Bäuerliche Selbstbedienungsläden weiter professionalisieren

bäuerliche Direktvermarkter setzen auf Selbstbedienungsläden
Foto: Paul Gruber

Selbstbedienungsläden sind eine Form der Direktvermarktung, denn das kontaktlose Einkaufen rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche wird von den Konsumentinnen und Konsumenten sehr geschätzt. Landwirtschaftskammern und Netzwerk Kulinarik wollen daher diese regionale Versorgung stärken.
 

Bäuerliche Selbstbedienungsläden weiter professionalisieren

Selbstbedienungsläden sind eine Form der Direktvermarktung, die Zuspruch in der Gesellschaft gefunden hat, denn das kontaktlose Einkaufen rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche wird sehr geschätzt. Erstmalig wurden nun all die Fragen der Bäuerinnen und Bauern rund um dieses komplexe Thema von den Landwirtschaftskammern Kärnten und Niederösterreich sowie der AMA GENUSS REGION bzw. dem Netzwerk Kulinarik aufgegriffen und systematisch bearbeitet.

Das lokale Produzieren und Konsumieren im Sinne einer kurzen Lebensmittelkette ist ein Weg, um nicht nur die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu gewährleisten, sondern auch ein faires Einkommen für Lebensmittelproduzenten zu erreichen und somit die Existenz kleinstrukturierter bäuerlicher Produzenten nachhaltig abzusichern.

„Viele Selbstbedienungsläden sind Teil der Antwort auf die Frage, wie Nahversorgung am Land aussehen kann. Durch professionelle und digitalisierte Selbstbedienungsläden können auch Synergieeffekte mit dem Tourismus genutzt werden, um zum Beispiel unseren Gästen kulinarische Highlights der jeweiligen Region näher zu bringen. Es freut mich sehr, dass die AMA GENUSS REGION und die Landwirtschaftskammern Synergien nutzen, um die regionale Versorgung in den Regionen weiter voranzutreiben. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um den Konsumentinnen und Konsumenten einen unkomplizierten Zugang zu bäuerlichen Produkten zu ermöglichen und somit die Wertschöpfung auf den Betrieben nachhaltige zu steigern“, freut sich Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger über die Initiative.

„Unser Ziel ist es, die Professionalität der bäuerlichen Direktvermarktung in Selbstbedienungsläden weiter zu erhöhen und deren klare Positionierung am Markt zu fördern. Das vorliegende Projekt zeigt, dass die Landwirtschaftskammern und das Netzwerk Kulinarik die Notwendigkeiten aus der Praxis sofort erkannt haben, dieses komplexe Thema für die Bäuerinnen und Bauern aufzuarbeiten“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

„Regionale Lebensmittel direkt vom Bauern erfreuen sich hoher Beliebtheit. Gerade bäuerliche Selbstbedienungsläden sind daher eine Chance für Betriebe ein zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. Mit dem Projekt wollen wir Bäuerinnen und Bauern unterstützen diese Chance zu ergreifen“, erklärt Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten.

Vorteile für Kunden und Landwirte

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die bäuerliche Direktvermarktung sind eng, trotzdem lohnt es sich bei der Vermarktung in Selbstbedienungsläden diesen Weg als eine Option im Auge zu behalten, weil das nicht zuletzt für Kunden und Landwirte vielfältige Vorteile bieten kann. Um bei wachsendem Wettbewerbsdruck zu bestehen, ist es wichtig, sich an den Kundenbedürfnissen, allerdings stets im Rahmen der bäuerlichen Direktvermarktung, zu orientieren. Bei den umfassenden Vor-Ort-Erhebungen und qualitativen Interviews mit Betreibern wurde die Bandbreite an Fragen erhoben und passende Werkzeuge entwickelt, um diese Fragen beantworten zu können. Die erarbeiteten Werkzeuge sollen den bäuerlichen Betrieben einerseits eine Selbstevaluierung ermöglichen und andererseits eine gezielte Vorbereitung auf eine mögliche Fachberatung in den Landwirtschaftskammern sein.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

  • Eine umfassende FAQ-Liste beantwortet die häufigsten und wichtigsten Fragen von Betreibern.
  • Der Entscheidungsbaum zeigt auf, ob es im Einzelfall sinnvoller ist, die Direktvermarktung als Landwirt oder im Gewerbe zu betreiben
  • Eine Selbstevaluierung wird mit Hilfe einer Balanced Scorecard dargestellt, um auf einen Blick zu sehen, wo noch Entwicklungspotenzial für das Betreiben des Selbstbedienungsladens besteht.
  • Die Betrachtung der digitalen Lösungen und der zur Auswahl stehenden verschiedenen Funktionen gibt einen wichtigen Überblick über die digitalen Möglichkeiten
  • Um auch die Kundensicht stets im Fokus zu haben, wurde ein „Must have/Nice to have“-Merkblatt erarbeitet, das die Pflichtanforderungen und darüber hinausgehende Optionen darstellt.

Von den erarbeiteten Werkzeugen profitieren nicht nur erfahrene Direktvermarkter, die ihre Vertriebskanäle um das Standbein „Selbstbedienungsladen“ erweitern oder professionalisieren möchten, sondern auch Neueinsteiger in diesem Bereich.

Download unter https://www.lko.at – Österreich - Publikationen

Nähere Informationen unter:

Landwirtschaftskammer Kärnten
Referat Bildung, Beratung und Lebenswirtschaft
Mag.a Friederike Parz
Museumsgasse 5
9020 Klagenfurt

Landwirtschaftskammer NÖ
Abteilung Bildung, Bäuerinnen, Jugend
DI Elfriede Schaffer
Wiener Straße 64
3100 St. Pölten