Die Zukunft der Bio-Landwirtschaft

Bundesministerin Köstinger steht auf einem Getreidefeld
Foto: BMLRT / Paul Gruber

Österreich ist weltweit Bio-Land Nummer 1: 23 Prozent der Betriebe wirtschaften biologisch und bearbeiten dabei 26 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. Aber auch hierzulande ist es wichtig, Bio zukunftssicher weiterzuentwickeln. Eine neue Studie zeigt konkrete Maßnahmen dafür auf und wird Basis der „Zukunftsstrategie Bio-Landwirtschaft 2030“ sein.

In Österreich gibt es rund 24.400 Bio-Betriebe, das sind 23 Prozent aller Betriebe, bewirtschaften rund 26 Prozent der Fläche. Erstmals hat der Bio-Absatz in Österreich die magische Marke von 10 Prozent erreicht, dieser Wert steigt in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Gleichzeitig sank aber auch das Einkommen der Bio-Landwirte um 10 Prozent, weil derzeit entsprechende Absatzmärkte fehlen. So wird derzeit bei Bio-Getreide wird das teilweise bereits um denselben Preis wie Konventionelles verkauft und im Bio-Milch Bereich wird bereits mehr als ein Drittel exportiert.

Über die „Farm to Fork“-Strategie gibt die Europäische Kommission das Ziel einer Quote von 25 Prozent biologischer Landwirtschaft der bewirtschafteten Fläche in Europa vor. Die Kommission wird dazu ihren Bio-Aktionsplan vorstellen. Auch Österreich als Vorreiterland wird das im Hinblick auf die Absatzmärkte vor neue Herausforderungen stellen. Österreichs Bio-Landwirtschaft lebt derzeit in hohem Ausmaß vom Export.

Neue Studie wird Basis für Zukunftsstrategie sein

Daher gab das Bundesministerium die Studie „Stärkung der biologischen Landwirtschaft in Österreich bis 2030“ beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Auftrag. Auf Basis dessen wird nun die „Zukunftsstrategie Bio-Landwirtschaft 2030“ erarbeitet, deren Ergebnisse bis Ende des Jahres in den Nationalen GAP-Strategieplan einfließen und somit die Weichen für die Zukunft der österreichischen Bio-Landwirtschaft stellen werden.

„Österreich ist aus gutem Grund führend in der Bio-Landwirtschaft, es ist eine Erfolgsgeschichte, die wir weiterschreiben werden. Die Grundlage für den Erfolg war immer, dass wir zeitgerecht die richtigen Maßnahmen gesetzt haben, um Bio-Landwirtschaft weiter zu entwickeln. Das tun wir auch jetzt, indem wir die notwendigen Weichen stellen. Daher erarbeiten wir für die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik die Zukunftsstrategie Bio-Landwirtschaft 2030“, betont Köstinger.

„Biologische Landwirtschaft muss mit den Absatzmärkten wachsen, sonst produzieren wir an den Märkten vorbei. Mit intensiver Forschung und wissenschaftlicher Begleitung erarbeiten wir nun die Konzepte, um den Bio-Erfolgsweg weiter gehen zu können.“

(Die Infografiken zeigen allgemeine Statistiken zum Thema biologische Landwirtschaft in Österreich.)

Die Studie im Überblick

Hier ein kurzer Überblick über die Inhalte der Studie „Stärkung der biologischen Landwirtschaft in Österreich bis 2030“:

  • Ein weiteres Wachstum im Biobereich braucht eine Ausgewogenheit zwischen Angebot und Nachfrage.
  • Passende agrarpolitischen Rahmenbedingungen - ÖPUL-Bioprämie mit zusätzlichen Modulen z.B. in den Bereich Biodiversität, Landschaftsgestaltung und Klimawirkung
  • Für einen steigenden Absatz an Bioprodukten wird in Zukunft der Inlandsmarkt und wahrscheinlich in geringerem Ausmaß der Export von Bedeutung sein.
  • Die Wachstumsraten der Bioproduktion in den osteuropäischen aber auch EU-Ländern werden eine starke Konkurrenz am internationalen Biomarkt sein.
  • Ziel für die Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in Österreich bis 2030 ist es, ein Wachstum über die gesamte Wertschöpfungskette zu ermöglichen.
  • Die Zielsetzung bezieht sich auf keinen bestimmten Bio-Flächenanteil vielmehr auf Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zum Konsum.
  • Das zentrale Ergebnis des Projektes ist ein Maßnahmenkatalog – Auszug der 54 Maßnahmen:
    • Partizipative Zukunftsstrategie Bio-Landwirtschaft 2030 mit der gesamten Bio-Wertschöpfungskette entwickeln.
    • Fokus – Stärkung der Bio-Wertschöpfungsketten:
      • Vermarktungszusammenschlüsse und direkte/alternative Absatzstrukturen fördern und unterstützen
      • Austauschforum entlang der Wertschöpfungskette etablieren (Mengenflüsse, Qualität).
      • Verstärkung der Verarbeitung von biologischen Rohstoffen in Österreich in höchster Qualität.
      • Binnenmarkt für den Export von qualitativ hochwertigen österreichischen Bioprodukten noch besser nutzen.
      • Verstärkter Einsatz von Bioprodukten z.B. in der Außer-Haus-Verpflegung.
    • Österreich als Nummer 1 in der modernen, innovativen Bioforschung positionieren.