik führen zu noch höheren Umweltleistungen in Europa.
    • Gemäß dem Szenario der Folgenabschätzung (Umsetzung des Vorschlages der Kommission zur GAP von 2018) könnten Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft um knapp 30 Prozent und Ammoniak um über 35 Prozent reduziert werden.
  • Negative Folgen:
    • Produktionsreduktion in Europa:
      • Getreide und Ölsaat minus 15 Prozent (Menge entspricht etwa der Getreideproduktion Deutschlands)
      • Rind- und Schweinefleisch minus 15 Prozent
      • Milch minus 10 Prozent
    • Das hätte wiederum Einfluss auf die Preis- und Einkommensentwicklung:
      • Getreide würde um ca. 8 Prozent teurer
      • Rindfleisch würde um ca. 25 Prozent teurer
      • Schweinefleisch würde um ca. 43 Prozent teurer
      • Milch würde um ca. 2 Prozent teurer
    • Die Einkünfte beispielswiese im Getreidesektor würden um ca. 26 Prozent fallen
    • Aufgrund einer sinkenden europäischen Produktion ist mit einem höheren Import von Lebensmitteln aus dem EU-Ausland zu rechnen - es werden klimaschädliche Emissionen in das EU-Ausland ausgelagert.
    • 70 Prozent der reduzierten Emissionen sind mit Emissionssteigerungen im EU-Ausland verbunden.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger:

„Wenn wir unsere Produktion zwar klimafreundlicher gestalten aber gleichzeitig das Bauernsterben forcieren und klimaschädliche Produkte aus dem EU-Ausland importieren, schießen wir am Ziel vorbei. Die EU Kommission ist gefordert die Ergebnisse ihrer eigenen Folgenabschätzung ernst zu nehmen.“

 

Veränderung der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Betrieb
Foto: BMLRT LBG Österreich BAB