33 Evaluierung der Investitionsförderung

Anbei finden Sie den Bericht "Analyse der Investitionsförderung für landwirtschaftliche Betriebe in Österreich"

Die Investitionsförderung stellt einen wesentlichen Bestandteil des österreichischen Programms für die Ländliche Entwicklung dar. Zentrale Ziele dieses Instruments sind die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit landwirt­schaftlicher Betriebe und die Erhaltung funktionsfähiger Agrarstrukturen. Für die Analysen standen Daten zur Investitionsförderung für den Zeitraum von 2000 bis 2009 zur Verfügung. Über den gesamten Zeitraum erhielten etwa ein Drittel der im INVEKOS erfassten Betriebe 576 Mio. Euro an Investitionsförderung. In der aktuellen Förderperiode wurden die Mittel deutlich angehoben.

Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, Umfang und Struktur der Investitionsförderung nach Förder­schwerpunkten sowie regionalen und betrieblichen Aspekten zu analysieren und in weiterer Folge die struktu­rellen und ökonomischen Effekte der geförderten Investitionen auf einzelbetrieblicher Ebene zu untersuchen.

Ergebnisse

Die regionale Analyse der Verteilung der Förderzahlungen zeigt, dass sich die Höhe der durchschnittlichen Förderbeträge je Betrieb in Abhängigkeit vom Bundesland deutlich unterscheidet. Die unterschiedlichen Förderhöhen lassen sich zum Teil auf die unterschiedliche Bedeutung einzelner Betriebsformen in den Bundesländern zurückführen.

Der überwiegende Teil der Fördermittel fließt in den Bereich der Tierhaltung. Aus Sicht des Tierschutzes ist bemerkenswert, dass im Bereich der Rinderhaltung mehr als 90% der Fördergelder für Stallbauten für besonders tierfreundliche Haltungssysteme gewährt werden In der Geflügelhaltung umfassen besonders tierfreundliche Stallbaumaßnahmen zwei Drittel der Fördermittel, bei der Schweinehaltung immerhin noch 20%. Ferner wird deutlich, dass das Investitionsförderprogramm eher von größeren Betrie­ben in Anspruch genommen wird. Der Anteil der geförderten Betriebe steigt auch mit zunehmendem Tierbestand und erreicht bei der Betriebsgruppe mit mehr als 50 GVE einen Umfang von ca. 65%.

Die Wirkung geförderter Investitionen auf die strukturelle Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe wird beispielhaft für das Bundesland Oberösterreich untersucht. Auf Basis der Conditional Differenz-in-Differenz Schätzung werden 2.457 Betriebe ausgesucht und mit entsprechenden merkmalsgleichen Referenzbetrieben verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass geförderte Betriebe ihre Flächen­ausstattung, ihren Tierbestand und auch ihre Milchquote umfangreicher ausdehnen als nicht geförderte Betriebe.

Die Untersuchung der wirtschaftlichen Effekte der Investitionsförderung erfolgt auf Basis von 177 freiwillig buch­führen­den Betrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass die geförderten Betriebe ihren Ertrag um etwa 9.000 Euro mehr steigern und eine um rund 1.500 Euro höhere Einkommens­steigerung erzielen können als die nicht geförderten Vergleichsbetriebe. Die Unterscheidung der Ergebnisse nach dem Umfang der Investitionsförderung zeigt, dass gering geförderte Betriebe sowohl hinsichtlich Flächen­ausstattung als auch Tierbestand weniger wachsen als umfangreich geförderte Betriebe.

Die Unterscheidung der Ergebnisse nach Betriebsformen verdeutlicht, dass vor allem Veredelungsbetriebe ihr Einkommen aufgrund der geförderten Investitionstätigkeit verbessern können.

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