Gute Entwicklung von Österreichs Agraraußenhandel im Jahr 2021

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Foto: BMLRT

Die Statistik Austria hat die vorläufigen Außenhandelsdaten für das Jahr 2021 mit positiven Entwicklungen für den Agrar- und Lebensmittelbereich veröffentlicht. Agrarexporte haben um 9,4 Prozent zugelegt und einen neuen Höchstwert von knapp 14 Milliarden Euro erzielt.

Agrarexporte erzielen neuen Höchstwert

Im Jahr 2021 wurden Agrarprodukte und Lebensmittel im Wert von rund 13,95 – also fast 14 - Milliarden Euro exportiert, um 9,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtexporte Österreichs betrugen mit einem Plus von 16,1 Prozent gegenüber 2020 rund 165,5 Milliarden Euro. Der Agrarsektor erzielte mit einem Anteil von 8,4 Prozent an den österreichischen Gesamtexporten erneut einen ausgezeichneten Wert.

Der Trend aus 2020 in Richtung ausgeglichener Agraraußenhandelsbilanz setzte sich 2021 fort: mit rund 7 Millionen Euro ist diese nur mehr leicht negativ (Vergleich 2020: minus 15 Millionen Euro). Rein landwirtschaftliche Erzeugnisse erzielten 2021 mit einem Wert von 5,35 Milliarden Euro einen Anteil am Agrarexport von rund 38,4 Prozent – also etwas mehr als ein Drittel -, die Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie mit einem Wert von 8,6 Milliarden Euro einen Anteil von 61,6 Prozent. Rein landwirtschaftliche Erzeugnissen weisen mit einem Minus von mehr als 2,1 Milliarden Euro eine deutlich negative Außenhandelsbilanz auf. Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie bauen 2021 die deutlich positive Außenhandelsbilanz auf fast 2,2 Milliarden Euro aus.

Europäischer Binnenmarkt unangefochten wichtigste Destination für österreichische Agrarprodukte

Die Europäische Union bleibt der wichtigste Markt für österreichische Agrarprodukte. Mit rund 10,4 Milliarden Euro wurden 2021 rund 75 Prozent aller Agrarprodukte in die Europäische Union exportiert. Das entspricht einem deutlichen Anstieg um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die restlichen rund 25 Prozent im Wert von rund 3,56 Milliarden Euro wurden auf Drittlandsmärkten abgesetzt, das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent gegenüber 2020. Insgesamt wurden 2021 fast 85 Prozent der österreichischen Agrarprodukte nach Europa (inklusive Europäischer Union), also in „nahe Märkte“ exportiert. Dies entspricht einer Zunahme von rund 12 Prozent gegenüber 2020.

Deutschland hat die Position als Österreichs wichtigste Exportdestination weiter ausgebaut. 2021 wurden Agrarprodukte im Wert von mehr als 5,2 Milliarden Euro ausgeführt (Zunahme von fast 12 Prozent gegenüber 2020). Neben Deutschland zählen Italien (1,35 Milliarden Euro; plus 10,2 Prozent), die Niederlande (508 Millionen Euro; plus 20,7 Prozent) und Ungarn (485 Millionen Euro; plus 6,6 Prozent) zu den Top-Exportländern Österreichs in der Europäischen Union.

Österreichische Agrarexporte auf Drittlandsmärkten präsent

Ausfuhren in die USA als wichtigstem Drittlands-Exportmarkt waren 2021 erstmals stark rückläufig (910 Millionen Euro; minus 19,8 Prozent). Ebenso jene in die Volksrepublik China (167 Millionen Euro; minus 13 Prozent; Platz Fünf unter Drittlandsmärkten). Exporte in den zweitwichtigsten Drittlandsmarkt Schweiz entwickelten sich positiv (534 Millionen Euro; plus 12,5 Prozent), auch jene in die Russische Föderation (254 Millionen Euro; plus 8,1 Prozent). Agrarexporte in das Vereinigte Königreich, das sich mit dem Austritt aus der Europäischen Union Anfang 2020 zu den Drittländern gesellt hat, haben sich 2021 negativ entwickelt: Mit einem Wert von 195 Millionen Euro lag dieser um 14,5 Prozent unter jenem des Vorjahrs. Das Vereinigte Königreich nimmt damit Platz Vier unter den wichtigsten Drittlands-Exportdestinationen ein.

TOP-Exportprodukte „Made in Austria“

Bestseller bleiben neben heimischen Getränken (Energy Drinks, Eistees und Limonaden mit einem Wert von über 2,56 Milliarden Euro; plus 4,3 Prozent gegenüber 2020) auch Milchprodukte wie Käse und Topfen (1,4 Milliarden Euro; plus 2,5 Prozent), Fleisch und Fleischprodukte (1,27 Milliarden Euro; plus 10,2 Prozent), Süß- und Backwaren (1,2 Milliarden Euro; plus 4,7 Prozent) sowie eine Vielzahl an Lebensmittelzubereitungen (rund 1 Milliarde Euro; plus 10,8 Prozent). Auch finden österreichische Futtermittel weiterhin sehr guten Absatz (mit rund 1 Milliarde Euro; plus 11,9 Prozent).

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