Natur aus zweiter Hand

Ehemaliger Steinbruch mit Wasser gefüllt, Bäume am Ufer
Foto: M. Pupp

Unter „Lebensraum aus zweiter Hand” wird in der Ökologie die Erschaffung von natürlichen Lebensräumen für den Naturschutz oder die Renaturierung von vom Menschen beeinflussten ehemaligen Lebensräumen verstanden.

Berg­bau ist ein tem­po­rä­rer Ein­griff in die Natur. Die für die berg­bau­li­che Ge­win­nung not­wen­di­gen Flä­chen wer­den von der Natur nur ge­borgt und am Ende der Nut­zung wie­der der Natur zu­rück­ge­ge­ben. 

Im gesamten Gewinnungskreislauf mineralischer Rohstoffe, vom Aufsuchen bis zum Bergbauende, der Lagerhaltung sowie der Entsorgung bergbaulicher Abfälle wird dem Schutz des Bodens, der Gewässer, dem Pflanzen- und Tierbestand im Mineralrohstoffgesetz besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Unvermeidbare Umweltbelastungen und Emissionen sind stets nach dem besten Stand der Technik so gering wie möglich zu halten.

In Ös­ter­reich ist die Re­kul­ti­vie­rung be­zie­hungs­wei­se Re­na­tu­rie­rung von ehe­ma­li­gen, auf­ge­las­se­nen Berg­bau­an­la­gen ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben. Bei der rei­nen Re­kul­ti­vie­rung wird der Ori­gi­nal­zu­stand wie­der her­ge­stellt. Bei der Re­na­tu­rie­rung wer­den ge­zielt neue Le­bens­räu­me für oft­mals be­droh­te Tier- oder Pflan­zen­ar­ten er­schaf­fen, um die Bio­di­ver­si­tät zu er­hö­hen. Ziel der Natur aus zwei­ter Hand ist es, be­wusst Le­bens­raum zu schaf­fen.

Hierzulande wer­den vor allem ehe­ma­li­ge Kies-, Schot­ter- oder Sand­gru­ben als „se­cond­hand“ Le­bens­räu­me ge­nutzt.