Innovation Farm und Digitalisierungsoffensive für nachhaltiges Wirtschaften

Mann mit Handy in der Hand
Foto: Innovation Farm

Ried stand vom 9. bis 12. September wieder ganz im Zeichen der Landwirtschaft. Präsentiert wurde auch die Innovation Farm, die vom BMLRT unterstützt wird.

Die Innovation Farm hat das Ziel, für Bäuerinnen und Bauern neue Technologien in der Praxis erlebbar zu machen. An den drei Standorten Wieselburg, Raumberg-Gumpenstein und Mold sowie auf etwa 20 Pilot- und Demonstrationsbetrieben werden ausgewählte neue digitale Technologien, Trends und Entwicklungen im Ackerbau, Grünland und in der Innenwirtschaft erprobt, demonstriert und damit greifbar und anwendbar gemacht. Die Innovation Farm ist idealer Partner für die Industrie, um den Nutzen neuer Entwicklungen anschaulich darzustellen.

Mit insgesamt 1,9 Millionen Euro an EU-, Bundes- und Ländermitteln werden seit Jänner 2020 in den nächsten drei Jahren verschiedene Projekte unterstützt.

Ausgewählte Projekte der Innovation Farm:

  • Aussaat und Saatbettbereitung
    • präzise Einzelkornaussaat im Dreiecksverband
    • Flächenangepasstes Pflügen
    • Teilflächenangepasste Bodenbearbeitung
  • Unkrautdetektion und spot spraying
    • Analyse von Flächen mittels Drohnen mit hochauflösenden Sensoren und Auswertung der Aufnahmen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
    • Detektierte Unkräuter werden mit genauen Koordinaten markiert und in ein Traktorterminal oder eine Drohne übertragen, um die Unkräuter lokal und punktuell zu bekämpfen.
  • Feldroboter-Einsatz bei der Bio-Zuckerrübe
    • Ermittlung von arbeitswirtschaftlichen Erkenntnissen zum Einsatz eines bereits am Markt verfügbaren Roboters im biologischen Zuckerrübenanbau
  • Einsatz von GNSS-Lenksystemen/-hilfen mit Präzisionssteigerung durch Nutzung der RTK-Technologie
    • Erklärungen zum kostenfreien RTK-Signal APOS des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen.
    • Erproben unterschiedlicher Systeme, um für die Praxis bei Problemen Lösungsansätze parat zu haben.
  • Verbesserung der Druschqualität durch die Verwendung einer Kornqualität-Kamera bei einem Axial-Rotormähdrescher
  • Weide-GPS-Halsbänder für die Weide- und Almhaltung
    • Verwendung preiswerter Systeme für die Weidetierüberwachung zur Unterstützung beim Herden- und Weidemanagement und ggf. Erhebung von Gesundheitsparametern.
  • Einsatz der 4-Rad-Lenkung und automatischen Fahrfunktionen
    • Automatische Fahrfunktionen in Kombination mit einer 4-Rad-Lenkung zur Präzisierung von Arbeitsabläufen und Entlastung des Fahrers
  • Farm Management: Digitale Planung und Aufzeichnung
    • Digitale Planung und Organisation der Feldarbeit sowie Arbeitsaufzeichnungen und Dokumentation von Betriebsmitteleinsatz sowie Prüfung gesetzlicher Auflagen und Rahmenbedingungen

Digitalisierungsoffensive fördert praxisorientierte Forschung

Die Digitalisierung spielt im gesamten Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus eine immer wichtigere Rolle. Neue Technologien und smarte Lösungen ermöglichen nachhaltiges und effizientes Wirtschaften.

Das Ministerium forciert daher innerhalb einer Digitalisierungsoffensive die praxisorientierte Forschung. Für angewandte Forschungsprojekte, die nach konkreten Lösungen für die Praxis suchen, stehen zusätzlich zu den laufenden Aktivitäten zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Die Initiative stieß auf große Resonanz. Insgesamt wurden 15 Projekte eingereicht. Das Spektrum der eingereichten Projekte ist vielfältig. Mehrere Projekt-Ideen widmen sich dem Bereich Tierwohl. Aber auch die Sicherheit in der Forstwirtschaft oder die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit stehen bei Projekten im Fokus.

Weitere Themen sind Tourismus und Almwirtschaft sowie Bildung und Leben im ländlichen Raum.