Stärkung der Regionen

Landschaft
Foto: BMLRT / Alexander Haiden

Integrierte Raumentwicklung im ländlichen Raum mit LEADER

30 Jahre LEADER in der EU und 25 LEADER in Österreich:

Das LEADER-Konzept hat sich seit dem EUBeitritt in Österreich als erfolgreiches Modell der Regionalentwicklung etabliert und bewährt. Im Rahmen des Österreichischen Programms für die ländliche Entwicklung 2014 - 2020 bekommt die lokale Entwicklung auf Basis von Bottom-up-Entscheidungen und die Eigenständigkeit der Regionen noch mehr Bedeutung. Die rechtlichen Vorgaben wurden in der Verordnung zum „Gemeinsamen strategischen Rahmen“ verankert. Unter dem Begriff „community-led local development“ (CLLD) können somit alle Europäischen Struktur- und Investitionsfonds ihre Politik auch im Rahmen regionaler Aktionsgruppen umsetzen.

 

Steigerung der regionalen Wertschöpfung

Im Mittelpunkt stehen die Steigerung der regionalen Wertschöpfung, die Weiterentwicklung des natürlichen und kulturellen Kapitals sowie Fragen der infrastrukturellen Daseinsvorsorge. Durch die weitreichende Einbindung der lokalen Bevölkerung ist es möglich, die Stärken und Schwächen der eigenen Region vor Ort zu analysieren. Konkrete Maßnahmen können alle Sektoren wie die Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, aber auch zum Beispiel die Energieproduktion betreffen.

 

Natürliches und kulturelles Erbe erhalten

Ein weiteres strategisches Aktionsfeld in LEADER trägt dazu bei, das natürliche und kulturelle Erbe in den Regionen zu erhalten und nachhaltig weiter zu entwickeln.

 

Stärken des Gemeinwohls

In der Periode 2014-2020 wurde erstmals  in LEADER konkret das Thema Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen aufgenommen. Dies ist ein wichtiger Aspekt für die Lebensqualität in der ländlichen Region und geht vom Ausbau von Dienstleistung, wie zum Beispiel Kinderbetreuung über Nahversorgung bis zu regionalem Lernen und Beteiligungskultur.

 

Chancen für mehr Lebensqualität nützen

Die Basis für die Umsetzung von LEADER in der Region braucht es eine umfassende Lokale Entwicklungsstrategie. Sie wird in der Region erarbeitet. Dabei sollten möglichst viele Partnerinnen und Partner aus der Region eingebunden werden. Denn gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung ist es möglich, die individuellen Stärken und Schwächen vor Ort und aus erster Hand zu ermitteln.

Mit diesem Bottom-up-Prozess können Chancen, die Lebensqualität zu erhöhen, optimal genutzt werden.

Für die Umsetzung der Lokalen Entwicklungsstrategie über konkrete LEADER Projekte ist die Lokale Aktionsgruppe verantwortlich. Diese setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern lokaler öffentlicher Einrichtungen, wie Gemeinden, Verbände und Behörden, privater Gruppen, wie Vereine und Unternehmen, sowie aus Privatpersonen zusammen. In jeder LEADER Region unterstützt ein eigenes Management die Umsetzung der LES.

 

Erfolgreich für die Zukunft rüsten

Für die laufende Förderungsperiode 2014-2020 erhielten die Regionen weitgehende Autonomie bei der Umsetzung lokaler Entwicklungsansätze. Mit qualitativ hochwertigen Entwicklungsstrategien und den entsprechenden finanziellen Mitteln haben die 77 in Österreich anerkannten Lokalen Aktionsgruppen das Rüstzeug sich gezielt mit bestehenden und zukünftigen Herausforderungen auseinanderzusetzen und Lösungen zu finden.

Die Vielfalt der regionsindividuellen Zugänge zeigt sich in einer aktuellen Auswahl von rund 800 Projekten der Periode für die Ländlichen Entwicklung 2014– 2020 und Projekten aus der Periode 2007-2013 in der Projektdatenbank des Netzwerks Zukunftsraum Land.

www. zukunftsraumland.at /projekte

 

Die Leader-Methode besteht aus sieben Elementen:

  • Der territoriale Ansatz: Gebietsbezogene lokale Entwicklungsstrategien, die für exakt umrissene ländliche Gebiete bestimmt sind. Regionale Besonderheiten bilden die Basis für eine langfristig angelegte Entwicklungsarbeit.
  • Der partnerschaftliche Ansatz: Lokale öffentlich-private Partnerschaften (sogenannte „Lokale Aktionsgruppen“) dienen als Plattform und Motor der Entwicklung.
  • Der Bottom-up-Ansatz: Bottom-up bedeutet, dass die Strategien und die Projekte in den Regionen entwickelt und nicht von externen Planungsstellen und Organisationen aufgesetzt werden.
  • Der multisektorale Ansatz: Eine sektorübergreifende Konzeption und Umsetzung der Strategie, die auf dem Zusammenwirken der AkteurInnen und Projekte aus den verschiedenen Bereichen der lokalen Wirtschaft beruht.
  • Der innovative Ansatz: Neues versuchen – gewohnte Wege verlassen. Mit Kreativität, Phantasie und Risikobereitschaft sollen für die Region neue Ideen und Projekte aufgegriffen, entwickelt und realisiert werden.
  • Kooperation: Entwicklung und Umsetzung nationaler und transnationaler Kooperationsprojekte.
  • Vernetzung: Nationale und europäische Vernetzung und Erfahrungsaustausch.