Köstinger initiiert Konferenz mit Frankreich zur EU-Eigenversorgung mit pflanzlichem Eiweiß

Landwirtschaftsministerin Köstinger und Landwirtschaftsminister Denormandie bei der Eiweißkonferenz
Foto: BMLRT

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger richtete am 17. Dezember 2021 mit dem französischen Landwirtschaftsminister Julien Denormandie eine gemeinsame Eiweißkonferenz aus. Sie fordern von der Europäischen Kommission, eine europäische Eiweißstrategie zu erstellen und die Abhängigkeit von Sojaimporten zu verringern.
 

Bereits während der österreichischen Ratspräsidentschaft im Jahr 2018 lud Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger zu einer europäischen Eiweißkonferenz in Wien ein. Im Juli 2021 stellte sie die Österreichische Eiweißstrategie vor.

Auch Frankreich, dessen Ratspräsidentschaft am 1. Jänner 2022 startet, erarbeitete eine eigene Strategie zu pflanzlichen Proteinen.

Um das austro-französische Engagement zu unterstreichen, veranstalteten Bundesministerin Elisabeth Köstinger und der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie am 17. Dezember 2021 eine gemeinsame internationale Fachkonferenz, in welcher eine gemeinsame Deklaration unterzeichnet wurde. Gemeinsam mit Frankreich fordert Österreich die Europäische Kommission dazu auf, eine europäische Eiweißstrategie zu erstellen und die Abhängigkeit der EU von Soja-Importen zu reduzieren.

Mit ihrer Initiative wollen Ministerin Köstinger und Minister Denormandie die Eigenversorgung der EU mit pflanzlichem Eiweiß besser verankern. „Wir produzieren in Europa nur ein Prozent des weltweiten Sojabedarfs. Dieses große Thema braucht eine große Lösung auf EU-Ebene. Daher fordere ich gemeinsam mit meinem französischen Amtskollegen die EU-Kommission auf, endlich eine EU Eiweißstrategie vorzulegen. Unser Ziel muss es sein, die europäische Soja-Produktion auszubauen und Importe zu verringern“, so Ministerin Köstinger.

Für die Landwirtschaft stellen Eiweißpflanzen einen wesentlichen Mehrwert dar. Sie sind ein Bestandteil der Fruchtfolgen, binden Stickstoff, verbessern die Bodenfruchtbarkeit und tragen zum Schutz vor Bodenerosionen bei. Der regionale Anbau von pflanzlichen Proteinen leistet einen Beitrag zur Ernährungssicherheit sowie zum Klimaschutz und verringert den Importbedarf. „Klimaschutz fängt bereits bei den Futtermitteln an – nur wenn wir die Soja-Importe reduzieren und gleichzeitig die Produktion von europäischen stärken, können wir die Regenwaldabholzung stoppen und aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, verdeutlicht die österreichische Landwirtschaftsministerin.

In Österreich liegt die Eigenversorgung mit pflanzlichem Eiweiß für die Fütterung bereits bei mehr als 80 Prozent. Seit 2010 konnte die Fläche für den Sojaanbau – in Österreich gentechnikfrei -  mehr als verdoppelt werden. Die Hälfte der österreichischen Sojaproduktion fließt in die direkte menschliche Ernährung. Obwohl nach wie vor Soja importiert werden muss, sieht Landwirtschaftsministerin Köstinger Österreich beim Sojaanbau auf der Überholspur: „In unserer Eiweißstrategie haben wir das Ziel verankert, die Importe bis 2030 um 50 Prozent zu verringern. Denn weniger Soja-Importe aus Südamerika bedeuten mehr Schutz der Regenwälder und gleichzeitig mehr Klimaschutz“.